Kooperation

Telekom & Eutelsat bieten Breitband via Satellit

Zur besseren Versor­gung abge­legener Orte und als Backup in Krisen­situa­tionen wie Natur­kata­stro­phen will die Telekom ab Ende 2021 breit­ban­diges Internet via Satellit anbieten. Dafür wurde eine Koope­ration mit dem Satel­liten­betreiber Eutelsat verein­bart.

Die Deut­sche Telekom und der Satel­liten­betreiber Eutelsat haben eine Verein­barung über die Vermark­tung von Breit­band über Satellit für Deutsch­land getroffen. Im Rahmen dieser Verein­barung will die Telekom laut eigenen Angaben ab Ende 2021 breit­ban­diges Internet via Satellit anbieten.

Tech­nische Basis ist Satellit Konnekt

Tech­nische Basis hierfür sei der Satellit "Konnekt", ein geosta­tio­närer Kommu­nika­tions­satellit, der von Eutelsat betrieben wird. Der Satellit wurde im Januar 2020 ins All beför­dert. Damit können Haus­halte in entle­genen Regionen oder mit begrenztem Zugang zu leis­tungs­starken Netzen profi­tieren. Die Telekom und Eutelsat hätten außerdem verein­bart, über die Erwei­terung der Part­ner­schaft zu spre­chen. Diese engere Zusam­men­arbeit soll dazu führen, dass die Telekom eigene Produkte über die aktu­elle und zukünf­tige Infra­struktur von Eutelsat anbieten kann. Erste Tests zur Satellitenversorgung im Hochwassergebiet in Heimerzheim Erste Tests zur Satellitenversorgung im Hochwassergebiet in Heimerzheim
Foto: Deutsche Telekom
Der im November 2020 in Betrieb genom­mene Eutelsat Konnect verfügt über eine Gesamt­kapa­zität von 75 GBit/s und ist in der Lage, Geschwin­dig­keiten von bis zu 100 MBit/s für Privat­haus­halte und Unter­nehmen anzu­bieten. Der Satellit deckt ganz Deutsch­land sowie 14 weitere euro­päi­sche Länder ab.

Test in Hoch­wasser-Kata­stro­phen-Gebiet

Einen ersten Einsatz testen die Telekom und Eutelsat laut eigenen Angaben derzeit im nord­rhein-west­fäli­schen Swisttal-Heim­erz­heim. Das Fest­netz dort wurde vom Hoch­wasser stark in Mitlei­den­schaft gezogen. Per Satel­liten­ver­bin­dung gibt es nun eine WLAN-Versor­gung am Pfarr­heim des Ortes. Hier ist ein Info-Punkt, an dem Helfer und betrof­fene Einwohner ab sofort kosten­losen Zugang zum Internet haben.

"Wir wollen sowohl im Fest­netz als auch im Mobil­funk führend sein", sagt André Almeida, Geschäfts­führer Privat­kunden der Telekom Deutsch­land GmbH. "Unser Glas­faser­ausbau bleibt einer der wich­tigen Bausteine für die Digi­tali­sie­rung in Deutsch­land. Die Telekom wird in den kommenden Jahren massiv dazu beitragen, die Zahl der Glas­faser­anschlüsse für Haus­halte und Unter­nehmen in Deutsch­land weiter zu stei­gern. Die Koope­ration mit Eutelsat ist eine perfekte Ergän­zung unseres Port­folios. Damit können wir Breit­band über Satellit auch in abge­legenen Gebieten anbieten sowie in Regionen, in denen wir derzeit keine Hoch­geschwin­dig­keits­anschlüsse haben."

"Wir freuen uns, die Deut­sche Telekom als Vertriebs­partner für unser Satel­liten-Breit­band­angebot in Deutsch­land, einem der größten Märkte Europas, gewinnen zu können", sagt Rodolphe Belmer, CEO von Eutelsat, zu der Verein­barung. Diese Art von Verein­barung unter­streiche die Bedeu­tung des Satel­liten als kosten­güns­tige und zuver­läs­sige Infra­struktur, die es ermög­licht, die Reich­weite über den Bereich der terres­tri­schen Netze hinaus auszu­dehnen und eine flächen­deckende Abde­ckung sicher­zustellen. "Nach den Verein­barungen mit Orange in Frank­reich und TIM in Italien ist diese Verein­barung ein weiterer wich­tiger Meilen­stein, der unsere Markt­ein­füh­rungs­stra­tegie in einem dritten wich­tigen Markt in Europa stärkt."

Bessere Alter­native Star­link

Laut Einschät­zung von teltarif.de ist die Koope­ration zwar lobens­wert, bei der Lösung von Eutelsat sind die soge­nannten Ping-Zeiten, also die Zeit zwischen dem Senden eines Daten­pakets über das Internet und der Antwort des Servers, jedoch zu hoch. Als bessere Alter­native hätte sich hier eine Lösung zusammen mit Star­link ange­boten. Das Unter­nehmen erklärte in dieser Woche, dass sein Internet-Satel­liten-Dienst jetzt in ganz Deutsch­land verfügbar ist.

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