Business

Telekom: Steht Entscheidung über Funkturmverkauf bevor?

Schon länger ist bekannt, dass die Deut­sche Telekom ihr Funk­turm­geschäft verkaufen und zurück­mieten will. Das Geld soll eine Erhö­hung der Anteile an T-Mobile US und den Schul­den­abbau erlauben.

Glaubt man der Wirt­schafts­zei­tung Handels­blatt, dann steht die Deut­sche Telekom in finalen Verhand­lungen zum Verkauf eines Mehr­heits­anteils an ihrem Funk­turm-Geschäft, welches größ­ten­teils in der DFMG zusam­men­gefasst ist. Das will das gewöhn­lich gut infor­mierte Wirt­schafts­blatt "aus Finanz­kreisen" erfahren haben.

Zum Zuge könnte ein Konsor­tium der Finanz­inves­toren KKR, Stone­peak und Global Infra­struc­ture Part­ners (GIP) kommen, sagten mehrere mit der Ange­legen­heit vertraute Personen dem Handels­blatt. Europas "Markt­führer für Mobil­funkin­fra­struktur", das Unter­nehmen Cellnex aus Spanien, sehe sich demnach aus dem Rennen.

Noch keine Entschei­dung

Die DFMG betreibt klassische "Fernsehtürme", Masten und Standorte Die DFMG betreibt klassische "Fernsehtürme", Masten und Standorte
Foto: Deutsche Funkturm Management (DFMG)
Aber: Eine offi­zielle Entschei­dung der Deut­schen Telekom steht indes noch aus. Am Mitt­woch soll sich der Aufsichtsrat mit dem Deal befassen. Zur Dispo­sition steht das Funk­turm-Port­folio der Deut­schen Telekom – eines der größten und attrak­tivsten in Europa. Dazu gehören über 33.000 Stand­orte und deren Wert wird von Bran­chen­ken­nern auf rund 18 Milli­arden Euro taxiert.

Auch Voda­fones Tochter Vantage Towers hatte ursprüng­lich Inter­esse gezeigt. Doch das wäre kartell­recht­lich heikel geworden, wenn die beiden großen Spieler Telekom und Voda­fone "gemein­same Sache" gemacht hätten.

Technik wird nicht verkauft

Beim Verkauf der Türme werden nur die Türme und Liegen­schaften, nicht aber die dort instal­lierte Sende-Technik verkauft. Die gehört weiterhin der Telekom oder anderen Technik-Unter­nehmen, die sich Plätze auf den Türmen oder Stand­orten gemietet haben.

Das Geschäfts­modell der Inves­toren besteht darin, dass eine "neutrale" Turm­gesell­schaft für Konkur­renten der Telekom "inter­essanter" sein könnte und daher einfa­cher zu vermieten wäre.

Geld für USA und Schul­den­abbau

Die Deut­sche Telekom möchte das Geld aus dem "Verkauf" in ihr Enga­gement in den USA bei T-Mobile US und die Reduk­tion der Schul­den­last inves­tieren. Kenner vermuten, dass sich am Ende in der alltäg­lichen Praxis möglichst wenig ändern soll.

Mit dem immer stärker werdenden poli­tischen Druck, endlich die zahl­rei­chen Funk­ver­sor­gungs­löcher zu schließen, sind Turm­gesell­schaften sicher­lich inter­essant, sofern sie genau dort neue Türme hinstellen, wo bislang "nichts" ist. Das gilt und galt aber oft als nicht rentabel, weswegen teil­weise staat­liche Gesell­schaften wie die MIG in Naum­burg oder die FMI des Landes Meck­len­burg-Vorpom­mern selbst Masten bauen lassen, die dann von den Netz­betrei­bern zu nutzen sind.

Neue Mobil­funk-Anbieter wie die 1&1 brau­chen jede Menge neue oder bestehende Stand­orte. Sie werden aber sehr genau darauf achten, dass diese Stand­orte nicht zu teuer werden, weil ihre Markt­chance nur über attrak­tive (= nied­rige) Preise besteht. Das Argu­ment "bessere Netz­qua­lität" zieht bei einem neuen Anbieter über­haupt nicht, weil die Kunden ja noch nicht wissen können, ob das neue Netz wirk­lich besser ist und eher bei einem bereits bekannten Anbieter bleiben, anstatt zu wech­seln.

Was ist nun dran an der Geschichte? Das sagt offi­ziell noch niemand. Die betei­ligten Unter­nehmen wollten sich auf Anfrage des Handels­blatts nicht zu den Infor­mationen äußern.

Wer in ein neues Handy inves­tieren will, kann den Preis­check am Amazon Prime Day machen.

Weitere News zum Thema Business & Geschäftskunden