Kabelnetz-Ausbau

Telekom: 200 MBit/s im TV-Kabel verfügbar, 800 MBit/s geplant

Die Deutsche Telekom bietet mit einigen Wohnungsunternehmen nun Internet per TV-Kabel mit 200 MBit/s. Für die Zukunft werden 800 MBit/s angepeilt. Auch die Umstellung der Hausverkabelung von Koaxialkabel auf Glasfaser soll "einfach" möglich sein.
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Telekom: 200 MBits im TV-Kabel verfügbar
Telekom: 200 MBit/s im TV-Kabel verfügbar
Wenige Internet-Kunden wissen, dass die Deutsche Telekom seit Ende 2011 wieder TV-Kabel­an­schlüsse anbietet, und zwar in Zusammen­arbeit mit der Wohnungs­wirt­schaft. Dazu gehören große Wohnungs­unter­nehmen, aber auch Genossen­schaften. Im Oktober 2015 gab die Telekom bekannt, dank eines stetigen Glas­faser­ausbaus Anschlüsse mit 200 MBit/s per TV-Kabel anbieten zu wollen.

Diese Anschlüsse können nun bestellt werden und die Telekom gibt gleichzeitig einen Ausblick auf die nächste Ausbaustufe im Kabelnetz. Einen Verlierer hat die Sache allerdings - und das ist die Telekom-Tochter congstar. Laut der Discount-Marke werden die Kabel-Internet-Anschlüsse doch nicht wie geplant über congstar vertrieben, sondern über die Telekom selbst.

Das plant die Telekom im TV-Kabel

Auf der Telekom-Seite für die Wohnungswirtschaft schreibt der Netzbetreiber, 12 Milliarden Euro bis Ende 2018 in den Ausbau des Glasfasernetzes investieren zu wollen. Grundsätzlich angeboten werden alle öffentlich-rechtlichen Sender in HD, eine Auswahl digitaler Free-TV-Sender (zum Teil in HD), diverse Fremdsprachensender, ein Sky-Kabel-Portfolio, sowie lokale Sender auch beim analogen Kabel-TV-Empfang.

Wenn die Liegenschaft an das Glasfasernetz der Telekom angeschlossen ist, erhalten die Mieter ab sofort Surf-Geschwindigkeiten von bis zu 200 MBit/s. Außerdem sind ihre Anschlüsse prinzipiell tauglich für kommende Bandbreiten von bis zu 800 MBit/s.

Alle Kabel-Netze der Telekom sind DOCSIS-3.0-fähig und verfügen über 862-MHz- sowie 65-MHz-Rückkanalfähigkeit. In der Regel verlegt die Telekom die Glasfaser bis zum Übergabepunkt im Haus. Denn im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern verlegt die Telekom das Netz auf der sogenannten Netzebene 3 nicht nur zum Verteilerkasten auf der Straße. Die Netze sollen darüber hinaus laut der Telekom auch "einfach" in ein FTTH-Netz umgewandelt werden können, bei dem die Glasfaser bis direkt in die Wohnung führt.

Baum- und Sternstruktur im Vergleich
Baum- und Sternstruktur im Vergleich
Innerhalb eines Objektes kann die Glasfaser-Versorgung der einzelnen Wohneinheiten dann auf zwei unterschiedlichen Wegen erfolgen, und zwar in Baum- oder Sternstruktur. Hierbei ist zu beachten, dass die Baumstruktur zwar eine preiswerte Lösung für die TV-Versorgung ist, einzelne Wohnungen können aber nicht gesperrt werden und das Netz ist für neue interaktive Dienste nur bedingt nutzbar. Dies geht nur mit der Sternstruktur, die bei den einmaligen Installationskosten allerdings teurer ist.

So können Interessenten die Angebote buchen

Kunden, die in der Wohnung eines Kooperationspartners wohnen, können die Verfügbarkeit online im Telekom-Mietershop abfragen. Die Kabel-Kunden haben darüber hinaus ein eigenes Kundencenter. Dort können sich auch die ehemaligen Kabelkunden von congstar einloggen.

Die Vor- und Nachteile von Stern- und Baumstrukturen in der Hausverkabelung haben wir in einem ausführlichen Hintergrund-Artikel erläutert.

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