Bilanz

Telefónica startet mit Verlust ins neue Jahr

Telefónica macht im ersten Quartal 2015 Verlust, kann aber vom LTE-Ausbau und der steigenden mobilen Datennutzung profitieren. Konzern-Chef Thorsten Dirks sieht das Unternehmen auf einem guten Kurs.
Von Marie-Anne Winter
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Telefónica-Chef Thorsten Dirks sieht sein Unternehmen auf Kurs.Telefónica-Chef Thorsten Dirks sieht sein Unternehmen auf Kurs. Telefónica Deutschland (o2) kann im ersten Quartal 2015 nach eigener Darstellung vom mobilen Datengeschäft profitieren, ist aber wegen höherer Abschreibungen mit einem Verlust ins neue Jahr gestartet.

Weil der nach Kunden größte deutsche Mobilfunker nach der Übernahme von E-Plus unter anderem doppelt vorhandene Sendemasten schneller abschreibt, fiel im ersten Quartal ein Fehlbetrag von 176 Millionen Euro an, wie das TecDax-Unternehmen heute in München mitteilte. Im vorangegangenen ersten gemeinsamen Vierteljahr hatten Umbaukosten den Konzern in die roten Zahlen gedrückt - allerdings scheint die Netzintegration wie geplant zu verlaufen. Mehr dazu finden Sie in unseren Meldungen zum National Roaming.

Im Tagesgeschäft sieht Konzernchef Thorsten Dirks dagegen in den ersten drei Monaten dieses Jahres schon viel Positives. "Wir sind zum Jahresauftakt gut aus den Startblöcken gekommen", sagte er. "Mit neuen Produkten und der Verbesserung des Netzes haben wir die nächsten Schritte auf dem Weg zum führenden digitalen Telekommunikationsanbieter gemacht. In den kommenden Monaten werden wir weiter mit voller Kraft daran arbeiten, unseren Kunden das beste Erlebnis bei Netz und Service zu bieten".

Der Umsatz steigt

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich der beiden kombinierten Unternehmen um 2,9 Prozent auf 1,90 Milliarden Euro. Hier kann der Netzbetreiber unter anderem von Tarifen für die mobile Datennutzung profitieren. Auch der fortschreitende LTE-Ausbau trage dazu bei. Bis Jahresende sollen mehr als 75 Prozent der Bevölkerung in Deutschland in den Genuss der LTE-Abdeckung kommen. Neben den höheren Umsatzerlösen aus Mobilfunk-Dienstleistungen trug auch ein deutlich stärkerer Umsatz bei den Endgeräten bei (plus 28,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Im Festnetzgeschäft beliefen sich die Umsatzerlöse auf 261 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 293 Millionen Euro).

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Oibda) kletterte unter anderem wegen des Verkaufs der Marke Yourfone um 10,6 Prozent auf 395 Millionen Euro. Bereinigt um den Sondereffekt habe das Plus 5,7 Prozent auf 378 Millionen Euro betragen. Telefonica gab weniger für die Neukundenwerbung aus, auch beim Verkauf von Endgeräten achtete das Unternehmen mehr aufs Geld. Umsatz und operatives Ergebnis fielen besser aus als von Analysten erwartet. Die Finanzziele bestätigte das Unternehmen.

Mehr Kunden bei mobil, weniger im Festnetz

Zu Ende März 2015 verfügte Telefónica Deutschland über 47,7 Millionen Kundenanschlüsse, ein Anstieg um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse legte dabei weiter auf 42,2 Millionen zu (plus 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert) Die Zahl der Kundenanschlüsse mit LTE belief sich per Ende März auf 5,1 Millionen. Sie stieg damit im Vergleich zu den Vorquartalen weiter an. Das ist vor allem eine Folge der Entscheidung des Unternehmens, die Nutzung des LTE-Netzes durch das Angebot entsprechender Geräte zu maximieren und den LTE-Zugang für fast alle o2-Vertragskunden zu öffnen. Die Zahl der Festnetzanschlüsse ging um 4,4 Prozent auf 5,5 Millionen zurück.

Der mobile Datenumsatz erreichte im ersten Quartal des laufenden Jahres 692 Millionen Euro. Der Anteil des mobilen Datenumsatzes ohne SMS am gesamten mobilen Datenumsatz erhöhte sich dabei auf 70,5 Prozent nach 68,9 Prozent im vierten Quartal 2014. Hauptgrund hierfür war die Monetarisierung des weiterhin steigenden mobilen Datenvolumens bei den Kunden. Der Anteil an neu gewonnenen Kunden im o2-Blue-Portfolio, die sich für einen Tarif mit einem monatlichen Inklusiv-Volumen von mehr als 1 GB entschieden, erhöhte sich von 25 Prozent im Vorquartal auf 32 Prozent im ersten Quartal 2015. Die neue Datenautomatik im o2-Tarifportfolio, die Kunden eine uneingeschränkte mobile Datennutzung bei konstant hoher Geschwindigkeit ermöglicht, sei seit ihrer Einführung im Februar auf positive Resonanz gestoßen.

Das deckt sich allerdings nicht unbedingt mit den Rückmeldungen, die wir von unseren Lesern bekommen haben. Deshalb haben wir einen Ratgeber zusammengestellt, in dem wir die Optionen für eine Datenautomatik bei den verschiedenen Anbietern vorstellen - und auch verraten, wie man sie wieder los wird.

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