Beschwerden

Telefonwerbung: Die verhängten Bußgelder steigen

Das Telefon klin­gelt: Man soll einen Vertrag abschließen, den Strom­anbieter wech­seln oder etwas kaufen. Solche Werbung ist in Deutsch­land eigent­lich verboten - die Realität sieht anders aus. Die BNetzA legt alar­mierende Zahlen vor.
Von dpa /
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Der Ärger über uner­wünschte Werbe-Anrufe hat im vergan­genen Jahr in Deutsch­land etwas abge­nommen - weiterhin gab es aber Zehn­tausende Beschwerden. Insge­samt seien 57 648 schrift­liche Beschwerden einge­gangen, schrieb die Bundes­netz­agentur in einem Bericht an ihren Beirat. Das Schreiben liegt der Deut­schen Presse-Agentur vor.

Damit lag die Zahl der Beschwerden etwas nied­riger als im Vorjahr mit 62 000, ist aber dem Bericht zufolge trotzdem der zweit­höchste Stand jemals und "weiterhin ein massives Problem". Die abge­mahnten Unter­nehmen würden sich für ihre Telefon-Kampa­gnen auf "Einwil­ligungs­daten stützen, die unzu­tref­fend, veraltet oder sogar gefälscht" seien.

Ausdrück­liche Zustim­mung erfor­derlich

Telefonwerbung zielt oft darauf ab, Verbrauchern einen Vertrag aufzuschwatzenTelefonwerbung zielt oft darauf ab, Verbrauchern einen Vertrag aufzuschwatzen Tele­fonwer­bung unter­liegt in Deutsch­land strengen Regeln. Niemand darf zu Werbe­zwecken ange­rufen werden, ohne dass er vorher ausdrück­lich zuge­stimmt hat. Wer sich daran nicht hält und erwischt wird, muss mit harten Strafen rechnen. Insge­samt verhängte die Bonner Behörde im abge­laufenen Jahr Bußgelder von 1,3 Millionen Euro - im Gegen­satz zu den Beschwerden ist diese Zahl gestiegen, im Jahr 2018 lag sie bei 1,1 Millionen Euro.

Eine beson­ders hohe Strafe verhängte die Netz­agentur mit 250 000 Euro gegen Sky Deutsch­land. Der Pay-TV-Anbieter war bereits zuvor mehr­mals von der Behörde abge­straft worden und hatte trotzdem weiterhin uner­laubt Verbrau­cher ange­rufen, ohne die nötigen Einwil­ligungen dafür zu haben. Sky hat gegen das Bußgeld mitt­lerweile Beru­fung einge­legt, wie eine Spre­cherin mitteilte.

Die höchste Geld­buße rich­tete sich mit 275 000 Euro gegen den Energie-Anbieter Innogy, wie die Bundes­netz­agentur damals gegen­über teltarif.de bestä­tigte. Das Unter­nehmen soll ein undurch­sich­tiges Vertriebs­system aus verschie­denen Call-Centern beauf­tragt haben, um "in hart­näckiger und aggres­siver Weise" Strom­verträge zu verkaufen. Das Unter­nehmen verwies darauf, dass die bean­stan­deten Fälle von 2015 bis Anfang 2018 stammten und man das Vertriebs­system längst umge­stellt habe. Man prüfe eben­falls, ob man Einspruch gegen das Bußgeld einlegen werde, sagte ein Spre­cher auf Anfrage.

Für uner­laubte Tele­fonwer­bung drohen dras­tische Strafen. Diese können aber nur verhängt werden, wenn Verbrau­cher die Anrufe auch konse­quent melden.

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