Deutsche Post

Ein letzter Gruß: Tausende verschicken Telegramme

Mit dem Siegeszug von Telefon, Internet und Smart­phone wurde das Tele­gramm immer unwich­tiger. Jetzt hat die Deut­sche Post das Angebot endgültig einge­stellt. Zum Schluss wurden viele tele­gra­fische Grüße verschickt.

Vor der Einstel­lung des Tele­gramm-Dienstes durch die Deut­sche Post haben zum Jahres­wechsel Tausende Menschen die Chance genutzt, einen letzten tele­gra­fischen Gruß zu verschi­cken. Am 31. Dezember - dem letzten Tag vor der Einstel­lung des Ange­bots - seien 3228 Tele­gramme in der Bundes­repu­blik verschickt worden, berich­tete die Deut­sche Post heute. Zum Vergleich: In den Vorjahren wurden zwischen 200 und 300 Tele­gramme versendet - im Monat.

Preis nach Anzahl der Wörter

Die Deutsche Post stellte zum 31. Dezember 2022 den Telegramm-Dienst ein Die Deutsche Post stellte zum 31. Dezember 2022 den Telegramm-Dienst ein
Bild: dpa
Im 19. Jahr­hun­dert erfunden, war das Tele­gramm bis weit ins 20. Jahr­hun­dert hinein eine der schnellsten Möglich­keiten, wich­tige Infor­mationen zu über­mit­teln. Der bei der Post oder im Tele­gra­fenamt persön­lich oder tele­fonisch diktierte Text wurde dabei meist per Fern­schreiber zu einem Post- oder Tele­gra­fenamt in der Nähe des Empfän­gers über­mit­telt und dann per Bote zuge­stellt.

Da sich der in der Regel recht hohe Preis für ein Tele­gramm nach der Zahl der Wörter rich­tete, entwi­ckelte sich ein eigener Sprach­stil mit Kurz­formen statt kompletten Sätzen. Eine typi­sche Formu­lie­rung war etwa: "Ankomme Samstag 20 Uhr Oma". Mit der Verbrei­tung des Tele­fons und erst Recht mit dem Aufkommen von Internet und Smart­phone verlor das Tele­gramm drama­tisch an Bedeu­tung.

Zuletzt kaum noch genutzt

Zuletzt sei es von Privat­kunden kaum noch genutzt worden, betonte die Post. Unter­nehmen hätten es zuweilen noch für Mahnungen oder als Zeichen der Aner­ken­nung für lang­jäh­rige Mitar­beiter bei Firmen­jubi­läen genutzt, aber auch das sei immer seltener geworden.

2018 hatte die Post bereits den Versand von Tele­grammen ins Ausland einge­stellt. Zum Jahres­wechsel stellte sie den Dienst komplett ein und folgte damit dem Beispiel vieler anderer Post­unter­nehmen welt­weit.

Ein Mini-Tele­gramm mit bis zu 160 Zeichen kostete zuletzt mindes­tens 12,57 Euro, ein Maxi-Tele­gramm mit bis zu 480 Zeichen 17,89 Euro - in der einfa­chen Vari­ante. Mit Schmuck­blatt wurden 21,98 Euro fällig.

Eben­falls zum Jahres­ende abge­schafft: Die Prepaid-Direkt­auf­ladung.

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