Quartalszahlen

Telekom: 39,145 Millionen aktive SIM-Karten, aber weniger Festnetz-Kunden

551 000 neue Mobilfunk-Verträge in nur einem Quartal meldet die Telekom. Während es im Mobilfunk läuft, macht das Festnetz weiter sorgen. Doch die Telekom kann auf gute VDSL-Zahlen verweisen. Auch der All-IP-Wechsel geht voran und nun gibt es sogar Wechsler-Tarife.
Von Thorsten Neuhetzki

Telekom legt Quartalszahlen vor Telekom legt Quartalszahlen vor
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Die Deutsche Telekom hat ihre Quartalszahlen für das erste Quartal 2014 vorgelegt und kann vor allem in den USA starke Zahlen vermelden. In Deutschland konzentriert sich der Erfolg vor allem auf das Mobilfunknetz. So gewann die Telekom im ersten Quartal 551 000 Mobilfunk-Vertragskunden. 204 000 dieser Verträge wurden unter den Marken Telekom und Congstar gewonnen, der Rest über Provider. Insgesamt zählen die Bonner nun 39,145 Millionen aktive SIM-Karten und damit 2,14 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. 22,1 Millionen dieser Nutzer haben einen Vertrag mit der Telekom, der Rest nutzt eine Prepaid-Karte.

Den höchsten Nettoneuzugang seit Vermarktungsbeginn verzeichnen die Glasfaser-Produkte VDSL und FTTH. Innerhalb der ersten drei Monate dieses Jahres haben sich 222 000 Kunden für einen Glasfaser-Anschluss entschieden, heißt es von der Telekom. Vor einem Jahr waren es im gleichen Zeitraum 156 000. 93 000 dieser Kunden zählt die Telekom jedoch nur auf Wholesale-Basis, im Wesentlichen aufgrund des Kontingentmodells. Die Gesamtzahl der Glasfaser-Anschlüsse kletterte innerhalb eines Jahres um 53 Prozent auf über 1,7 Millionen.

Telekom verliert weiter Festnetzanschlüsse - aber langsamer

Telekom legt Quartalszahlen vor Telekom legt Quartalszahlen vor
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Dennoch bleibt der Breitbandmarkt im klassischen Festnetz unter Druck. Insgesamt hat das Unternehmen 7 000 Breitband-Kunden verloren, gegenüber dem Vergleichszeitraum sind es 89 000 Kunden. Damit hat sich die Entwicklung im Vergleich zu den drei vorangegangenen Quartalen deutlich verbessert. Insgesamt zählt die Telekom 21,2 Millionen Festnetzanschlüsse (911 000 weniger als vor einem Jahr) und 12,354 Millionen Breitbandanschlüsse (12,443 Millionen im Vorjahr). Auch die Zahl der an Mitbewerber vermieteten Leitungen (TAL) ging zurück. Mit nun 9,2 Millionen Leitungen hat das Unternehmen 215 000 Leitungen weniger vermietet als im Vorjahr.

Neue Allnet-Tarife sollen All-IP-Migration beschleunigen

Binnen Jahresfrist hat der Anteil der Festnetz-Kunden mit einem IP-Anschluss deutlich zugenommen. Nach 1,2 Millionen Kunden im Vorjahr sind es nun schon 2,6 Millionen Kunden. Und der Anteil soll weiter zulegen. Die Telekom hat dafür extra spezielle Migrationstarife gestartet, die sogar eine Allnet-Flatrate beinhalten.

Auch der Netzausbau hat weiter Fahrt aufgenommen: Die Abdeckung mit glasfaserbasierten Anschlüssen wuchs im Jahresvergleich von 34 Prozent auf 38 Prozent, beim Mobilfunkstandard LTE erreichte die Bevölkerungsabdeckung schon 74 Prozent nach 50 Prozent vor einem Jahr.

Die Wirtschaftszahlen

Zu den reinen Zahlen: Dank des boomenden US-Geschäfts hat die Deutsche Telekom im ersten Quartal 2014 das Wachstumstempo erhöht. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,0 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. In der organischen Betrachtung, also bereinigt um Veränderungen des Konsolidierungskreises wie die Fusion mit MetroPCS in den USA sowie Währungseffekte, verblieb immer noch ein deutliches Plus von 4,2 Prozent. Das bereinigte EBITDA ging gleichzeitig um 3,9 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zurück, organisch ergab sich hier ein Minus von 8,3 Prozent. Hauptgrund für den Rückgang waren die verstärkten Marktinvestitionen in den USA. Diese führten zu einem Zuwachs von 2,4 Millionen Neukunden zwischen Januar und März.

Mit 1,8 Milliarden Euro war der Konzernüberschuss in den ersten Monaten mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahr. Grund ist der Ertrag aus dem Teilverkauf der Scout24-Gruppe. Bereinigt um diesen Einfluss ergab sich ein Minus von 23,5 Prozent auf 587 Millionen Euro. Hier spiegelt sich der Rückgang des bereinigten EBITDA. Der Free Cashflow ging um 5,3 Prozent auf 983 Millionen Euro zurück.

Auch Mitbewerber o2 hat heute seine Quartalszahlen vorgelegt. Diese finden Sie in einer weiteren Meldung.

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