T-DSL

Der Tarifcheck: T-DSL in Zeiten der DSL-Komplettpakete

T-DSL-Anschlüsse können nicht mehr online bestellt werden
Von Björn Brodersen
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In Zeiten der DSL-Komplettpakete und der Flatrate fristen die T-DSL-Anschlüsse nur noch ein Schattendasein. Da der Nutzer nicht nur für den Telefonanschluss und den DSL-Anschluss der Deutschen Telekom zahlen muss sondern auch noch für den Internetzugang eines bestimmten Internetproviders, schneidet diese DSL-Variante in der Regel im Preisvergleich schlecht ab. In Verbindung mit der DSL Flat der Telekom-Marke T-Online zahlt der Kunde so mindestens 47,37 Euro pro Monat an Grundkosten. DSL-Komplettpakete für Einsteiger finden sich schon für unter 20 Euro pro Monat. Es gibt aber offenbar Gründe für manche Internetnutzer, dennoch an ihrem T-DSL-Anschluss festzuhalten.

Größere Flexibilität für T-DSL-Nutzer bei Tarifwahl

Einer dieser Gründe kann die größere Flexibilität bei der Tarifwahl als bei vielen alternativen DSL-Angeboten sein: Internetnutzer mit einem T-DSL-Anschluss der Deutschen Telekom können bei Bedarf ihren DSL-Anschluss mit einer Frist von sechs Werktagen sofort wieder kündigen. Damit eignen sich die T-DSL-Anschlüsse für diejenigen Nutzer, die sich nicht ein oder gar zwei Jahre lang an ein DSL-Paket binden sondern den Breitband-Internetanschluss nur für kürzere Zeit nutzen wollen. Allerdings erkaufen sich die T-DSL-Nutzer diese größere Freiheit mit hohen Einstiegskosten von 99,95 Euro für die Bereitstellung des DSL-Anschlusses. Wer noch keinen Telefonanschluss hat, zahlt weitere 59,95 Euro an die Telekom für Einrichtung des Festnetz-Telefonanschlusses.

Zwar bieten auch alternative DSL-Anbieter wie etwa HanseNet (Alice) oder die Telekom-Tochter congstar ihre DSL-Anschlusspakete mit nur rund einem Monat Mindestvertragslaufzeit an. Doch deren DSL-Anschlusspakete sind entweder nicht bundesweit verfügbar oder basieren auf Next Generation Networks (NGN). Das heißt, der Kunde telefoniert bei diesen Anbietern außerhalb des eigenen Netzausbaugebiets – bei congstar sogar in jedem Fall – nicht mehr über den herkömmlichen Festnetz-Telefonanschluss sondern über die Breitband-Internetleitung. Noch kennen viele DSL-Nutzer diese Telefonanschluss-Variante nicht oder vertrauen ihr nicht.

envacom-DSL-Kunden können zusätzlich keine alternativen Internetzugänge mehr nutzen

Nutzer eines T-DSL-Anschlusses können auch unter verschiedenen Internetzugängen wählen, die Bandbreite reicht von By-Call-Zugängen über Zeit- oder Volumentarife bis hin zu Surf-Flatrates vieler verschiedener Provider. Teilweise erhalten die Kunden hier auch kleineres Inklusivvolumen in grundgebührfreien Tarifen. Allerdings sind Gratis-Zugänge für T-DSL mit kleinem Inklusivvolumen inzwischen fast gänzlich vom Markt verschwunden. Einen solchen grundgebührfreien 1-GB-Tarif hat mit 1GBfrei noch der Provider Cityweb im Programm. Dieser Tarif eignet sich zum Beispiel für Gelegenheitssurfer, die ab und an nur ihre E-Mails abrufen und normal auf Internetseiten surfen oder online die neuesten Nachrichten lesen, dabei aber mit DSL-Geschwindigkeit im Netz unterwegs sein wollen. Diese Tarife sind teilweise auch als Zweitzugang beliebt, um das monatliche Inklusivvolumen eines anderen Internetzugangs noch etwas zu erhöhen.

Anbieter von DSL-Komplettpaketen schließen inzwischen häufig technisch aus, dass ihre Anschlusskunden über die kostenfreien Zugänge anderer T-DSL-Provider im Internet surfen. Für Verärgerung unter den Kunden hatte beispielsweise im vergangenen Herbst bei den DSL-Anbietern envacom und Fireline Networks die Umstellung des Telekom-Vorleistungsprodukts durch den Reseller freenet von Resale-DSL auf IP Bitstream Access Shared gesorgt. Für die von der unangekündigt vorgenommenen Umstellung überraschten Kunden der Re-Reseller fiel damit von einem Tag auf den anderen die Möglichkeit weg, zusätzliche alternative Internetzugänge an ihrem DSL-Anschluss nutzen zu können.

Beliebt war der zusätzliche Internetzugang vor allem bei Nutzern der VoIP-Flatrate von Fireline Networks. Wie berichtet ist in dem 5,95 Euro pro Monat teuren Anschlusspaket DSL Home nur ein monatliches Datenvolumen von 500 MB inklusive. Dabei berechnet Fireline Networks auch das durch die VoIP-Telefonate anfallende Datenvolumen (ungefähr 70 bis 80 MB pro Stunde), ab dem 501. Megabyte im Monat zahlt der Kunde 1,5 Cent pro Megabyte. Um diese Zusatzkosten zu umgehen, suchten etliche Fireline-Networks-Kunden nach alternativen, möglichst grundgebührfreien Internetzugängen mit Inklusivvolumen. In den aktuellen AGB untersagt envacom bzw. Fireline Networks die Nutzung alternativer Zugänge an einem envacom-DSL-Internetzugang ohne monatliche Grundgebühr.

Wie viel kleine Volumenzugangstarife für den T-DSL-Anschluss und die Einsteiger-Anschlüsse der alternativen DSL-Anbieter kosten, erfahren Sie auf der folgenden Seite dieses Artikels.

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