Vergleich

Die neue Telekom-Festnetz-Allnet-Flat im direkten Vergleich mit dem Wettbewerb

Die Deutsche Telekom bietet seit kurzem eine DSL-Doppel-Flatrate in einer Allnet-Flat-Variante an. Kann die Telekom hier mit den Wett­bewerbern mithalten? Lesen Sie, wer die günstigste Festnetz-Allnet-Flat anbietet und wo die Haken liegen.
Von Thorsten Neuhetzki / Jochen Kleucker
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Vergleichsweise heimlich, still und leise hat die Deutsche Telekom Anfang des Monats ein Produkt eingeführt, das vor einigen Jahren noch undenkbar war: Eine Flatrate für alle Gespräche zu deutschen Festnetz- und Mobilfunk­anschlüs­sen, gekoppelt mit einem DSL- bzw. VDSL-Anschluss samt Internet-Flatrate. Die Deutsche Telekom ist nicht der erste Anbieter, der einen solchen Tarif im Angebot hat. Schon im Dezember 2012 führte ihn easybell ein, auch Mitbewerber o2 hat eine Allnet-Flat im Programm. Doch die Tarife unterscheiden sich voneinander, nicht nur im Preis, sondern auch im Leistungsumfang. Wir haben die drei Anbieter easybell, o2 und Telekom mit ihren Allnet-Flat-Tarifen verglichen.

Grundsätzlich bieten alle drei Anbieter die Tarifvariante in mehreren Breitband-Klassen an. Für eine bessere Vergleichbarkeit haben wir uns entschlossen, nur die beiden Geschwindigkeits­stufen mit 16 und 50 MBit/s im Downstream im Vergleich zu berücksichtigen. Sie dürften auch zu den gängigsten Angeboten gehören. Den VDSL-Tarif-Vergleich finden Sie auf der nächsten Seite.

Telekom-Allnet-Flat mit 16 MBit/s für 43,95 Euro

Telefonieren und Surfen zum Pauschalpreis geht jetzt auch bei der TelekomTelefonieren und Surfen zum Pauschalpreis geht jetzt auch bei der Telekom Bei der Telekom kostet ein 16-MBit/s-DSL-Anschluss samt echter Flatrate sowie einem Telefonanschluss auf IP-Basis, der eine Flatrate für Gespräche in alle deutschen Netze beinhaltet, monatlich 43,95 Euro. Die Telefonpauschale kann auf zwei Leitungen gleichzeitig genutzt werden, zudem gibt es drei Telefonnummern für den Anschluss.

easybell berechnet gerade einmal 29,95 Euro monatlich für die gleiche Leistung wie die Telekom. Mehr noch: Die Anschlusskosten sind mit einmalig 49,95 Euro gegenüber der Telekom mit 69,95 Euro niedriger und die Mindestvertrags­laufzeit liegt bei nur einem Monat gegenüber zwei Jahren bei der Telekom. Eine Datendrossel für den Internet­anschluss gibt es auch bei easybell nicht. Einziger Nachteil für Kunden, die ins Ausland telefonieren: Call by Call ist nicht möglich, die easybell-Minutenpreise sind jedoch nicht so absurd hoch wie bei einigen anderen Anbietern im Festnetzbereich, zu denen auch die Kabelanbieter gehören.

o2 bietet viele verschiedene Varianten an

Bei o2 gibt es zwei Besonderheiten: Einerseits gibt es die Allnet-Flat mit zwei Mindest­vertragslaufzeiten, die sich dann im Weiteren in den Bereitstellungs­kosten und den Kosten für den Zwangsrouter fortsetzen. Und zum anderen gibt es bei o2 ohne Mehrkosten keine echte DSL-Flatrate, sondern eine so genannte Fair Flat mit 300 GB. Das bedeutet, die Kunden können 300 GB pro Monat mit vollem Downstream nutzen, danach wird der Anschluss auf 2 MBit/s im Downstream gedrosselt. Allerdings: Zwei Monate in Folge können diese 300 GB auch über­schritten werden, erst wenn im dritten Monat auch die Grenze überschritten wird, gerät der Kunde in diese Drossel-Klausel - dann jedoch dauerhaft. Umgehen lässt sie sich durch das Hinzubuchen einer Unlimited-Option. Auch diese haben wir in unseren Berechnungen berücksichtigt, macht sie doch pro Monat eine Differenz von 14,99 Euro aus, wenn der Kunde einen unlimitierten Zugang benötigt. Auch beim Telefon gibt es Unterschiede: Zwei Leitungen gibt es nur gegen einen monatlichen Aufpreis von 2,99 Euro.

Die 16-MBit/s-Variante im Vergleich

  Telekom o2 easybell
Call & Surf
Comfort All-Net
DSL All-in M DSL Komplett Allnet
Grundgebühr 43,95 1) 1.-3. Mon.: 14,99
ab 4. Mon.:29,99
29,95
Einrichtung 69,95 0,00 49,99 49,95
Laufzeit 24 Monate 24 Monate 1 Monat 1 Monat
Fest + Mobil inklusive
Internet-Flat unbegrenzt Drosselung ab 300 GB möglich
(Fair Flat)
unbegrenzt
Upgrade-Option - 100 GB: 4,99 / Mon.
Unlimited: 14,99 / Mon.
-
Downstream 16 MBit/s
Upstream 1 MBit/s
Drossel auf - 2 MBit/s -
Telefon-Technik VoIP NGN VoIP
Sprachkanäle 2 1
Mit ISDN-Komfort: 2 (2,99 / Monat)
2
Hard-
ware
WLAN-Router ab 4,94 / Mon. 0,00 49,99 4,50 / Monat
oder einmalig 169,00
HomeBox 19,99 69,99
Kosten über
24 Monate
1072,01 1) 674,76 2) 774,74 2) 768,75
Kosten über
24 Monate
mit Flat-Option
1034,52 2) 1134,50 2)
Stand: 20.05.2014, Preise in Euro.
1) Bei Onlinebuchung: 10 Prozent Rabatt auf die Grundgebühr über 12 Monate.
2) Achtung Zwangsrouter, wird in Gesamtkosten berücksichtigt.
Der Vergleich zeigt, dass easybell und o2 sich preislich recht ähnlich sind. Gerade einmal 5,99 Euro Unterschied macht die Zwei-Jahres-Berechnung beim Anschluss mit einem Monat Mindestlaufzeit aus. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass Kunden bei easybell noch ein Modem oder einen Router kaufen oder mieten müssen (es kann aber auch ein bestehendes Modem genutzt werden) und bei o2 die Datendrossel unter Umständen aktiv wird. Ferner steht o2-Kunden in der berechneten Variante nur eine Telefonleitung zur Verfügung.

Berücksichtigt man nur Tarife mit einer echten Datenflatrate, so ist easybell klarer Preissieger und o2 schiebt sich mit Zwangsrouter und Unlimited-Option auf Platz drei. Die Telekom ist auf zwei Jahre gesehen mehr als 300 Euro teurer als Mitbewerber easybell, kann die Anschlüsse aber dafür bundesweit im DSL-Ausbaugebiet schalten, während easybell auf die Vorleistungen von Telefónica angewiesen ist. Auch bei der Telekom kommen übrigens noch Hardware-Kosten hinzu: Ab 4,94 Euro pro Monat gibt es die Eigenmarke Speedport, ein bestehender Router kann aber auch genutzt werden. easybell vermietet an seine Kunden eine FRITZ!Box ab 4,50 Euro.

Kunden, die höhere Datenraten benötigen, können mit VDSL und bis zu 50 MBit/s im Downstream surfen. Den Vergleich der drei Anbieter mit einer Allnet-Flatrate und VDSL finden Sie auf der nächsten Seite. Überraschend dabei: VDSL ist gar nicht so viel teurer wie allgemein angenommen wird.

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