Ausland

Telekom-EU-Roaming ist Mogelpackung: Telefonie und SMS limitiert

Die Telekom beschränkt in den neuen Tarifen das EU-Roaming. Die Datennutzung ist von der Änderung nicht betroffen. Wir berichten darüber, welche Konsequenzen bei Überschreiten der von der Telekom festgelegten Limits drohen.
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Wie berichtet bietet die Deutsche Telekom ab sofort ihre neuen Smartphone-Tarife an. Dabei ist unter anderem das Roaming in der Ländergruppe 1 inklusive. Konkret bedeutet das, dass die All-inclusive-Option, die bislang in den meisten Tarifen nur gegen Aufpreis erhältlich war, in der monatlichen Grundgebühr bereits enthalten ist.

Die Telekom wirbt damit, dass der Kunde seinen "fürs Surfen, Telefonieren und SMSen aus dem Inland" bekannten Tarif auch im Urlaub verwenden kann. Bislang sprach der Netzbetreiber sogar explizit von der Mitnahme der Dreifach-Flatrate ins Ausland. Ein Blick in die Preisliste des Bonner Telekommunikationsdienstleisters zeigt aber: Ganz so wie von der Telekom beworben kann der EU-Tarif nicht genutzt werden.

Rechnerisch nur knapp über 30 Minuten pro Tag inklusive

Telekom begrenzt EU-RoamingTelekom begrenzt EU-Roaming In der Preisliste zur All-inclusive-Option [Link entfernt] heißt es wörtlich: "In der Roaming-Ländergruppe 1 sind das Telefonieren, Versenden von SMS sowie die Datennutzung im Ausland ausschließlich für eine vorübergehende, private Nutzung zulässig. Daher darf die Nutzung im Ausland eine angemessene Nutzung (1000 Minuten und 1000 SMS pro Monat sowie übertragenes Datenvolumen pro Monat in Höhe des jeweiligen Inlandsdatenvolumens bevor die Bandbreite beschränkt wird) nicht überschreiten."

Das mag auf den ersten Blick nach einem ausreichend dimensionierten Minuten- und SMS-Paket aussehen - auch wenn es nicht die versprochene Flatrate ist. Unter dem Strich können die Kunden aber pro Tag im Durchschnitt nur etwas mehr als 30 Minuten telefonieren, um nur ein Beispiel zu nennen. Das ist ein Wert, den auch ein durchschnittlicher Privatkunde durchaus erreicht, auch wenn sich dieses Limit dadurch relativiert, dass wohl die wenigsten Nutzer einen vollen Monat im Ausland verbringen.

Die Telekom weist in ihrer Preisliste darauf hin, dass eine über diese Begrenzung hinausgehende Auslands-Nutzung eine dem Vertragszweck widersprechende und missbräuchliche Nutzung darstelle. Ein Nachkaufen von zusätzlichem Datenvolumen für die Nutzung im In- und Ausland sei jedoch weiterhin möglich. Verstoße der Kunde gegen diese Nutzungsregeln und stelle die vertragswidrige Nutzung trotz Abmahnung nicht ein, so sei Telekom berechtigt, den Vertrag außerordentlich zu kündigen.

Eine derartige Beschränkung kannte die bisherige All-inclusive-Option nicht. Wer das Feature ab sofort bucht, bindet sich jedoch an diese Limits. Immerhin drohen keine Extrakosten, dafür könnte aber je nach Nutzungsverhalten die Telekom den Vertrag vorzeitig kündigen.

Vodafone limitiert auf 500 Minuten und SMS pro Tag

Vodafone hat für das EU-Roaming in den aktuellen Tarifen die Regelung der bekannten EasyTravel-Optionen übernommen. Demnach ist die Auslandsnutzung auf 500 Minuten und SMS pro Tag beschränkt. Wird dieses Limit überschritten, so fallen für jede weitere Gesprächsminute und SMS jeweils 20 Cent an. 500 Minuten pro Tag sind allerdings immerhin etwas mehr als acht Stunden. Das ist zwar ebenfalls keine Flatrate, sollte für Privatkunden jedoch ausreichend sein.

Von o2 sind bislang keine derartigen Limits für die Nutzung der EU-Roaming-Flat bekannt. Dafür sind hier die SMS-Mitteilungen nicht inklusive und für den Internet-Zugang steht maximal 1 GB Datenvolumen pro Monat zur Verfügung.

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