DSL-LTE-Kombi

Bericht: Telekom-Hybridanschlüsse verbrauchen zu viel LTE-Volumen

Die Telekom stört sich laut Medienberichten am hohen Datenverbrauch der Kunden mit einem Hybrid-Anschluss. Möglicherweise wird daher auch die Technik für noch schnellere Hybrid-Internet-Anschlüsse zurückgehalten.
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Die Deutsche Telekom will mit Hybrid-Anschlüssen Festnetz-Kunden in Regionen mit niedrigen DSL-Übertragungsraten schnelle Downloads beim Internet-Zugang ermöglichen. Dafür wird die über den kabelgebundenen Internet-Zugang verfügbare Bandbreite mit dem LTE-Mobilfunknetz kombiniert. Möglich macht dies ein spezieller Hybrid-Router, der die beiden Internet-Zugänge kombiniert und immer dann das 4G-Netz zuschaltet, wenn der Kunde hohe Datenübertragungsraten benötigt.

Nun berichtet das Online-Magazin Golem unter Berufung auf Telekom-Unternehmenskreise, dass sich der Netzbetreiber am hohen Mobilfunk-Datenvolumen stört, das durch die Besitzer solcher Hybrid-Anschlüsse generiert wird. Zudem halte die Telekom eine verbesserte Version des Hybrid-Routers zurück, die höhere Datenübertragungsraten ermöglichen würde. Das aktuelle Modell ist für jeweils bis zu 100 MBit/s über DSL und LTE ausgelegt. Das LTE-Netz der Deutschen Telekom ermöglicht bis zu 300 MBit/s. Für diese höhere Performance seien auch Modems verfügbar.

Die Telekom-Pressestelle dementierte die Golem-Informationen und erklärte, die Vermarktung der Hybrid-Anschlüsse erfolge gezielt in Regionen mit schwacher kabelgebundener Infrastruktur. Der Schwerpunkt liege aber auf DSL und Glasfaser. Allerdings beobachteten auch teltarif.de-Leser schon im Sommer vergangenen Jahres, dass die Hybrid-Anschlüsse teilweise auch in Regionen nicht verfügbar sind, in denen diese einen Geschwindigkeitsschub beim Internet-Zugang der Kunden ermöglichen würden.

Kunden beobachten schwache LTE-Performance in "Hybrid-Regionen"

Zu viel Traffic bei Hybrid-Anschlüssen?Zu viel Traffic bei Hybrid-Anschlüssen? Performance-Engpässe beim mobilen Internet-Zugang, die durch Hybrid-Anschlüsse verursacht werden, sieht die Pressestelle der Deutschen Telekom nicht. Mobilfunkkunden der Bonner Telekommunikationsgesellschaft berichten wiederum zumindest aus dem Rhein-Main-Gebiet, speziell in Gegenden mit Hybrid-Anschlüssen seien niedrigere Datenraten zu beobachten als andernorts. Das kann Zufall sein, zumal es sich bei LTE generell um ein "shared medium" handelt, bei dem sich die Nutzer die verfügbare Bandbreite teilen. Denkbar wäre aber auch ein Zusammenhang mit den Festnetz-Kunden, die das 4G-Netz mitnutzen.

Grundsätzlich ist vorgesehen, dass Hybrid-Kunden nur Restkapazitäten verbrauchen sollen. Sprich: "Echte" Mobilfunk-Nutzer sollen die verfügbaren Kapazitäten bevorzugt nutzen können, während die um LTE erweiterten Festnetz-Anschlüsse nur auf dann noch vorhandene Ressourcen zurückgreifen. Bislang unerforscht ist jedoch, wie gut dieses Bandbreiten-Management in der Praxis funktioniert. Die Telekom will bei Engpässen zudem die Kapazitäten für den mobilen Internet-Zugang erweitern. Grundsätzlich seien die Funkzellen ohnehin großzügig dimensioniert. Die Idee, Mobilfunknetze als Festnetz-Ersatz zu nutzen, ist nicht neu. Auch eventuelle Performance-Engpässe, die durch diese Art der Nutzung verursacht werden, gab es schon in der Vergangenheit. So waren die LTE-Zuhause-Verträge von Vodafone direkt nach Markteinführung inoffiziell ungedrosselt. Das heißt, die Kunden konnten unbegrenzt mit voller Übertragungsgeschwindigkeit surfen. In der Folge kam es zu erheblichen Geschwindigkeitseinbußen. Zum Teil hatten die Kunden nur noch 1 MBit/s und weniger zur Verfügung. Erst nach Umsetzung der in den Tarifen ohnehin vorgesehenen Drosselung besserte sich die Situation. In einem eigenen Beitrag lesen Sie, welche Erfahrungen wir mit einem Telekom-Hybrid-Anschluss gemacht haben.

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