Mobiles Internet

Kurz-Test: Das leistet LTE 900 von der Telekom

Wir haben LTE 900 von der Deutschen Telekom an einer der ersten in Betrieb genommenen Basisstationen kurz getestet. Dafür hatten wir ein Huawei Mate 9 und ein Apple iPhone SE zur Verfügung.
Aus Bonn berichtet

Spitzen-Über­tragungs­ge­schwindig­keiten von bis zu 35 MBit/s, wie sie nach Telekom-Angaben bei LTE 900 möglich sind, wurden dabei in unserem Test mit dem Huawei Mate 9 und mit dem Apple iPhone SE aber nicht erreicht. Für 2 bis 5 MBit/s im Downstream und 200 bis 600 kBit/s im Upstream reichte es aber. Die Ansprechzeiten lagen im Test zwischen 37 und 53 ms. Mit dieser Performance kann man bequem im Internet surfen, Fotos auf Facebook posten oder per WhatsApp chatten, um nur einige Anwendungsszenarien zu nennen.

LTE 900 in der Praxis LTE 900 in der Praxis
Foto: teltarif.de
Grundsätzlich wäre die bessere Versorgung innerhalb von Gebäuden auch mit LTE 800 möglich. Seit einiger Zeit baut die Telekom auch das 4G-Netz in diesem Frequenzbereich weiter aus. Carrier Aggregation, also die gemeinsame Nutzung der Träger auf 800 und 900 MHz bietet aber wiederum die Möglichkeit, mit mehr als 100 MBit/s zu surfen - oder eben Kapazität für mehr Kunden bei gleichbleibender Übertragungsgeschwindigkeit bereitzustellen.

Endgeräte-Frage nicht endgültig geklärt

Nicht konkret beantworten konnte die Telekom die Frage, welche Endgeräte für das LTE-Band 8, also den Bereich um 900 MHz, überhaupt geeignet sind. Immerhin handelt es sich um einen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt neuen Frequenzbereich für den LTE-Standard. Allerdings beruhigte der Netzbetreiber: "Alle neueren Smartphones sind für LTE 900 geeignet." So ließe sich der neue 4G-Bereich beispielsweise auch mit dem Samsung Galaxy S5 und dem Apple iPhone 5 - beides nicht mehr ganz neue Handys - nutzen.

Im Test buchten sich beide verwendeten Smartphones ins LTE-900-Netz ein. Datenübertragungen waren problemlos möglich und wir konnten auch Voice over LTE (VoLTE) nutzen. Wie bei LTE in den anderen Frequenzbereichen gewohnt, stand bei netzinternen Telefonaten und bei Anrufen ins deutsche Festnetz auch HD Voice, eine deutlich bessere Sprachqualität als bei herkömmlichen Handygesprächen, zur Verfügung.

Mit LTE 900 bald flächendeckendes Breitband-Internet

Neben der besseren Netzabdeckung innerhalb von Gebäuden soll LTE 900 auch dazu dienen, um noch bestehende Versorgungslücken im mobilen Breitbandnetz zu schließen. So hat die Telekom als erster deutscher Mobilfunk-Netzbetreiber angekündigt, bis Ende 2019 überall dort, wo heute schon Handy-Telefonate möglich sind, auch LTE auszubauen. LTE 900 soll dabei eine ähnliche Netzabdeckung wie das GSM-Netz im gleichen Frequenzbereich bekommen.

Nun bleibt es abzuwarten, wie Vodafone und Telefónica auf die Ankündigung der Deutschen Telekom reagieren. Vor allem der LTE-Ausbau der Telefónica bleibt derzeit noch deutlich hinter dem Versorgungsgrad der beiden anderen deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber zurück. Aber auch Vodafone kann auf die Fläche Deutschlands betrachtet nicht ganz mit dem 4G-Ausbau der Telekom mithalten. In einer weiteren Meldung berichten wir darüber, dass auch Vodafone LTE-Pläne für den 900-MHz-Bereich in der Schublade hat, wenn auch mit einem anderen Ansatz als die Telekom.

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