Technologie

Telekom plant 4G auf UMTS-Frequenz: "GSM wird UMTS überleben"

Die Deutsche Telekom will LTE in Zukunft auch auf 2100 MHz betreiben. Hier funkt derzeit noch das UMTS-Netz. Bis Ende 2019 soll LTE fast flächendeckend verfügbar sein.
Aus Bonn berichtet
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2015 wurden die Mobilfunkfrequenzen technologieneutral vergeben2015 wurden die Mobilfunkfrequenzen technologieneutral vergeben Wie berichtet hat die Deutsche Telekom heute im Rahmen einer Presseveranstaltung in Bonn den Startschuss für LTE 900 gegeben. Dabei gewährte der Bonner Telekommunikationsdienstleister auch einen Einblick auf seine künftigen Pläne für die Weiterentwicklung des Mobilfunknetzes.

Unter anderem stellte die Telekom dar, dass das GSM-Netz als Grundversorgung neben LTE und dem künftigen 5G-Standard auch mittelfristig erhalten bleibe. Gerade für die Sprachtelefonie sei 2G nach wie vor wichtig. Hier telefonieren die Kunden beispielsweise immer noch mit Einfachhandys wie dem Nokia 3310, das auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vor wenigen Wochen als Neuauflage vorgestellt wurde. Einfache Mobiltelefone haben nach wie vor ihre Berechtigung, zumal die Geräte eine Standby-Zeit von zum Teil mehreren Wochen ermöglichen.

Vor dem Ende von GSM werde das Aus für das UMTS-Netz kommen, so Telekom-Technik-Chef Walter Goldentis. UMTS sei vornehmlich für die mobile Internet-Nutzung eingeführt worden. Das funktioniere mittlerweile mit LTE deutlich besser. Zudem arbeite das 4G-Netz effektiver als UMTS.

LTE künftig auch auf 2100 MHz

Der Bedarf der Kunden nach schnellen mobilen Internet-Zugängen steige weiter und so sei die Telekom bestrebt, nach und nach weitere Frequenzbänder für den 4G-Standard zu nutzen. Offen wurde im Rahmen des Pressegesprächs in Bonn bereits darüber gesprochen, künftig LTE im Bereich um 2100 MHz anzubieten. Dieses Band wird derzeit noch für das UMTS-Netz genutzt.

Bereits Ende Januar kündigte die Telekom das Aus für dem UMTS-Standard in der Leistungsbeschreibung zu ihren Mobilfunktarifen an. Auch wenn es sich dabei nur um "eine rechtliche vorbereitende Maßnahme" handelt: Zumindest theoretisch kann das Bonner Telekommunikationsunternehmen nach dem Jahresende 2020 das 3G-Netz herunterfahren.

Schon heute hat das 4G-Netz der Telekom eine deutlich größere Flächenabdeckung als das UMTS-Netz. Die wenigen Regionen, die aktuell UMTS, aber keine LTE-Abdeckung haben, sollen bis Ende 2019 verschwinden. Bis dahin soll 4G überall dort funktionieren, wo es derzeit schon Telefonie über GSM gibt.

In einer weiteren Meldung berichten wir über die Pläne der Deutschen Telekom für einen flächendeckenden LTE-Ausbau bis Ende 2019.

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