Ausgebremst

Telekom will bei eSIM keinen Netz-Wechsel zulassen

Mit großer Euphorie erwarten Industrie und Verbraucher die eSIM mit ihren flexiblen Möglichkeiten. Telekom-Chef Timotheus Höttges stellte nun klar: Bei der Telekom wird es unkontrolliert weder Netz- noch Tarifwechsel geben.
AAA
Teilen (20)

Die eSIM beflügelt nicht nur die Phantasie der Industrie und Netzbetreiber, auch Verbraucher erhoffen sich von der fest verbauten SIM-Karte eine einfachere Handhabung von Tarifen, Verträgen und mobilen Internet-Zugängen. Seitens der Telekom wurde die eSIM-Euphorie heute allerdings deutlich gedämpft.

Bereits früher hatten wir kontrovers erörtert, welche Vor- und Nachteile die eSIM mit sich bringen könnte - und welche Gefahren der Technik drohen, sollten die Netzbetreiber sie über Gebühr beschränken. Erst kürzlich haben wir darüber auch im teltarif.de-Podcast diskutiert.

eSIM der Telekom: Kein eigenständiger Vertragswechsel

Funktionsweise der eSIM bei der TelekomFunktionsweise der eSIM bei der Telekom Die Telekom plant - wie berichtet -, die eSIM noch in diesem Jahr einzuführen, und zwar überwiegend für die Maschinenkommunikation. Bei der heutigen Telekom-Pressekonferenz verkündete Telekom-Chef Timotheus Höttges allerdings Absichten der Telekom, die den Nutzern kaum schmecken dürften.

Der Kunde soll beispielsweise nicht zwischen unterschiedlichen Mobilfunk-Netzen hin- und herwechseln können. Käufer eines Geräts mit einer eSIM der Telekom wären dann also ein- für allemal auf das Telekom-Netz und die darin realisierten Tarifmodelle festgelegt. Das nicht-autorisierte Entfernen von Nutzungsbeschränkungen, beispielsweise durch Jailbreaks oder auch andere Technologien zur Umgehung der Festeinstellung des Netzes könnten nicht eingesetzt werden.

Selbst innerhalb des Telekom-Netzes soll keine freie Tarifwahl möglich sein. Dies wird die Flexibilität der Nutzer sehr stark einschränken. Nach den heutigen Erläuterungen wäre die eSIM der Telekom dann lediglich eine fest verbaute Form der SIM-Karte, die dem Nutzer keinerlei Spielraum lässt, da alle Tarif-Änderungen wie bei den jetzigen Vertragsmodellen über eine Kontaktaufnahme mit dem Netzbetreiber oder Provider durchgeführt werden müssen. Nicht klar ist bislang, wer dann überhaupt eine Autorisierung erhält, auf die auf der eSIM gespeicherten Daten zuzugreifen und diese gegebenenfalls zu ändern. Es ist zu vermuten, dass die Telekom diesen Schritt überwiegend mit Sicherheitsbedenken begründet.

Heute hatte die Telekom ihre Quartalszahlen für den Jahresauftakt 2016 vorgelegt. 2500 neue Handyverträge pro Tag sind ein Ergebnis aus dem Mobilfunk-Sektor, 660 000 neue VDSL-Anschlüsse binnen drei Monaten ein Ergebnis aus dem Festnetz-Bereich. Außerdem versprach Telekom-Chef Höttges 250 MBit/s flächendeckend.

Teilen (20)

Mehr zum Thema Telekom Mobilfunk