DSL-Anschlüsse

Telekom: "Wir haben kein Interesse, den Kunden etwas vorzuenthalten"

Die Telekom hält an der Einführung von Volumentarifen fest, wird aber auch immer Flatrates anbieten, betonte ein Telekom-Manager heute auf der Anga Com in Köln. Außerdem hält sein Unternehmen an Managed Services fest.
Von der Anga Com in Köln berichtet Thorsten Neuhetzki
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Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland, sprach auf der Anga Com. "Die Telekom wird weiterhin Flatrates anbieten", sagte Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland auf der ab heute stattfindenden Fachmesse Anga Com in Köln. Dabei spielte er auf die Diskussion um die Datendrossel an, die die Telekom im vergangenen Mai angekündigt hatte. Die Telekom hatte vor, ihre DSL-Flatrate ab einem gewissen Datenvolumen im Monat zu drosseln. Eine Flatrate zu drosseln wurde ihr gerichtlich verboten, nachdem Datenschützer gegen die Bewerbung der Tarife als Flatrate vorgegangen waren. An der Einführung von Volumentarifen hält die Telekom fest.

"Wir haben kein Interesse daran, den Kunden etwas vorzuenthalten," so Hagspihl. Bei der hohen Kundenzahl sei das dann ein falsches Signal an den Kunden, der sich seine Inhalte dann woanders holen würde. Entsprechend verwies Hagspihl auch mit Stolz auf die inzwischen mehr als 100 HD-Sender auf der Entertain-Plattform. Und auch Flatrates werde es weiter geben - aber eben auch Volumentarife. "Der Kunde muss für das zahlen, was er auch bekommen möchte." Damit deutete er an, dass die Flatrates bei der Telekom auch künftig nicht im Discount-Bereich zu haben sein werden, die Volumentarife aber möglichweise günstiger werden könnten. Die Einführung hatte die Telekom aber erst für 2016 angekündigt.

Geschäftsmodelle zur Refinanzierung müssen erlaubt sein

"Wir schaffen für unsere Kunden die Bandbreite und lassen es nicht zu Engpässen kommen", so der Manager. Dafür müssten aber nicht nur die Endkunden zahlen. "Es muss Geschäftsmodelle geben, die eine Refinanzierung des Netzausbaus erlauben." Zudem gebe es Dienste, bei denen Managed Services durchaus vorteilhaft seien, weil sie eben nicht dem Best-Effort-Prinzip und der Netzneutralität unterliegen, sondern durch entsprechende Priorisierung zuverlässig funktionieren. Auf die Frage von Moderator Werner Lauff, ob er damit Dienste wie Spotify meine, die nicht auf ein Datenvolumen des Kunden angerechnet werden, antwortete er nur ausweichend. Er ging eher auf Business-Dienste wie die oft zitierte Telemedizin ein, wo keiner das Scheitern einer OP wegen einem verlorenen Datenpaket riskieren wolle. Zudem nannte er auch Videokonferenzen mit dem Telekom-eigenen System Telepresence. "Ab und an wollen Sie ihren Gesprächspartner ja auch mal sehen", sorgte er für Lacher im Publikum. Warum man dafür aber noch Managed Services braucht, wenn doch das Telekom-Netz doch inzwischen so gut sei, das laut Hagspihl ohnehin keine Engpässe auftreten, ließ er allerdings offen.

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