Ideen fürs M

Deutsche Telekom startet LTE-M

LTE-M ist ein Maschinenstandard, der bei langsameren Datengeschwindigkeiten höhere Reichweite und geringeren Stromverbrauch hat. Für Extrem-Stromsparer gibt's NB-IoT.
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Mit LTE-M können Daten stromsparend übermittelt werden
Mit LTE-M können Daten von Messgeräten, Sensoren, intelligenter Kleidung oder Trackern von Waren, Geräten oder Gütern stromsparend übermittelt werden.
Die Deutsche Telekom bereitet die Markteinführung der sogenannten LTE-M-Netztechnologie vor. Erste Prototypen zeigen schon jetzt die ganze Palette an Einsatzmöglichkeiten: Das Unternehmen stellt heute die Finalisten im LTE-M Prototyping Programm in Wien vor.

Das Programm wurde vom "Telekom-Inkubator" Hubraum in Zusammenarbeit mit der Telekom Tochter T-Systems aufgesetzt. Es baut auf bereits erfolgreich umgesetzten Prototyping-Programmen für NB-IoT (Schmalband Internet der Dinge) Lösungen auf.

LTE-Prototpying

Knapp 150 Start-ups und IoT-Unternehmen aus ganz Europa und den USA bewarben sich für das Hubraum LTE-M Prototyping Programm. 18 Teams aus elf Ländern und 13 Branchen qualifizierten sich für die weitere Zusammenarbeit. Getestet wurden die Prototypen in den LTE-M-Testnetzen in Krakau, Berlin, Reutlingen, Rotterdam oder Wien.

"Wir haben wertvolle Erkenntnisse zur kommerziellen Nutzung von LTE-M gesammelt. Bis Mitte 2019 werden wir LTE-M-Netze in mehreren europäischen Märkten einführen. Damit können unsere Kunden LTE-M-Geräte und Anwendungen entwickeln und testen," erklärt Ingo Hofacker, verantwortlich für das Internet-der-Dinge-Geschäft der Telekom. "LTE-M ist eine spannende, 5G-fähige Technik, die sich ganz natürlich aus der Mobile IoT-Strategie der Deutschen Telekom ergibt. Sie ergänzt die IoT-Landschaft durch eine Reihe von ganz neuen Optionen, wo andere Technologien an ihre Grenzen stoßen."

Was ist LTE-M?

LTE-M ist ein Standard für das Internet der Dinge ("Internet of Things" = IoT) und soll die auf 2G/GSM-GPRS (Paketdaten) oder GSM-SMS (Kurzmitteilungen) basierenden Maschine-zu-Maschine-Kommunikation-Lösung (M2M) ablösen. LTE-M arbeitet wie LTE zellular, die maximale Datengeschwindigkeit ist aber auf 1 MBit/s begrenzt, um Strom zu sparen, da die Module von Batterien oder Akkus versorgt werden. Um noch mehr Energie zu sparen und damit eine Laufzeit von einer Batterieladung bis zu 10 Jahren (!) zu ermöglichen, wurde NB-IoT (NB = NarrowBand = Schmalband) entwickelt.

Was bringt LTE-M?

Die Finalisten beim Hubraum LTE-M Prototyping präsentierten Lösungen für die Bereiche Smart City (intelligente vernetzte Stadt), Wearables (intelligente Kleidung), E-Health (elektronische Gesundsheitsdatenverarbeitung) und Smart Tracking (Verfolgung von Gütern und Gegenständen und theoretisch auch Personen, soweit datenschutzrechtlich erlaubt und erwünscht). Das britische Startup Neebo z.B. stellt ein Wearable für Babys vor: Es lässt sich am Handgelenk eines Neugeborenen befestigen und überwacht dessen Vitalparameter (wie Puls, Blutdruck, Körper-Temperatur).

Das niederländische Unternehmen Babbler schuf eine Tracking-Lösung für die Industrie. Damit lassen sich Frachtcontainer über weite Strecken verfolgen und an einen Sicherheitsalarm anbinden, der bei Diebstahl oder Beschädigung anschlägt.

Sicherheit steht auch bei der deutschen Firma Inshoerance im Mittelpunkt. Sie erfand „smarte“ Einlegesohlen mit Alarmfunktion, die durch Zusammenschlagen der Füße aktiviert wird. Zielgruppe für diese Sicherheitsschuhe sind Arbeitnehmer an gefährlichen Einsatzorten oder Personen mit erhöhtem Entführungsrisiko oder allein lebende Senioren.

LTE-M unterstützt zudem Smart-City- und Smart-Building-Anwendungen wie Strommessung und Klimadatenerfassung. So hat Polisens.io aus Estland Sensoren entwickelt, welche die Luftqualität überwachen. Sie werden an Bussen installiert und liefern eine Übersichtskarte der Luftverschmutzung in der ganzen Stadt.

LTE-M bietet Vorteile und ist für 5G vorbereitet

Die LTE-M-Technologie wurde speziell für die IoT-Anbindung entwickelt und kombiniert die Vorteile aus dem Maschinen- und Sensorennetz Narrowband-IoT (NB-IoT) und der LTE-Technik. Sie zeichnet sich durch eine lange Akkulaufzeit und einen schnellen Datendurchsatz (bis zu 1 MBit/s) aus. Weitere Pluspunkte sind die vernetzte Mobilität (also die Fähigkeit zur verlustfreien Datenübergabe zwischen Zellen), SMS- und künftig auch Sprachtelefonie-Unterstützung (VoLTE). Abdeckung in Gebäuden und zu erwartende Akkulaufzeiten sind fast so gut wie bei NB-IoT.

Verglichen mit LTE hat LTE-M einen erheblich niedrigeren Stromverbrauch und bietet bessere Abdeckung in Gebäuden - bei bis zu 50 Prozent niedrigeren Modulkosten.

Da LTE-M auf dem Standard LTE 3GPP basiert, ist die Technik 5G-fähig und braucht später nur ein Software-Update aus dem Netz. Die weltweite Kooperation 3rd Generation Partnership Project (3GPP), verantwortlich für die Standardisierung von Mobilfunktechnologien, hat zugesagt, dass NB-IoT und LTE-M im Rahmen der 5G-Spezifikationen weiterentwickelt werden und damit langfristig gesichert sind.

Wer sich für das Thema interessiert, findet unter iot.telekom.com oder bei Hubraum weitere Informationen.

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