Netztest

Mobiles Internet im Netz vom Telefónica im Test

Wir haben zwei Monate lang auf Reisen den Internet-Zugang in den deutschen Mobilfunk-Netzen unter die Lupe genommen. Aus dem Telefónica-Netz hatten wir dazu gleich zwei SIM-Karten zur Verfügung.
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Wie berichtet hinkt der LTE-Ausbau von Vodafone noch hinter dem Versorgungsgrad der Deutschen Telekom hinterher. Noch deutlicher ist der Abstand von Telefónica zu den beiden Mitbewerbern. Zwar zeigt sich, dass der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber das 4G-Netz weiter in die Fläche ausbaut. Allerdings ist das Unternehmen noch sehr weit davon entfernt, gegenüber den beiden Mitbewerbern aufzuholen.

Dafür hat Telefónica ein recht gut ausgebautes UMTS-Netz, zumal der Betreiber auf die Ressourcen beider früher eigenständiger Netze (E-Plus und o2) zurückgreifen kann. Im mobilen Betrieb im Auto machten sich dennoch immer wieder Lücken bzw. Stellen bemerkbar, an denen auch das 3G-Netz nur recht schwach zu empfangen ist. Das wirkte sich negativ auf die Datenübertragungsraten aus und zum Teil schaltete das Smartphone zumindest kurzzeitig auch ins GSM-Netz zurück. Mehr als 100 MBit/s im Downstream in BerlinMehr als 100 MBit/s im Downstream in Berlin

Performance-Werte "durchwachsen"

Das LTE-Netz von Telefónica ermöglicht mittlerweile Datenübertragungsraten von bis zu 225 MBit/s. Allerdings schaltet der Netzbetreiber abseits einiger Drillisch-Marken nur o2-Kunden in den aktuellen Free-Tarifen für diesen Maximalwert frei. Kunden, die noch einen älteren Tarif besitzen, haben maximal 50 MBit/s im Downstream zur Verfügung. Das ist immerhin noch mit einem VDSL-Anschluss im Festnetz vergleichbar.

Wie in den Netzen von Telekom und Vodafone haben wir auch bei den Tests im Telefónica-Netz niemals auch nur ansatzweise die theoretischen Höchstwerte erreicht. Zudem drängte sich der Eindruck auf, dass der Anbieter immer dann recht schnell Performance-Probleme bekommt, wenn an einem Ort besonders viele Kunden gleichzeitig auf den Internet-Zugang zugreifen möchten. Diesen Effekt gibt es zwar auch bei Telekom und Vodafone, aber bei weitem nicht so ausgeprägt wie im Telefónica-Netz.

Mehr als 100 MBit/s in Berlin

In Berlin haben wir mit 107,64 MBit/s im Downstream den Bestwert beim diesjährigen Netztest erreicht. Dieses Ergebnis im Downstream verzeichneten wir in Moabit, wo der Upstream-Wert bei bis zu 40,04 MBit/s lag. Die Ansprechzeiten lagen zwischen 38 und 39 ms. Das ist wiederum für LTE kein guter Wert.

Ein weiterer Test in Berlin-Lichterfelde zeigte, dass Telefónica durchaus noch Verbesserungspotenzial bei der Performance des mobilen Internet-Zugangs in der Bundeshauptstadt hat. Hier lagen die Downstream-Resultate zwischen 1,93 und 3,06 MBit/, während wir bei Uploads zwischen 3,0 und 3,86 MBit/s zur Verfügung hatten. Das sind für LTE schlechte Werte. Darüber konnten auch die mit 19 bis 30 ms vergleichsweise guten Pingzeiten nicht hinwegtäuschen. Nicht zu vergessen ist auch unser bereits vor einiger Zeit durchgeführter Test am Berliner Hauptbahnhof, wo insbesondere der Internet-Zugang im Telefónica-Netz zu wünschen übrigließ.

Auf der dritten und letzten Seite lesen Sie unter anderem, wie gut das Radiostreaming beim Test im Telefónica-Netz funktioniert hat.

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