Quartalszahlen

Telekom mit neuen Magenta-Produkten erfolgreich

Die Telekom profitiert vom schwachen Euro und dem guten USA-Geschäft. In Deutschland werden die neuen Magenta-EINS- und Magenta-Mobil-Tarife gut angenommen, außerdem wanderten weniger Festnetzkunden ab.
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Die Telekom legt im Mobilfunk zu und verliert weniger im Festnetz.Die Telekom legt im Mobilfunk zu und verliert weniger im Festnetz. Das schnelle Wachstum in den USA und der günstige Euro haben der Deutschen Telekom zu Jahresbeginn starke Zuwächse beschert. Der Umsatz zog in den ersten drei Monaten 2015 im Jahresvergleich um gut 13 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro an, wie der Dax-Konzern heute in Bonn mitteilte. Erfolge verzeichnete das Unternehmen dabei auch in Deutschland mit der Entwicklung bei den Erlösen im Mobilfunk und verhältnismäßig wenig Kündigungen im Festnetz.

Der Gewinn fiel unterm Strich nach 1,82 Milliarden Euro im Vorjahr allerdings mit 787 Millionen Euro diesmal deutlich schmaler aus - damals hatte aber auch ein milliardenschwerer Sonderertrag aus einem Anteilsverkauf den Überschuss in die Höhe getrieben. Diesmal schlug unter anderem eine einmalige Vergleichszahlung in Höhe von 175 Millionen Euro positiv zu Buche. Die Jahresprognosen bestätigte das Unternehmen.

"Wir sind der integrierte europäische Telekommunikationskonzern mit Wachstumsprofil. Daran und dafür arbeiten wir hart", sagte Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. "Positive Vorzeichen bei Umsatz und Ergebnis haben wir in unserer Branche lange nicht gesehen. Unsere klare Strategie mit starken Investitionen zahlt sich aus."

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie bereinigt um Sondereffekte wie Abfindungszahlungen und Kosten für den Konzernumbau legte das Ergebnis um elf Prozent auf 4,57 Milliarden Euro zu. Dafür zeichnete nahezu allein der weiter starke Aufschwung durch T-Mobile US verantwortlich. Dort stammte mehr als die Hälfte des Zuwachses beim operativen Ergebnis aus der günstigen Wechselkursentwicklung.

Glasfaserprodukte laufen gut

Im Deutschlandgeschäft hat der Absatz der Glasfaser-Produkte VDSL und FTTH laut Telekom an Tempo zugelegt. Die Anzahl der Anschlüsse wuchs im ersten Quartal um 463 000 - dies entspricht einer Verdopplung der Nettoneuzugänge im Jahresvergleich. Die Gesamtzahl der glasfaserbasierten Anschlüsse stieg innerhalb eines Jahres um mehr als 70 Prozent auf knapp drei Millionen. Der Vermarktungsstart von rund 1,3 Millionen Haushalten im vierten Quartal 2014 sowie einer weiteren Million Haushalten in den ersten drei Monaten 2015 in den Ausbaugebieten sorgte für einen besonders starken Anstieg in diesen Regionen. Die erfreuliche Entwicklung der Glasfaser-Produkte trug ebenso wie die erfolgreiche Vermarktung der Magenta-EINS-Tarife mit einem Plus von rund 400 000 Kunden allein im ersten Quartal zu einem Anstieg der Breitband-Nettoneuzugänge bei. Die Zahl der Breitband-Anschlüsse stieg in den ersten drei Monaten 2015 um 76 000. Die Anzahl der Entertain-Kunden kletterte im ersten Quartal über die Marke von 2,5 Millionen. Insgesamt hat die Telekom im Festnetzbereich aber wieder Kunden verloren, wenn auch nur in geringem Umfang. Derzeit verzeichnet die Telekom 20,56 Millionen Festnetzkunden im Vorjahr waren es 20,67 Millionen.

Serviceumsätze im Mobilfunk steigen

Im deutschen Mobilfunk stiegen die mobilen Serviceumsätze im Jahresvergleich um 2,8 Prozent. Die Anzahl der Kunden, die LTE nutzen, erhöhte sich auf über 6,4 Millionen - die Telekom nennt hier die erfolgreiche Einführung der Magenta-Mobil-Tarife und den Launch des iPhone 6 als Erfolgsfaktoren. Insgesamt verzeichnet die Telekom jetzt 39,2 Millionen Mobilfunk-Kunden, davon sind 22,6 Millionen Kunden mit einem Laufzeitvertrag.

Im ersten Quartal konnte der Konzern ein Umsatzplus auf seinem Heimatmarkt erwirtschaften. Mit 5,6 Milliarden Euro lag der Umsatz im operativen Segment Deutschland um 1,9 Prozent höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Das bereinigte EBITDA sank um 0,9 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einer bereinigten EBITDA-Marge von 39,6 Prozent. Im EBITDA-Rückgang spiegeln sich auch höhere Kosten, die im Zuge der IP-Umstellung für die Aufrechterhaltung der Servicequalität entstanden. Zum Ende des ersten Quartals waren 6,9 Millionen Anschlüsse auf die IP-Plattform umgestellt, mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. T-Mobile US hat den Kurs kräftigen Wachstums fortgesetzt und weist Spitzenwerte unter den nationalen amerikanischen Anbietern aus. Der Umsatz stieg um 11,7 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA um 18,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Mit 1,8 Millionen neuen Kunden im ersten Quartal stieg der Kundenstamm im Jahresvergleich um knapp 7,8 Millionen.

USA: Kundenwachstum ungebremst

T-Mobile US hat den Kurs kräftigen Wachstums fortgesetzt und weist unter den nationalen amerikanischen Anbietern die besten Werte aus. Der Umsatz stieg um 11,7 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA um 18,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Mit 1,8 Millionen neuen Kunden im ersten Quartal stieg der Kundenstamm im Jahresvergleich um knapp 7,8 Millionen.

T-Mobile US hat dank einer sehr aggressiven Preisstrategie als einziger landesweiter Anbieter im ersten Quartal die Zahl der Telefonie-Vertragskunden unter eigener Marke steigern können - und das gleich um eine Million. Dazu kommt eine Wechslerrate von nur 1,3 Prozent bei den Telefonie-Vertragskunden. Das Unternehmen erwartet nun einen Anstieg der Vertragskunden unter eigener Marke zwischen 3 und 3,5 Millionen nach zuvor 2,2 bis 3,2 Millionen.

Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr behält die Telekom unverändert bei. Sie erwartet ein höheres Kundenwachstum bei einem Ertragsplus von mehr als 20 Prozent. Das LTE-Netz von T-Mobile US erreicht inzwischen 275 Millionen Menschen in den USA. Dieser Wert soll bis Jahresende auf 300 Millionen steigen.

Auch die Landesgesellschaften in Österreich und Ungarn entwickelten sich laut Telekom erfreulich. Hier gelang es, sowohl Umsatz als auch bereinigtes EBITDA zu steigern.

In der kommenden Woche werden neue Magenta-Produkte erwartet - wir haben in einer Meldung schon einmal überlegt, was uns unter dem Motto Europa wird EINS erwarten könnte.

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