Technologie

Nach Telekom-Ankündigung: Telefónica braucht weiterhin UMTS

Anders als Telekom und Vodafone bietet o2 noch Tarife an, bei denen die UMTS-Nutzung quasi unverzichtbar ist. Aber auch für die mobile Breitband-Internet-Versorgung spielt 3G bei Telefónica noch eine wichtige Rolle.
AAA
Teilen (16)

Die Deutsche Telekom kündigt in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) - zumindest in der Theorie - das mögliche Ende des UMTS-Netzes zum Jahresende 2020 an. In einer Stellungnahme gegenüber teltarif.de erklärte die Vodafone-Pressestelle, dass der Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber keine Abschaltung bestimmter Dienste plant. So sei es auch nicht vorgesehen, GSM oder UMTS abzuschalten. Auch bei Telefónica, dem nach Kundenzahlen größten deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber, ist die 3G-Abschaltung auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.

Während die Deutsche Telekom und Vodafone mittlerweile zumindest in nahezu allen Netzbetreiber-Tarifen den Zugang zum LTE-Netz ermöglichen, gestaltet sich die Situation bei Telefónica etwas anders. Zwar war die mittlerweile zu Telefónica gehörende E-Plus Gruppe der erste deutsche Mobilfunk-Anbieter, der sein 4G-Netz für alle Kunden - selbst von Partnermarken - geöffnet hat. Andererseits ist Telefónica aber auch der einzige deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber, der einen aktuellen Tarif anbietet, bei dem der Anbieter explizit auf die UMTS-Nutzung setzt.

o2 Free, wie sich das Angebot nennt, wurde erst im Oktober vergangenen Jahres eingeführt. Dabei haben die Kunden eine echte Daten-Flatrate zur Verfügung. Diese ist aber - nach Verbrauch des zum jeweiligen Tarif gehörenden monatlichen Highspeed-Volumens - auf eine Übertragungsgeschwindigkeit von 1 MBit/s begrenzt. Zudem müssen die Kunden nach Verbrauch des ungedrosselten Volumens auf den LTE-Zugang verzichten. Sprich: Einen schnellen mobilen Internet-Zugang gibt es dann nur noch über UMTS.

Temporär abgeschaltete UMTS-Standorte kehrten zurück

o2 Free setzt auf 3Go2 Free setzt auf 3G Als im November die Netzkennungen von Telefónica in Bayern und Baden-Württemberg vereinheitlicht wurden, mussten Kunden in vielen Orten nach eigenen Angaben zunächst ohne UMTS- oder LTE-Versorgung auskommen. Später gab es immer wieder Rückmeldungen von Nutzern, nach denen das 3G-Signal wieder verfügbar sei. Zudem sind der teltarif.de-Redaktion Pläne bekannt, die zumindest in Einzelfällen sogar noch einen UMTS-Ausbau für Orte vorsehen, die bislang nur mit GSM versorgt wurden.

Während die Deutsche Telekom und Vodafone inzwischen neben den Ballungsgebieten auch in ländlichen Regionen einen LTE-Ausbau vorweisen können, der deutlich größer als die UMTS-Abdeckung ist, sieht es bei Telefónica anders aus. Hier bleibt die 4G-Versorgung bislang deutlich hinter der der Mitbewerber zurück. Dafür profitieren die Kunden seit rund zwei Jahren vom National Roaming, das für ein besonders dichtes 3G-Netz sorgt.

Im Laufe der nächsten Jahre sollen die bislang eigenständigen Mobilfunknetze von E-Plus und o2 zum neuen Telefónica-Netz zusammenwachsen. In einer weiteren Meldung berichten wir darüber, dass die Münchner Telefongesellschaft nach Bayern und Baden-Württemberg jetzt auch im Nordosten Deutschlands mit der Vereinheitlichung ihrer Netzkennungen begonnen hat.

Teilen (16)

Mehr zum Thema Netz