Zahlenwerk

VATM: Call by Call ist tot, es lebe Call by Call

Die Marktstudie des VATM gibt interessante Einblicke in den TK-Markt. Das totgeglaubte Call-by-Call scheint lebendiger denn je.
Im Bericht des VATM geblättert hat
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Wir haben über die Markstudie des VATM berichtet. Es lohnt sich, ab und zu einmal darin zu blättern, insbesondere im Rückblick auf die letzten 20 Jahre der Markt­libera­lisierung, an welcher der VATM als Vertreter der Telekommunikationsanbieter im Wettbewerb zur Telekom seinen Anteil hatte.

Weniger Jobs im TK-Bereich

Markstudie und Jahrbuch des VATM. Ein spannendes Zahlenwerk.Markstudie und Jahrbuch des VATM. Ein spannendes Zahlenwerk. 1998, als es so richtig los ging, hatte man gehofft, den TK-Markt zur Job-Maschine entwickeln zu können. Diese Träume ließen sich dann doch nicht ganz verwirklichen, denn die Realität wurde eine andere. Die Mitarbeiterzahlen der Deutschen (Bundespost) Telekom sanken von etwa 180 000 Mitarbeitern (1998) auf heute etwa 98 800 Köpfe. Bei den privaten Konkurrenten war man mit 43 000 Mitarbeitern gestartet und kam über den Höchststand von 54 500 heute auf etwa 49 600 Köpfe.

Call by Call und Preselection: Es gibt sie noch

Die Vor-Vorwahl "010" zur Netzbetreiberauswahl bei Call-by-Call war damals der größte und wichtigste Treiber für den Wettbewerb. Viele kennen teltarif.de durch die Suche nach der aktuell günstigsten Vorwahl. Bei der Vorstellung der Jahreszahlen des VATM in Berlin erinnerte Prof. Torsten J. Gerpott an den ehemaligen Eishockey-Spieler Gerhard Schmid und Gründer von Mobilcom, der den Markt für Call-by-Call ("010-19" mit 19 Pfennig) angekurbelt hatte.

Sogar Preselection (feste Voreinstellung einer Call-by-Call-Vorwahl für Original-Kunden der Deutschen Telekom) gibt es heute noch. Sie wird nach Erkenntnissen von Professor Gerpott offenbar insbesondere zu Mobilfunk und für internationale Verbindungen noch genutzt.

1998 wurden über Call-By-Call 1,2 Milliarden Minuten pro Monat telefoniert. Der Höhepunkt lag 2008 mit 2,7 Milliarden Minuten pro Monat durch Preselection und 5,3 Milliarden Minuten durch Selbstwahl. Diese Zahlen sanken dann bis 2018 auf 0,4 Milliarden Minuten im Monat durch Preselection und 5,1 Milliarden Minuten durch Call by Call. 2003 wurden 6 Milliarden Minuten im Monat vertelefoniert, wovon 80 Prozent über Call-by-Call oder Preselection liefen, 20 Prozent waren schon zu einem alternativen Carrier gewechselt, wo CbC regulatorisch und technisch gar nicht möglich ist.

2008 wurden 66,2 Prozent der vertelefonierten Minuten über alternative Festnetzanbieter abgewickelt. 33,8 Prozent liefen über bei der Telekom gebliebene Anschlüsse über Call-by-Call oder Preselection, was 2,7 Milliarden Minuten entspricht.

Im Jahre 2017 wurden insgesamt 5,5 Milliarden Minuten "verquasselt", 92,7 Prozent über alternative Telefonanbieter und 0,4 Milliarden Minuten im Netz der Deutschen Telekom über Call-by-Call.

Für 2018 sollen es in der Summe 200 Millionen Telefonie-Minuten weniger sein.

Call-by-Call und Preselection: Mehr CbC-Minuten im Monat

Bei den Telekom-Anschlüssen nehmen die über Call-by-Call oder Preselection aufgebauten Verbindungen sogar wieder zu. Waren es 2013 noch 82,1 Minuten pro Anschluss und Monat stieg dieser Wert im Folgejahr auf 87,3 Minuten, sank dann 2016 auf 71,7 Minuten, um 2017 wieder auf 81,5 und 2018 sogar auf 88,6 Minuten pro Monat anzusteigen.

Für Prof. Gerpott ist gerade Call-by-Call für ("analoge") Telekom-Kunden ohne gebuchte Flatrate durchaus interessant, hier sei sogar ein leichter Zuwachs zu verzeichnen gewesen. Gerpott wagte aber keine Prognose, wie sich Call-by-Call entwickeln wird. Schließlich sind heute (2018) schon 93 Prozent der Anschlüsse als Komplettanschlüsse für Telefonie und Internet ausgelegt.

Der CBC-Tarifvergleich bei teltarif.de

Falls Sie den Tarifvergleich für Call by Call von teltarif.de noch nicht kennen oder einmal aktuelle Tarife abrufen möchten: https://www.teltarif.de/tarife/call-by-call

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