De-Mail vs. E-Postbrief

Telekom: Die De-Mail kommt im Frühjahr 2012

Der E-Postbrief bekommt Konkurrenz
Von Hans-Georg Kluge
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Immer wieder musste der Start der De-Mail verschoben werden. Wie die FAZ jetzt berichtet, soll es nun im Frühjahr 2012 so weit sein. Die Deutsche Telekom, United Internet und Francotyp Postalia planen den Start der De-Mail. Das gesamte System soll auf der CeBIT im März 2012 vorgestellt werden. Diese, von der Bundesregierung im Bürgerportalgesetz vorgesehene Plattform, erlaubt es verschiedenen Anbietern, eigene Dienste rund um das Versenden von Online-Briefen zu starten. Diese müssen dann allerdings vom Bundesamt für Sicherheit akkreditiert werden.

Telekom: Die De-Mail kommt im Frühjahr 2012Telekom: Die De-Mail kommt im Frühjahr 2012 Das Interesse an der De-Mail sei sehr groß, wie der Projektleiter der Telekom, Jens Mayer, der FAZ sagte. Mehr als eine Million Interessenten haben Telekom und United Internet bereits registriert, darunter sowohl Privatkunden als auch Unternehmen. Obwohl sich das Gesetz verzögerte, ist die Deutsche Post frühzeitig - bereits Mitte 2010 - mit ihrem eigenen System, dem "E-Postbrief", an den Markt gegangen. Dieses System ist allerdings nicht akkreditiert, so dass das Angebot einige Eigenschaften nicht anbietet.

Die De-Mail soll mehr bieten...

Die Konkurrenz durch die De-Mail will dies ändern. Mit dieser soll es möglich sein, eine Sendung mit qualifizierter elektronischer Signatur zu verfassen, womit auch die Zustellung amtlicher Schriftstücke und gerichtlicher Unterlagen ermöglicht wird.

Die für den Verbraucher wichtigste Eigenschaft der De-Mail ist, dass die Anbieter untereinander Sendungen austauschen und zustellen müssen. Damit spielt es für den Kunden keine Rolle, welchen Anbieter er verwendet. Die Telekom ist laut FAZ mit United Internet und Francotyp Postalia im Kontakt, um solche Schnittstellen zu definieren. Die Deutsche Post beteiligt sich daran allerdings nicht, wird aber möglicherweise ihr eigenes System zu gegebener Zeit öffnen.

Eine Dienstleistung wird es mit der De-Mail allerdings nicht geben. Es sei mit den Zertifizierungsvorgaben nicht vereinbar, elektronische Sendungen für Offline-Kunden auszudrucken, wie die FAZ von Jens Mayer erfahren hat. Die Sendungen werden daher durchgängig entweder digital oder konventionell auf Papier zugestellt. Um die Portokosten für Geschäftskunden zu optimieren, werde die Telekom mit lokalen Zustellunternehmen zusammenarbeiten.

... und weniger kosten

Die Deutsche Post verlangt zur Zeit 55 Cent pro Sendung, was dem Porto eines Standardbriefes entspricht. Diesen Preis wollen die Konkurrenten des E-Postbriefes deutlich unterbieten. Die Anmeldung erfolgt für Kunden kostenlos und in der Einführungsphase wird es wahrscheinlich auch ein Freikontingent geben.

Von der Marketing-Kampagne der Deutschen Post wollen die Anbieter der De-Mail profitieren. Die Werbemaßnahmen der Deutschen Post hätten dem Thema gut getan, sagte Jens Mayer der FAZ und so hoffen die Anbieter der De-Mail auf einen leichteren Markteinstieg. Die Telekom plant, mit eigenem Marketing vor allem Online-Nutzer anzusprechen und auf 'Offline-Werbung' weitgehend zu verzichten.

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