Traffic-Limit

Vodafone und Unitymedia distanzieren sich von Datendrosselung

Lohnt sich für Power-Nutzer der Wechsel zu einem anderen Provider?

Vodafone und Unitymedia distanzieren sich von Datendrosselung Vodafone und Unitymedia distanzieren sich von Datendrosselung
@ Pavel Morozov - Fotolia.com
Unitymedia und Vodafone planen wohl keine Einführung einer Bandbreiten-Drosselung, so wie das die Telekom gestern für ihre DSL- und VDSL-Zugänge verkündet hat. Insbesondere Vodafone wurde vorgeworfen, nach geheimen Verhandlungen dem Telekom-Beispiel zu folgen.

Die Einführung einer Drosselung der Breitbandgeschwindigkeit auf 384 kBit/s nach Erreichen eines monatlichen Traffic-Limits bei der Telekom schlägt seit gestern hohe Wellen in der Branche. Insbesondere ist es für viele Power-Nutzer momentan völlig unklar, wie sie sich nach der technischen Realisierung der Drosselung im Jahr 2016 verhalten sollen. Lohnt es sich, zu einem alternativen Anbieter zu wechseln oder wird den Nutzer dort bald dasselbe Schicksal ereilen?

Vodafone wurden Geheim-Absprachen mit der Telekom unterstellt

Vodafone und Unitymedia distanzieren sich von Datendrosselung Vodafone und Unitymedia distanzieren sich von Datendrosselung
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Der üblicherweise gut informierte Blog netzpolitik.org hat darüber berichtet, dass Vodafone bei der Bandbreitendrosselung dem Beispiel der Telekom folgen wolle. Der Blog hätte "bereits die Information, dass die Deutsche Telekom in Verhandlungen mit anderen Marktteilnehmern steht, um nicht alleine diesen Schritt zu gehen." Dahinter steckt der unverhohlene Vorwurf eines Verstoßes gegen kartellrechtliche Vorschriften.

Gegenüber teltarif.de hat Vodafone mitgeteilt, dass keine Pläne für eine Bandbreitendrosselung seiner Internet-Zugänge im Festnetz bestehen. In diversen Medien wirft Vodafone den Autoren von netzpolitik.org "unsaubere Arbeit" vor.

Auch der Vorwurf eines "Angriffs auf die Netzneutralität" steht durch die Telekom-Mitteilung wieder im Raum, wobei auch diese Formulierung missverständlich ist. Denn in Deutschland gibt es bislang keine gesetzliche Verpflichtung für die Netzbetreiber und Provider, alle Datenprotokolle im Internet gleichberechtigt zu behandeln. Natürlich wäre es spätestens jetzt an der Zeit, dass die Politik sich mit dem Thema beschäftigt.

Unterschiedliche Ansätze bei Kabelanbietern

Auch Unitymedia KabelBW hat sich bereits gegenüber diversen Medien geäußert und mitgeteilt, dass keine Pläne für eine Drosselung der Internetgeschwindigkeit bestünden.

Bei Kabel Deutschland ist die Bandbreitendrosselung allerdings schon seit einiger Zeit ein Thema: Der Kabel-Internet-Anbieter drosselt Bestands- und Neukunden, wenn pro Tag ein Datenvolumen von 10 GB überschritten wird. Für diese Berechnung herangezogen und gedrosselt wird allerdings nur per Filesharing generierter Traffic. Aktuell wird eine Drosselung erst ab einem Gesamtdatenvolumen von 60 GB pro Tag durchgeführt.

Nachdem der DSL-Markt preislich in den vergangenen Jahren praktisch kaum noch in Bewegung war, bleibt abzuwarten, ob das Thema "Drosselung oder nicht" zu einer neuen Kunden-Wanderungsbewegung führen wird. Es ist zu erwarten, dass Provider, die sich momentan von einer Bandbreitendrosselung distanzieren, damit bewusst neue Kunden anlocken möchten. Da es sich dabei allerdings überwiegend um Power-Nutzer handeln wird, ist fraglich, ob sich die Preisgestaltung dieser Provider weiterhin rechnet und ob ihre Infrastruktur auf einen solchen Ansturm vorbereitet wäre.

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