Entwicklung

Telekom-Hybrid-Router für Super Vectoring & LTE Cat. 6

Auf einer Veranstaltung von Huawei konnten wir erste Details zum neuen Hybrid-Router der Telekom erfahren. Er ist noch nicht fertig, klar ist aber, dass er Super Vectoring und LTE Cat. 6 beherrschen wird. Erscheinen wird er wohl 2017.
Vom Ultra-Breitband Forum in Frankfurt berichtet
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Aktuelle Hybrid-Router und Vorschau auf den neuen ganz rechts
Aktuelle Hybrid-Router und Vorschau auf den neuen ganz rechts
Für viele deutsche Internet-Kunden, die in der DSL- oder TV-Kabel-Wüste wohnen, ist der Telekom-Hybrid-Anschluss mitunter die einzige Möglichkeit, zuhause überhaupt einen Breit­band­an­schluss zu bekommen. Hierzu stellt die Telekom dem Kunden einen von Huawei entwickelten Hybrid-Router zur Verfügung, der am DSL-Anschluss hängt und bei Bedarf das LTE-Netz zuschaltet.

Die Entwicklung bleibt natürlich nicht stehen: Sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunknetz werden neue Techniken implementiert, die in der Regel einen höheren Downstream bringen. Auf dem Ultra-Broadband Forum in Frankfurt haben wir mit einem Mitarbeiter von Huawei gesprochen, der uns einen Einblick in die Weiterentwicklung des Hybrid-Routers gab.

Super Vectoring und LTE Cat. 6

Einen finalen Telekom-Hybrid-Nachfolge-Router, der marktreif ist, gab es auf der Veranstaltung noch nicht zu sehen, lediglich ein Gehäuse, das eher ein Mockup darstellte als ein fertiges Produkt. Der zuständige Manager von Huawei versicherte uns aber, dass das Gerät im Jahr 2017 marktreif sein soll.

Sowohl bei DSL als auch bei LTE wird der Router Verbesserungen erfahren. Der neue Router wird nicht nur Vectoring unterstützen, wie der aktuelle Hybrid-Router, sondern Super Vectoring. Auch das LTE-Modul wird ersetzt. Statt LTE Cat. 4 wird der neue Router LTE Cat. 6 unterstützen. Huawei und die Telekom haben im Live-Netz der Telekom in der Nähe einer kompatiblen Basisstation mit einer Vorabversion des Routers Downstreamraten von 350 MBit/s gemessen. Theoretisch möglich sein sollen 400 MBit/s bis 550 MBit/s.

Technische Daten des jetzigen und des neuen Routers
Technische Daten des jetzigen und des neuen Routers
Außerdem entwickelt Huawei für den Router zusammen mit der Telekom ein neues System der Bandbreitenkontrolle, dass so noch gar nicht standardisiert ist. Huawei hat die Software allerdings bei einer Standardisierungsorganisation eingereicht, um sie als Standard für Hybridrouter festlegen zu lassen.

Wir sprachen das Problem der zum Teil unzureichenden LTE-Versorgung innerhalb von Gebäuden an, das beim aktuellen Hybrid-Router mitunter dazu führt, dass er entweder am Fenster positioniert oder mit einer LTE-Außenantenne betrieben werden muss. Der Anschluss einer separaten Antenne wird auch beim neuen Hybrid-Router wieder möglich sein, versicherte der Huawei-Sprecher.

Erste Messergebnisse mit dem neuen Hybrid-Router
Erste Messergebnisse mit dem neuen Hybrid-Router
Schließlich fragten wir, warum es überhaupt noch notwendig sein wird, an einem Super-Vectoring-Anschluss, der ja mehr als 100 MBit/s bringt, einen Hybrid-Router zu betreiben. Der Manager von Huawei erklärte, die Gründe seien prinzipiell dieselben wie heute: Auch in der Zukunft werde es Inhalte wie 4K-Videos oder Virtual-Reality-Content geben, was die Leistungsfähigkeit eines Festnetzanschlusses abseits großer Metropolen übersteigen werde. Hier könne - wie auch schon jetzt - durch das Zuschalten von LTE, dann im Standard Cat. 6, überhaupt ermöglicht werden, dass der Kunde diverse Internet-Dienste nutzen kann.

Auf Anfrage erklärte der Manager, eine Implementierung des 700-MHz-Spektrums sei bei der nächsten Generation des Hybrid-Routers noch nicht geplant. Ein Heimrouter sei ohnehin ein "Wegwerfprodukt", das der Kunde durchschnittlich alle zwei Jahre tauscht. Und mit einer kommerziellen Verfügbarkeit von LTE oder 5G über 700 MHz sei nicht vor 2019 zu rechnen.

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