Toter Gaul

Deutsche Telekom schließt alle De-Mail-Postfächer

Telekom-Chef Höttges hatte die De-Mail als "toten Gaul" bezeichnet - nun ist Schluss: Ende August schließen die De-Mail-Post­fächer der Telekom. Das müssen die Nutzer beachten.

Vor 10 Jahren galt sie als das Nonplus­ultra einer rechts­sicheren Kommu­nika­tion und als zukünf­tiger Ersatz für das Einschreiben per Brief: Die De-Mail, die ausschließ­lich von hierfür staat­lich zerti­fizierten Unter­nehmen ange­boten werden darf. Doch das System hat sich so gut wie gar nicht durch­gesetzt - Telekom-Chef Höttges hatte sie 2021 sogar wenig schmei­chel­haft als "toten Gaul" bezeichnet.

Kurz danach folgte die Kündi­gung: Im August 2021 kündigte die Telekom als erster Anbieter allen ihren De-Mail-Kunden mit der Frist von einem Jahr. In der Zeit von 1. bis einschließ­lich 8. August sendet die Telekom nun aktuell den verblie­benen Kunden eine De-Mail und erin­nern sie an das Datum der finalen De-Mail-Konto­auf­lösung drei Monate nach Vertrags­ende am 31. August. De-Mail-Postfächer der Telekom schließen De-Mail-Postfächer der Telekom schließen
Bild: Telekom
Ab dem 1. September beginnt für alle De-Mail Kunden der Telekom dann die so genante "Vorhal­tephase": In diesem Zeit­raum von drei Monaten können die De-Mail-Konten von den Nutzern nur noch im Lese­modus und für die Daten­siche­rung verwendet werden. Ein Versenden und Empfangen von De-Mails ist nicht mehr möglich. Ende November werden die Post­fächer dann endgültig abge­schaltet.

Letzte De-Mail an die verblie­benen Nutzer

In der vermut­lich letzten De-Mail der Telekom an ihre Kunden heißt es:

De-Mail: Ihr Vertrag endet bald. Sehr geehrter Nutzer, sehr geehrte Nutzerin, wir möchten Sie daran erin­nern, dass am 31. August 2022 Ihr De-Mail-Vertrag endet. Das bedeutet, dass Sie ab dem 1. September 2022 keine De-Mails mehr versenden oder empfangen können.

Sichern Sie Ihre Daten! Sie haben ab Vertrags­ende noch drei Monate Zugriff auf Ihr De-Mail-Konto und die in Ihren Post­fächern abge­legten Nach­richten, um diese einsehen, herun­ter­laden und sichern zu können. Während dieser Vorhal­tephase steht Ihnen eine Daten­siche­rungs­funk­tion zur Verfü­gung mithilfe derer Sie Ihr gesamtes Post­fach oder einzelne Ordner und De-Mails expor­tieren können. Nach diesem Über­gangs­zeit­raum werden Ihr De-Mail-Konto und alle Inhalte inkl. aller De-Mails unwie­der­bring­lich gelöscht.

Hinweis für Privat­kunden: Falls Sie eine Daten­siche­rung durch­führen möchten, stellen Sie sicher, dass Sie sich mit Authen­tifi­zie­rungs­niveau "hoch" für die Durch­füh­rung der Daten­siche­rung anmelden können.

Hinweis für Geschäfts­kunden: Falls Sie eine Daten­siche­rung durch­führen möchten, stellen Sie sicher, dass einem Nutzer Ihres De-Mail-Kontos die Rollen­erwei­terung "Archivar" zuge­ordnet wurde und dieser sich mit Authen­tifi­zie­rungs­niveau "hoch" für die Durch­füh­rung der Daten­siche­rung anmelden kann. Über­prüfen Sie, dass die vertre­tungs­berech­tigten Personen aktuell sind und sich eben­falls mit Authen­tifi­zie­rungs­niveau "hoch" anmelden können.

Adresse verfällt - kein Umzug möglich

Auf einer FAQ-Seite schreibt die Telekom, dass sie kein alter­natives Produkt im De-Mail-Verbund mehr anbieten werde. Wer De-Mail weiterhin nutzen wolle, solle ein Konto bei einem anderen De-Mail-Diens­tean­bieter eröffnen. Für Privat­kunden gibt es das nur noch bei GMX, Web.de und der FP Digital Busi­ness Solu­tions GmbH (ehemals Mentana-Claim­soft).

Da die De-Mail-Adresse bei Privat­per­sonen immer einen anbie­ter­spe­zifi­schen Zusatz wie beispiels­weise "t-online" enthält, kann diese nicht zu einem anderen Anbieter umge­zogen werden.

Wer von einem Free­mailer zu einem sicheren E-Mail-Dienst wech­seln möchte, sollte nicht nur auf die Möglich­keit der Verschlüs­selung achten. Auch der Server-Standort und die Bezahl­verfahren sind wichtig. Wir stellen sichere Dienste vor.

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