Flatrate-Begrenzung

Deutsche Telekom macht Ernst: DSL-Tarife werden gedrosselt

Gerüchte zur Datendrossel bei DSL und VDSL offiziell bestätigt

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Die Deutsche Telekom bestätigt die seit einem Monat kursierenden Gerüchte und bietet keine unlimiterten Internet-Zugänge im Festnetz mehr an. DSL-Kunden müssen sich mit einem Datenvolumen von 75 GB im Monat zufrieden geben.

Was im Mobilfunk seit Jahren Standard ist, blüht nun auch Festnetz-Kunden. Gemeint ist der Blick auf den Traffic-Zähler, den Flatrate-Nutzer bisher nicht einmal bei den VDSL-Tarifen riskieren mussten. Denn dort war die Drosselung zwar bisher schon vertraglich verankert, wurde aber technisch nicht praktiziert.

Bei DSL 16 000 ist nach 75 GB Schluss mit Highspeed

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In ihrer heutigen Mitteilung gibt die Telekom bekannt, was sich mit den neuen Leistungsbeschreibungen, die ab 2. Mai in Kraft treten ändert: Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 MBit/s werden ab Erreichen eines monatlichen Datenvolumens von 75 GB auf eine Geschwindigkeit von 384 kBit/s gedrosselt. Bei Tarifen mit Geschwindigkeiten bis zu 50 MBit/s zieht die Deutsche Telekom die Reißleine bei einem Datenvolumen von 200 GB. Eine Grenze von 300 GB wird für alle Internet-Tarife bis zu 100 MBit/s im Downstream festgesetzt, und bei Tarifen mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 MBit/s ist nach 400 GB monatlich Schluss mit Highspeed-Surfen.

"Wir wollen den Kunden auch in Zukunft das beste Netz bieten und dafür investieren wir weiterhin Milliarden. Immer höhere Bandbreiten lassen sich aber nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren. Den Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen werden wir in Zukunft mehr berechnen müssen", betont Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland.

Bestehende Verträge sollen vorerst nicht betroffen sein

Bestehende Verträge sollen von den Änderungen nicht betroffen sein. Wann der Konzern die Geschwindigkeitsreduzierung tatsächlich einführt, hängt nach Unternehmensangaben von der "Verkehrsentwicklung im Internet" ab. "Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Limitierung technisch nicht vor 2016 umsetzen", äußerte Hagspihl in der offiziellen Pressemitteilung. Sobald die Limitierung technisch umgesetzt wird, können Kunden nach Informationen der Telekom über Zubuchoptionen weiteres Hochgeschwindigkeits-Volumen hinzubuchen.

In einer weiteren Meldung erläutern wir, welche Nutzergruppen nur zum Teil von der neu eingeführten Drosselung im Festnetz betroffen sind und welche Anwender und Internetdienste am stärksten von der Drosselung betroffen sein werden.

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