Breitbandausbau

Mehr Glasfaser, mehr Wettbewerb - sinkende Preise

Der Breit­band­ausbau mit Glas­faser ist teuer. Das spie­gelt sich in den Preisen für Anschlüsse wider, die mehr als 100 MBit/s bieten. Aber auch beim Glas­faser­ausbau gilt: Mehr Wett­bewerb sorgt für nied­rigere Verbrau­cher­preise. Den Anfang macht M-net.
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Das Tele­kommu­nika­tions­unter­nehmen M-net aus München senkt den Preis für einen 300-MBit/s-Anschluss von 69,90 Euro auf 54,90 Euro im Monat. Ohne Tele­fonie kostet der Anschluss 49,90 Euro. Im vergan­genen Jahr stieg die Zahl der Haus­halte, die M-net mit FTTC, -B und -H ange­schlossen hat, auf 700 000. Davon stehen 470 000 bei den Münche­nern unter Vertrag – ein Plus von fünf Prozent. Und auch in diesem Jahr ar­beitet M-net daran, die Kunden­zahl weiter zu erhöhen. Anfang Mai 2019 ging das Netz in Oberos­tendorf in Betrieb. Gemeinsam mit LEW TelNet versorgt M-net hier 600 Haus­halte mit bis zu 50 MBit/s. Auf rund 110 Grund­stücken wurde die Glas­faser bis ans Gebäude verlegt. Hier stehen bis zu 300 MBit/s zur Verfü­gung.

In Lauingen wird M-net das hiesige Glas­faser­netz für 261 Haus­halte weiter aus­bauen. Die Münchener arbeiten hier mit den Donau­stadt­werken Dillingen-Lauingen zusammen. In den Orts­teilen Frau­enried­hausen und Veitried­hausen werden inner­halb der kommenden 36 Monate neue Glas­faser­kabel verlegt, um 148 Haus­halte mit FTTC-Anschlüssen zu versorgen. Nutzer können hier Down­loadraten von bis zu 50 MBit/s erhalten. Darüber hinaus bekommen 113 Gebäude in den Gebieten nörd­lich und südlich der Stadt sowie in der Scha­bringer Straße und der Ludwigsau FTTB/H-Anschlüsse mit bis zu 100 MBit/s.

M-net Vertrag Breitbandausbau Lauingen
Vertragsunterzeichnung fürs Highspeed-Internet im Lauinger Rathaus: Sandra Stiedl, regionale Expansionsmanagerin M-net, Lauingens 1. Bürgermeisterin Katja Müller und Wolfgang Behringer, Werkleiter der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen (von links).
Etwas weiter ist M-net in Alten­stadt und Schwab­soien, wo gemeinsam mit LEW TelNet die neuen Breit­band­netze für 400 Haus­halte und Unter­nehmen frei­geschaltet wurden. Für den Breit­band­ausbau in den beiden Gemeinden hat LEW TelNet insge­samt fast 8,5 Kilo­meter neue Glas­faser­leitungen verlegt. In den Ausbau­gebieten stellt M-net ab sofort Band­breiten von 50 bis 300 MBit/s zur Verfü­gung.

Glas­faser am Nieder­rhein und in Sachsen

Sowohl in Alten­stadt und Schwab­soien als auch in Oberos­tendorf fördert Bayern die Ausbau­projekte. Glei­ches gilt für den Breit­band­ausbau in Mönchen­glad­bach. Um 909 unter­versorgte Adressen schnelles Internet zu bieten, verlegt die Deut­sche Glas­faser über 160 Kilo­meter Glas­faser­kabel. Die Förder­summe beträgt ca. 7,4 Millionen Euro. Eine Hälfte der Finan­zierung über­nimmt das Bundes­verkehrs­minis­terium, die andere stellt Nord­rhein-West­falen über das Wirt­schafts­minis­terium zur Verfü­gung. Die Deut­sche Glas­faser baut in Mönchen­glad­bach bereits privat­wirt­schaft­lich rund 8500 An­schlüsse für Privat­kunden und 650 Unter­nehmen in Gewer­bege­bieten.

Darüber hinaus hat das Unter­nehmen das Tech­nolo­giezen­trum Kleve an ein Glas­faser­netz ange­schlossen. In dem Gewer­bege­biet befinden sich rund 30 Unterneh­men, die bis zu den Sommer­ferien eben­falls ange­schlossen werden sollen. Auch in Groß­pösna, südöst­lich von Leipzig, können sich die Einwohner auf FTTH-Anschlüsse freuen. Die Deut­sche Glas­faser schloss unlängst die Nach­frage­bünde­lung erfolg­reich ab. Nun beginnen hier die Planungen für die Tief­bauar­beiten.

Groß­projekte in Köln und im Land­kreis Witt­mund

Darüber hinaus sind auch andere Tele­kommu­nika­tions­unter­nehmen im Breit­band­ausbau aktiv. Wie etwa Tele Columbus. Der Kabel­netz­betreiber erhöht mit einem tech­nischen Update die Surf-Geschwin­digkeit für rund 6000 Haus­halte in Sangers­hausen auf bis zu 400 MBit/s. Die Stadt­werke Biele­feld wollen in Brake den Internet-Turbo einlegen und in Koope­ration mit BITel das FTTB-Netz ausbauen. Die Nach­frage­bünde­lung lief diese Woche an. Und in Köln feierte NetCologne den Spaten­stich für ein groß ange­legtes Ausbau­projekt. Bis Ende 2022 will das Unter­nehmen 100 000 Haus­halte in der Rhein­metro­pole anschließen. Mit Linden­thal und Wahn­heide, Löve­nich sowie Porz-Lind und Wahn werden auch Stadt­teile mit dem 1-GBit/s-Netz ausge­baut, die bisher nicht ans Glas­faser­netz ange­schlossen waren.

EWE Breitbandausbau Wittmund
Im Landkreis Wittmund liegt EWE TEL mit dem Breitbandausbau im Plan: In 21 von 57 Projektgebieten konnten die Tiefbauarbeiten abgeschlossen werden.
Ein weiteres Groß­projekt stemmt EWE TEL im Land­kreis Witt­mund. In 57 Projekt­gebieten sollen über 3600 Anschlüsse verlegt werden. EWE TEL liegt im Plan, wie das Unter­nehmen meldet. In 21 Projekt­gebieten sind die Tief­bauar­beiten abge­schlossen. „Wir sind weiterhin mit sieben Tief­baufirmen parallel in den Ausbauge­bieten unter­wegs und haben jetzt rund 100 der insge­samt rund 165 Kilo­meter des Verteil­netzes verlegt“, sagt Gerrit Pruss, Kommu­nalbe­treuer bei der EWE NETZ. Auch hier fördern Bund und Land mit insge­samt 4,7 Millionen Euro.

Natür­lich darf die Deut­sche Telekom nicht fehlen, wenn es um den Breit­band­ausbau geht. Wo die Bonner in den vergan­genen Wochen aktiv waren, kann im Un­ternehmensblog nach­gelesen werden. Außerdem hat die Telekom in dieser Woche für knapp 39 000 Haus­halte in 74 Kommunen die Surf-Geschwin­digkeit auf bis zu 100 MBit/s erhöht. Darunter zum Beispiel in Köln, wo sich auch NetCologne um die Breit­band­zukunft kümmert. Der Wett­bewerb dürfte auch hier dafür sorgen, dass High­speed-Internet in Zukunft güns­tiger wird.

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