Engpass

LTE von der Telekom lokal überlastet

Wir berichten darüber, wie Sie auch bei LTE-Überlastungserscheinungen oft mit Highspeed im Internet surfen können. Zudem zeigen wir auf, wie die Netzbetreiber die Situation verbessern können.
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Die Deutsche Telekom baut ihr LTE-Mobilfunknetz kontinuierlich aus. So bietet das Bonner Telekommunikations­unternehmen in ländlichen Regionen oft auch dort eine gute Abdeckung mit dem mobilen Breitband-Netz, wo die Mitbewerber nur mit UMTS oder gar GSM verfügbar sind.

In Großstädten, wo die Telekom zunächst das 4G-Netz auf 1800 und 2600 MHz ausgebaut hat, wird nun verstärkt auch der Frequenzbereich um 800 MHz eingesetzt. Das sorgt für zusätzliche Kapazitäten und vor allem für eine bessere Netzabdeckung innerhalb von Gebäuden.

In Städten oft mehr als 100 MBit/s

Im LTE-Netz der Telekom gibt es ProblemeIm LTE-Netz der Telekom gibt es Probleme Nicht selten werden gerade in Städten mit guter Netzabdeckung Übertragungsraten von mehr als 100 MBit/s im Downstream erreicht. Auch in ländlichen Regionen, in denen die Übertragungsgeschwindigkeit auf maximal knapp 75 MBit/s begrenzt ist, da hier nur ein 10-MHz-Frequenzblock zur Verfügung steht, werden in der Praxis oft zwischen 30 und 50 MBit/s erreicht.

Immer häufiger erreichen unsere Redaktion allerdings auch Leserhinweise auf lokale Überlastungserscheinungen. So stehen örtlich zum Teil weniger als 10 MBit/s zur Verfügung - eine Geschwindigkeit, die selbst im UMTS-Netz normalerweise problemlos erreichbar ist. Oft ist in solchen Fällen auch die Upstream-Geschwindigkeit höher als die Performance im Downstream.

Jüngstes Beispiel aus Sachsen-Anhalt: Hier wurden bei einem Speedtest nur 1,6 MBit/s im Downstream und 3,21 MBit/s im Upstream erreicht. Vor allem die Pingzeit von 117 ms war für Telekom-Verhältnisse ungewöhnlich schlecht. Zugegeben: Das ist ein Einzelfall, aber dieses Beispiel vom vergangenen Wochenende zeigt, dass auch das Telekom-Netz mittlerweile örtlich überlastet ist.

Tipp: Umschalten auf UMTS

Schwache Performance bei NetzüberlastungSchwache Performance bei Netzüberlastung Selbst Mitarbeiter aus Telekom-Kreisen gaben in Hintergrund-Gesprächen schon augenzwinkernd den Tipp, im Zweifel einmal den LTE-Zugang über das Menü des Smartphones abzuschalten und zu testen, ob die Performance über UMTS nicht möglicherweise sogar besser ist. Diese Erfahrung machten wir in Frankfurt am Main bereits bei unserem Netztest 2015.

Den Engpässen im Netz können die Mobilfunk-Netzbetreiber grundsätzlich nur durch einen noch intensiveren Ausbau begegnen. So könnten stark frequentierte eNodeBs, die aktuell nur auf 800 MHz arbeiten, einen zweiten LTE-Träger bekommen, der auf 1800 MHz für zusätzliche Kapazitäten sorgt. Wir haben die Telekom-Pressestelle um eine Stellungnahme zu den zum Teil auftretenden Überlastungen gebeten und werden darüber berichten, sobald wir eine entsprechende Rückmeldung erhalten.

Grundsätzlich hat das Telekom-Netz bei unserem diesjährigen Test einen guten Eindruck hinterlassen. Details haben wir in einer weiteren Meldung zusammengefasst.

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