Glasfaser

Erfahrungsbericht: FTTH bei der Telekom

Ein Leser berichtet über seine Erfahrungen mit einem echten Glasfaser­anschluss der Telekom. Von Tücken bei der Buchung, Installation und dem ersten Speedtest.
Von teltarif.de-Leser Marcel Ross
AAA
Teilen (27)

Ein teltarif.de-Leser berichtet über seine Erfahrungen mit FTTH bei der Telekom Ein teltarif.de-Leser berichtet über seine Erfahrungen mit FTTH bei der Telekom Zum Thema "FTTH bei der Telekom" hat uns teltarif.de-Leser Marcel Ross einen Erfahrungsbericht eingesandt, in dem er seine persönlichen Eindrücke beschreibt. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

FTTH steht für "Fiber to the Home". Dies bedeutet im Klartext, dass das Glasfaser­kabel (Fiber) von der Vermittlungsstelle direkt in die Wohnung verlegt wird. Bei VDSL endet das Kabel im KVZ (Kabelverzweiger) und die Signale werden dann über Kupfer an die Kunden weitergeleitet. Mit dieser Technik sind bis 200 MBit/s im Download und bis zu 100 MBit/s Upload möglich. Die Latenzzeit ist auch positiv anzusehen mit 2 bis 4 ms.

Die Technik und Funktionsweise

Bei FTTH wird das Glasfaserkabel direkt bis in die Wohnung verlegt. Das Glasfaserkabel wird dann in einer Art Splitter verlegt, der meistens im Keller hängt und dort werden mehrere Glasfaserkabel in die Wohnung/Zimmer weiterverteilt. Das Glasfaserkabel geht in ein kompatibles Modem. Vom Glasfasermodem werden die Daten dann per Netzwerkkabel an den WLAN-Router übertragen. Anschließend kann der Anwender per WLAN oder LAN mit dem Smartphone oder PC im Internet surfen.

Verfügbarkeit und Bestellung

FTTH ist bei der Telekom in nur sehr wenig ausgebauten speziellen Gebieten buchbar. Als ich in meine Wohnung einzog, befand sich diese in Neu-Isenburg (südlich von Frankfurt am Main) und diese Stadt ist ein FTTH-Gebiet. In einem Telekom-Shop in Frankfurt habe ich meinen Anschluss umgemeldet und wollte auch sagen, dass ich gerne den FTTH-Tarif buchen möchte. Die Mitarbeiter im Shop wussten anfangs gar nichts von einem FTTH-Anschluss oder dem Tarif. Diesen Tarif gibt es auch offiziell nicht, sondern nur als Zusatzoption "MagentaZuhause Speed XL" für fünf Euro mehr als der Magenta Zuhause L buchbar.

Nachdem ich die Mitarbeiter aufgeklärt habe, kam ein paar Tage später die Techniker in die Wohnung und haben das Glasfaserkabel aus dem Keller in die Wohnung in den Gateway gezogen. Als Router konnte ich den Standard-Router Speedport W724 weiterverwenden. Es wurde eine einmalige Bereitstellungsgebühr von 69,90 Euro verlangt. Der Tarif kostet 49,95 Euro - wobei innerhalb der ersten 12 Monate nur 44,95 Euro anfallen. Ein FTTH-Anschluss bei der Telekom kann aber auch seit neuestem in einem normalen "DSL-Gebiet" gebucht werden. Allerdings müssen dafür viele Meter Glasfaser gezogen werden und die Kosten muss der Kunde übernehmen. Das kostet schon hunderte bis tausende Euro.

Leistung und Zufriedenheit

Als alle Kabel fertig verlegt waren, habe ich als Erstes einen Speedtest gestartet und war nur erstaunt über die Latenz­zeit und die Geschwindig­keit. Der Ping liegt im einstelligen Millisekunden-Bereich und eignet sich somit bestens um Online-Games problemlos spielen zu können. Allerdings lassen sich diese Traum-Pingwerte nur erzielen, wenn sich der Nutzer in der Nähe des Servers befindet. Die versprochene Leistung mit 200 MBit/s wurde im Download zudem auch noch übertroffen und ich habe mehr Leistung erhalten. Mit diesem Anschluss ist es auch möglich bis zu fünf Sendungen auf dem Entertain-Receiver in HD aufnehmen zu können und gleichzeitig noch eine Sendung zu schauen. Die Leistung nimmt nicht ab und bei einem parallelen Speedtest kamen immer noch 200 MBit/s raus.

Fazit

Ein FTTH-Anschluss für private Kunden kann schon eine prima Sache sein. Es gibt keine Nachteile und keine hohen Kosten, die der Anwender bei so einem Highspeed-Glasfaseranschluss scheuen müsste. Für Multimedia-Anwendungen ist die Leitung optimal geeignet sowie für die Nutzung mehrerer Anwendungen gleichzeitig. Bei Online-Spielen spielt man mit Bestzeiten und es gibt nie Ausrutscher. Auch wer in einer Großfamilie lebt ist auf einen Glasfaseranschluss angewiesen, da viele Nutzer viel Traffic verbrauchen. Das alles schafft diese Leitung.

Der Preis von knapp 50 Euro (ohne Entertain) ist für die Leistung wirklich akzeptabel. Der einzige Nachteil ist die Verfügbarkeit: Wer in keinem FTTH-Gebiet wohnt und auch nicht hunderte Euro für Verlegung eines Glasfaser­anschlusses ausgeben möchte, muss nach Alternativen suchen.

Als Alternativen kommen die Offerten der Kabelanbieter in Frage. Die schaffen auch hohe Datenraten, aber im Punkt Upload liegt sie weit unter dem Niveau von Glasfaser. Für die Zukunft verspricht die Telekom sogar Datenraten im Gigabit-Bereich: Das heißt, dass ein Fiber-Anschluss sogar 1 GBit/s synchron im Download und Upload erreichen kann.

Dies ist ein Leserartikel und gibt nicht die Meinung der teltarif.de-Redaktion wieder.

Über das Thema Glasfaseranschlüsse haben wir auch in unserer aktuellen teltarif.de-Podcastfolge gesprochen und sind dabei auch auf kommende Entwicklungen eingegangen.

Teilen (27)

Mehr zum Thema Glasfaser