FlyingLab

Telekom & Lufthansa: Tomatensaft per Smartphone bestellen

Fliegen wird nicht nur billiger, auch der Service an Bord wird sich verän­dern: Der Passa­gier bestellt seinen Toma­tensaft per Smart­phone, das gewünschte Essen sieht die Stewar­dess auf den Smart Glasses und das Nacken­kissen weckt aus dem Schlaf.
AAA
Teilen (11)

Bei der Buchung eines Flugs läuft schon sehr viel digital ab, und auch an den Flug­häfen erleich­tert eine Viel­zahl an digi­talen Diensten die Abfer­tigung von Passa­gier und Gepäck. Doch in der Flug­kabine des Flug­zeugs laufen noch fast alle Dienst­leis­tungen "analog" ab.

Steward und Stewar­dess werden auch in Zukunft an Bord keines­wegs entbehr­lich sein. Doch an der Kommu­nika­tion zwischen Personal und Flug­gast könnte sich in Zukunft einiges ändern. Die Deut­sche Telekom und die Luft­hansa präsen­tieren heute auf einem Lang­stre­cken­flug von Frank­furt nach Houston an Bord eines Luft­hansa-Airbus A380 smarte Tech­nolo­gien, die demnächst prak­tisch zum Einsatz kommen könnten.

Chatbot per WhatsApp und smartes Nacken­kissen

Die Lufthansa-Stewardess mit der smarten Brille von ZeissDie Lufthansa-Stewardess mit der smarten Brille von Zeiss Entwi­ckelt wurden die neuen Tech­nolo­gien von Fina­listen des Mode- und Tech­nologie­wett­be­werbs "Telekom Fashion Fusion & Luft­hansa FlyingLab" im Fab Lab Berlin. Die Proto­typen sind alle­samt noch nicht final entwi­ckelt und noch nicht für den kommer­ziellen Einsatz gedacht, sondern eher eine Vorschau auf das Reise­erlebnis der Zukunft. Während des heutigen Test-Flugs können die Passa­giere über ein Video­konferenz-System Fragen an mitrei­sende Experten stellen. Nach der Ankunft in den USA sollen die Tech­niken dann auf der CES in Las Vegas ausge­stellt werden.

Ein erstes Projekt­team der Fina­listen hat sich dem Thema "Wohl­befinden auf der Lang­strecke" verschrieben. Dabei heraus­gekommen ist unter anderem ein Chatbot, über den die Passa­giere Fragen stellen können. Der digi­tale Assis­tent lässt sich über WhatsApp, Face­book-Messenger oder andere Messenger-Dienste nutzen. Der Chatbot soll Bedürf­nisse von Passa­gieren einordnen, die Wünsche nach Dring­lich­keit sortieren und die Service-Abläufe der Flug­begleiter zu steuern. Bei Flug­angst und zum Servieren des Essens kommt natür­lich weiterhin ein Flug­begleiter. Doch andere Aufgaben über­nimmt zukünftig die Technik: Eine Decke mit inte­griertem Nacken­kissen kann wie ein Cape umge­legt und an das persön­liche Wärme-Empfinden des Passa­giers ange­passt werden. Durch eine Vibra­tion im Nacken­kissen der Decke lässt sich der Passa­gier zur fest­gelegten Zeit behutsam aufwe­cken, ohne dass eine Stewar­dess vorbei­kommen muss.

Smart Glass weiß, ob der Flug­gast Veganer ist

Der neue intelligente Flugzeugsitz für den PassagierDer neue intelligente Flugzeugsitz für den Passagier Da der Flug­gast auf einem Lang­stre­cken­flug viele Stunden in seinem Sitz verbringt, hat sich ein zweites Projekt­team dem Flug­zeug­sitz von morgen gewidmet. Die Konzept­studie des Sitzes soll dem Passa­gier ein indi­vidu­elles Flug­erlebnis bieten. Und das betrifft nicht nur den Reise­komfort, sondern auch das Enter­tain­ment-Programm. Dasselbe Team hat sich aber auch mit der Klei­dung der Flug­begleiter beschäf­tigt: Die Stoffe, aus denen die neuen Uniform-Proto­typen herge­stellt wurden, sollen wärme­regu­lierend, atmungs­aktiv, anti­bakte­riell und anti­aller­gisch sein.

Um die Kommu­nika­tion zwischen Passa­gier und Stewar­dess ging es wieder beim dritten Projekt­team. Auch dieses Team hat sich zum Ziel gesetzt, unnö­tige Lauf­wege für das Kabi­nenper­sonal zu vermeiden. Der Flug­gast kann mit seinem eigenen Smart­phone beispiels­weise einen Toma­tensaft bestellen oder nach­fragen, ob bei einer Verspä­tung der Anschluss­flug noch erreicht wird. Der Flug­begleiter, der am nächsten zu diesem Passa­gier sitzt oder steht, hat die Anfrage auf seinen Smart Glasses von Zeiss direkt vor Augen. Geht er nun zum Passa­gier, stellt er sich auf ein Signal­feld, das auf dem Boden vor jedem Sitz ange­bracht ist. Das System spielt dem Steward dann weitere Infos zum Passa­gier auf die intel­ligente Brille, zum Beispiel, welche Sprache der Passa­gier spricht oder ob dieser Veganer ist.

Fashion Fusion ist eine Initia­tive der Telekom mit der Absicht, intel­ligente und funk­tionale Mode mit Mehr­wert zu entwi­ckeln. Die Initia­tive basiert auf der Idee, Mode und Tech­nologie zu verschmelzen, indem diverse Konzepte geför­dert und zur Markt­reife weiter­entwi­ckelt werden. Partner sind beispiels­weise Adidas, Intel, die Luft­hansa oder Zeiss.

Image-Video der Luft­hansa zum FlyingLab

Teilen (11)

Mehr zum Thema Internet im Flugzeug