Verfahrensfortsetzung

Angeklagter in Telekom-Spitzelaffäre muss sich vor Gericht verantworten

Ein an der Telekom-Bespitzelungsaffäre beteiligter Geschäfts­mann steht wieder vor dem Landgericht Bonn. Das Verfahren von 2012 wurde nun wieder aufgenommen. Worum es in dem Verfahren geht und weshalb es jetzt weiter­geführt wird, lesen Sie in unserer Meldung.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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In der Telekom-Spitzelaffäre steht nach dem bereits ab­geschlos­senen Haupt­ver­fahren noch einmal ein An­geklag­ter vor Gericht. Das Verfahren gegen den Geschäfts­mann war vom Haupt­verfahren abgetrennt und im Mai 2013 vorübergehend eingestellt worden, weil er zunächst für ver­hand­lungs­unfähig befunden worden war. Vor dem Bonner Landgericht begann heute der Prozess gegen ihn wegen Verletzung des Fernmelde­geheim­nisses. Der Angeklagte räumte ein, mit seiner Berliner Firma illegal aus­spionierte Telefon­daten von Auf­sichts­rats­mitgliedern und Journalisten ausgewertet zu haben.

Die Telekom hatte Journalisten und Aufsichts­räte ausgespäht

In der Telekom-Spitzelaffäre steht ein Geschäftsmann wieder vor GerichtIn der Telekom-Spitzelaffäre steht ein Geschäftsmann wieder vor Gericht Für seine Tätigkeit sollen dem Geschäftsmann von dem bereits verurteilten früheren Sicher­heits­chef der Telekom, der ihm den Auftrag erteilte, rund 700 000 Euro bezahlt worden sein. Der Sicherheits­chef war als Haupt­an­geklagter im November 2010 vom Landgericht Bonn wegen Verletzung des Fern­melde­geheimnisses, Untreue und Betrugs zu dreieinhalb Jahren Haft ver­urteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil im Dezember 2012 bestätigt.

Die Telekom hatte 2005 und 2006 Journalisten und Aufsichts­räte ausgespäht, um heraus­zu­finden, wie ver­trauliche Unternehmens­daten an die Öffentlich­keit gelangten. Betroffen waren insgesamt 40 bis 60 Personen. Ermittlungs­ver­fahren gegen den früheren Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke und den Ex-Aufsichts­rats­chef Klaus Zumwinkel waren vor Prozess­beginn eingestellt worden, weil es laut Staats­anwalt­schaft gegen sie keinen Tatverdacht gab.

Lesen Sie in unserer News, wie der Überwachungsskandal bei der Telekom angefangen hat.

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