Umbau

Telefónica-Netzumbau in Berlin: LTE-Internet sehr langsam

Telefónica-Mobilfunkkunden in Berlin klagen seit Anfang Mai über besonders schlechte Erfahrungen beim mobilen Internet-Zugang. Es gibt aber auch deutlich bessere Erfahrungen in anderen Städten.
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Netzprobleme bei TelefónicaNetzprobleme bei Telefónica Das Mobilfunknetz der Telefónica befindet sich weiter im Umbau. Zum einen werden die Netzcodes sukzessive bundesweit vereinheitlicht, aber auch die bislang getrennte Infrastruktur von E-Plus und o2 soll nach und nach zu einem gemeinsamen Telefónica-Netz verschmelzen. Speziell in Berlin kommt es derzeit zu massiven Überlastungserscheinungen, wie Nutzer des Telefon-Treff-Forums bemängeln.

Auffällig ist dabei, dass die Performance-Einschränkungen beim mobilen Internet-Zugang an manchen Standorten innerhalb der Bundeshauptstadt erst in der ersten Mai-Hälfte recht plötzlich aufgetreten sind. Unklar ist, ob dieser Effekt im Zusammenhang mit dem in Berlin mittlerweile abgeschlossenen Umbau auf die einheitliche Netzkennung 262-03 steht.

Ein Kunde berichtet, dass er bislang an Messpunkten wie Köpenick, Schöneweide, Storkower Straße, Steglitz, Südkreuz und Ostkreuz mit durchschnittlich 8 bis 15 MBit/s im Downstream surfen konnte. Mittlerweile seien es oft weniger als 1 MBit/s. Dabei lägen die Werte im Upstream mit 2 bis 3 MBit/s sogar deutlich höher.

Der Nutzer hat an zwei Standorten auch konkrete Speedtests durchgeführt und die Ergebnisse veröffentlicht. Am S-Bahnhof Neukölln hat er dabei 640 kBit/s im Downstream und 2,69 MBit/s im Upstream gemessen. Am Südkreuz lagen die Werte bei 770 kBit/s bzw. 3,55 MBit/s. Das sind Größenordnungen, die wir auch für Tests am Berliner Hauptbahnhof bestätigen können - allerdings nicht erst seit wenigen Tagen oder Wochen, sondern bereits seit Sommer 2016.

Stuttgart profitiert von der Konsolidierung

Während die Telefónica-Kunden in Berlin derzeit mit massiven Einschränkungen speziell bei der mobilen Internet-Nutzung leben müssen, sieht es in Stuttgart ganz anders aus, wie ein weiterer Telefon-Treff-Nutzer berichtet. In der Schwabenmetropole werde die Performance mit jeder umgebauten Basisstation besser. Allerdings sei die baden-württembergische Landeshauptstadt vor der Konsolidierung von Telefónica auch nur recht "dünn" mit LTE versorgt worden.

In den kommenden zwei Jahren will Telefónica nahezu flächendeckend mit LTE präsent sein. Allerdings nutzt die reine Verfügbarkeit des 4G-Netzes nichts, wenn die Kapazitäten nicht ausreichen, um den von den Kunden geforderten Datenverkehr zu bewältigen. Besonders anschaulich werden die Kapazitätsengpässe, wenn man Performance-Tests zu verschiedenen Tageszeiten durchführt. So haben wir in Berlin an Standorten, wo im Berufsverkehr am späten Nachmittag praktisch keine Daten flossen, nach 23 Uhr Datenraten von 20 bis 30 MBit/s gemessen und es war kein Problem, beispielsweise Livestreams bei Sky Go zu nutzen.

Vor einigen Wochen haben wir Netztests speziell am Berliner Hauptbahnhof durchgeführt. In einer weiteren Meldung lesen Sie, wie Telekom, Vodafone und Telefónica an diesem Verkehrsknotenpunkt abgeschnitten haben.

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