Trennung

WiWo: Bund will Telekom-Anteile verkaufen

Jetzt also doch? Das Bundesfinanzministerium will den Verkauf der Anteile an der Telekom durchziehen. Das Geld wird jedoch nicht nur in die Förderung des Glasfaser-Ausbaus fließen.
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Update 18.03.2017

Bund trennt sich wohl doch von Telekom-AnteilenBund trennt sich wohl doch von Telekom-Anteilen Mittlerweile hat das Bundesfinanzministerium das im folgenden Artikel dargestellte Ansinnen, sich von seinen Telekom-Anteilen zu trennen, zurückgewiesen. Die WirtschaftsWoche soll eine Aussage des Ministeriums verkürzt wiedergegeben haben.

Update Ende

Seit Monaten kommt ein Thema in der Branche immer wieder auf, wenn es um die mögliche Finanzierung eines Ausbaus mit Glasfasernetzen in ganz Deutschland geht: Der Verkauf der Anteile des Bundes an der Deutschen Telekom würde jene Milliarden erlösen, die für die Förderung eines solchen Ausbaus benötigt würden. Doch wirklich durchringen können sich die verantwortlichen dazu nicht - wohl auch, weil die Legislaturperiode dem Ende zugeht. Jetzt aber berichtet die WirtschaftWoche (WiWo), dass die Bundesregierung doch raus will bei der Deutschen Telekom.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) habe das der WirtschaftsWoche auf Anfrage bestätigt. "Der Bund hält grundsätzlich an seinem Ziel fest, sukzessive weiter die Bundesanteile an der Deutschen Telekom (...) zurückzuführen", so das BMF. Derzeit hält der Bund 14,5 Prozent an dem Konzern, weitere 17,5 Prozent liegen bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die diese Anteile dem BMF vor Jahren abgekauft hatte.

Verkaufserlöse nicht nur für Breitbandnetze

Die Verkaufserlöse würden aber nicht nur in den Breitbandausbau gesteckt, wie dies mehrere Politiker in Vergangenheit wiederholt gefordert hatten. Stattdessen sollten die Erlöse der "Finanzierung aller Ausgaben des Bundeshaushalts" dienen. Wann das BMF die Aktien verkaufen will, sei abhängig vom Börsenumfeld und "nur in Teilschritten möglich". Derzeit steht die Aktie bei etwa 16 Euro. In den vergangenen fünf Jahren lag sie selten darüber.

Sicherheitsaspekte stünden dem Plan nicht generell entgegen. Die Frage sei vielmehr: Wer kauft? Die Telekom sei ein wichtiger Betreiber kritischer Netzinfrastrukturen, so das BMF gegenüber der WirtschaftsWoche. Die künftige Eigentümerstruktur dürfe "nicht zur Absenkung der gebotenen IT-Sicherheitsstandards führen". Vergangene Woche hatte sich Lars Klingbeil, Sprecher der Arbeitsgruppe Digitale Agenda in der SPD-Bundestagsfraktion anders geäußert. Beim VATM Tele-Kompass sagte er, die Telekom sei mehr als Glasfaser-Ausbau. "Das hat auch was mit staatlicher Sicherheit zu tun."

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