Auto-Hotspot

Telekom CarConnect: Der Hotspot mit 10 GB-Tarif im Test

Die Telekom bietet mit CarConnect einen 10-GB-LTE-Tarif für unter 10 Euro zur Nutzung im Auto an. Wir haben das System einem Test unterzogen.

Wie berichtet bietet die Deutsche Telekom seit einigen Wochen ihr CarConnect-Produkt an. Dabei handelt es sich um ein Paket aus einem Adapter für den OBD-2-Anschluss des Autos und einem Datentarif, der zum Monatspreis von 9,95 Euro 10 GB ungedrosseltes Datenvolumen bietet. Die ursprünglich bis 31. Dezember laufende Einführungsaktion wurde bis zum 31. Januar 2018 verlängert. Bis dahin ist CarConnect mit Vertrag für 1 Euro erhältlich. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Produkt online oder im stationären Handel erworben wird. Danach soll der Preis - sofern die Aktion nicht erneut verlängert wird - auf 49,95 Euro steigen.

CarConnect via OBD2-Adapter CarConnect via OBD2-Adapter Als Vertrag bekommen Kunden die CombiCard Car 10, die für einen Monatspreis von 9,95 Euro jeweils 10 GB Datenvolumen bietet. Der Preis gilt allerdings nur, wenn der Kunde bereits einen Telekom-Vertrag besitzt. Andernfalls kostet der CombiCard-Car-Tarif 29,95 Euro pro Monat. Der Adapter setzt den mobilen Internet-Zugang in einem WLAN-Hotspot um. Wir haben Telekom CarConnect in den vergangenen Wochen einem Test unterzogen.

Zum Lieferumfang gehört neben dem Car-Connect-Adapter auch eine Kurzanleitung. In unserem Fall war die SIM-Karte für den Datentarif schon im Adapter eingelegt. Kunden, die CarConnect regulär bestellen, bekommen diese aber separat zugeschickt, sodass die Betreiberkarte noch in den Adapter eingelegt werden muss, um die Netzverbindung herzustellen.

So wird CarConnect in Betrieb genommen

Zur Inbetriebnahme muss zunächst die CarConnect-App aus dem Google Play Store bzw. aus dem AppStore von Apple heruntergeladen werden. Bei der ersten Inbetriebnahme muss sich der Kunde in der App erstmalig registrieren und anschließend den Code auf dem OBD-2-Adapter einscannen. Anschließend kann der CarConnect-Adapter in den OBD-2-Anschluss des Fahrzeugs gesteckt werden.

Lieferumfang des CarConnect-Sets Lieferumfang des CarConnect-Sets Wie bei der o2 Car Connection, die im Jahr 2014 vorgestellt und an Kunden verkauft wurde, basiert auch das Telekom-CarConnect auf einem Modul, dass die OBD-2-Schnittstelle im Auto verwendet. OBD ist ein Fahrzeugdiagnose-System, mit dem vor allem abgasrelevante System im Fahrzeug überwacht werden. Auftretende Fehler werden dem Fahrer über eine entsprechende Kontrollleuchte im Cockpit signalisiert und solange im Steuergerät gespeichert, bis der Fehler behoben und gelöscht wurde oder - bei weniger schwerwiegenden Fehlern - bis dieser eine bestimmte Zeit lang nicht erneut aufgetreten ist. Das System wurde bereits Ende der 80er Jahre in den USA eingeführt, seit 2001 (Benzin) bzw. 2004 (Diesel) ist es auch für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge vorgeschrieben. Wie damals die o2 Car Connection soll auch das Telekom CarConnect allerdings erst mit Fahrzeugen ab Baujahr 2006 zuverlässig funktionieren. Die Telekom bietet auf ihrer CarConnect-Seite eine Abfrage, mit der vorab in Erfahrung gebracht werden kann, ob das eigene Fahrzeug kompatibel ist. Unser Test-Fahrzeug wurde zwar gelistet, aber "leider nicht getestet". Da es sich bei OBD aber um ein standardisiertes System handelt, sollte CarConnect bei allen Autos ab Baujahr 2006 funktionieren.

CarConnect OBD2-Adapter CarConnect OBD2-Adapter Im Test wurde unser Auto korrekt erkannt, sodass die Daten des Fahrzeugs von der App übernommen wurden. Optional lässt sich noch der aktuelle Kilometerstand eintragen. Aktualisiert wird dieser anschließend dann automatisch. Der WLAN-Hotspot, den der CarConnect-Adapter bereitstellt, ist nach der Inbetriebnahme sofort aktiv. Die Zugangsdaten sind direkt auf dem Adapter oder in der App zu finden. Über das Programm auf dem Smartphone können SSID und Passwort auch geändert werden.

Diese Features bietet die App

Die App informiert über Fehler in der Motorelektronik und den Zustand der Batterie. Dazu gibt es detaillierte Informationen zu allen Fahrten wie Abfahrt und Ankunft, die Strecke, Hinweise zu starken Brems- oder Beschleunigungsvorgängen und Fahrstatistiken. CarConnect kann zudem bei Bedarf Notfall-SMS verschicken. Dazu muss über die App der zu benachrichtigende Kontakt angegeben werden.

Übersicht der CarConnect-App Übersicht der CarConnect-App Ein weiteres Feature sind Geofences. Das heißt, der Nutzer kann sich benachrichtigen lassen, wenn das Fahrzeug bestimmte Bereiche passiert. Benachrichtigungen können zudem zu verschiedenen Events eingerichtet werden, etwa bei jeder Abfahrt, bei jeder Ankunft oder bei Überschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit. Nicht zuletzt lassen sich die über das CarConnect-System gesammelten Daten auch exportieren.

So macht sich CarConnect in der Praxis

Einmal eingerichtet funktioniert CarConnect problemlos, ohne dass hierfür weitere administrative Tätigkeiten erforderlich sind. Der WLAN-Zugang wird mit der Zündung automatisch aktiviert. Nach Fahrtende schaltet sich der Hotspot wenige Minuten nach Ausschalten des Motors ebenfalls ab. So ist gewährleistet, dass die Batterie nicht im Stillstand über Gebühr beansprucht wird.

Die App liefert keine sinnlosen Hinweise und Warnungen, sondern nur die Benachrichtigungen, für die man sich ausdrücklich entschieden hat. Allerdings fehlt auch der Mehrwert der früheren vergleichbaren Lösung von o2, die mittlerweile vom Markt genommen wurde und die beispielsweise auch die Effektivität des Fahrstils analysiert und in der zum System gehörenden App dargestellt hatte.

Informationen in der CarConnect-App Informationen in der CarConnect-App Leider bietet die App keine Möglichkeit, das verbrauchte beziehungsweise noch zur Verfügung stehende Highspeed-Datenvolumen zu kontrollieren. Das muss wie bei anderen Tarifen der Telekom über die Webseite pass.telekom.de oder die Kundencenter-App erfolgen.

Mobilfunkempfang nicht ideal

So erfreulich diese relativ leicht zu installierende Hotspot-Lösung für das Auto auch ist: Das System hat auch seine Schattenseiten. Ob der CarConnect-Adapter im eigenen Fahrzeug verwendet werden kann, hängt davon ab, wo sich der OBD-Anschluss befindet. Die Schnittstelle ist dazu gedacht, das Fahrzeug zu Diagnose-Zwecken kurzfristig mit entsprechenden Diagnose-Geräten zu verbinden. Daher kann sich der Anschluss an unzugänglichen Stellen befinden. Bei manchen Autos befindet sich die Schnittstelle im Fußraum, in der Mittelkonsole oder im Handschuhfach. So kann es sich nicht nur kompliziert gestalten, den CarConnect-Adapter einzubauen, auch der Mobilfunk- und GPS-Empfang kann an diesen Stellen stark eingeschränkt sein. In jedem Fall wird der Mobilfunk-Transceiver aber im Faradayschen Käfig (das Auto wirkt als solcher) betrieben, in den Funkwellen nur bedingt eindringen.

CarConnect-Apdapter ragt in den Fußraum CarConnect-Apdapter ragt in den Fußraum Selbst im Großraum Berlin, in dem wir den Test durchgeführt haben, waren schlechte Datenübertragungsraten die Folge. Im direkten Vergleich bot das ebenfalls mit einer Telekom-SIM ausgestattete Smartphone, das sich mittig vor der Frontscheibe befand, deutlich höhere Datenraten als über die WLAN-Verbindung, die der CarConnect-Adapter bereitstellt. Besser wäre die Möglichkeit, eine Außenantenne anzuschließen oder den bei neuen Fahrzeugen oft schon eingebauten Hotspot mit der CombiCard Car der Telekom zu nutzen. Die SIM-Karte ist aber ausdrücklich nur für den Betrieb im mitgelieferten Adapter bestimmt. Speedtest: CarConnect und LTE im Vergleich Speedtest: CarConnect und LTE im Vergleich

Daten werden in die Cloud geladen

Viele Interessenten bemängeln zudem, dass die Fahrzeug- und Fahr-Daten zum Hersteller des CarConnect-Adapters hochgeladen werden. Was die Firma Mojio mit den auf diesem Weg gesammelten Informationen macht, bleibt offen. Kritiker sehen dies als Preis für den ansonsten vergleichsweise günstigen Datentarif an. Umgekehrt ist es bei einem PKW, der beispielsweise von mehreren Familienmitgliedern verwendet wird, durchaus ein Vorteil, wenn man überwachen kann, ob das Auto gerade bewegt wird und wo es sich befindet.

Der Ansatz, einen mobilen Hotspot ins Auto zu bringen und diesen zudem mit einem vergleichsweise günstigen Datentarif auszustatten, ist positiv. Interessant sind zudem die Daten zum Fahrzeug, die sich so auslesen und in der App darstellen lassen. Allerdings wäre eine Lösung mit Außenantennenanschluss oder ein Tarif, der sich auch in anderen Auto-Hotspots einsetzen lässt, zweckdienlicher und kundenfreundlicher. Wer den Dienst nicht mehr nutzen möchte, kann sein CarConnect-Konto auch löschen. Dann werden keine Daten mehr in die Cloud geladen, der 10-GB-Tarif ist aber auch nicht mehr nutzbar.

Mehr zum Thema Auto