Konsolidierung

Netzzusammenlegung von E-Plus und o2: Nicht alles läuft rund

Wir berichten über Gesprächsabbrüche und andere Probleme im Zuge der Netzkonsolidierung von Telefónica. Fünf Jahre soll der Prozess in Anspruch nehmen.
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Nach ersten Tests im vergangenen Jahr hat Telefónica Anfang 2016 damit begonnen, seine bislang getrennten Mobilfunknetze von E-Plus und o2 zusammenzulegen. Auf dem Mobile World Congress (MWC) im Februar erklärte der CEO des nach Kundenzahlen größten deutschen Mobilfunk-Netzbetreibers, Thorsten Dirks, bei der Netzintegration liege man im Plan.

Sieht man sich aber die regelmäßig dem Fachhandel übermittelten Newsletter an, die auch Informationen zu den Regionen enthalten, in denen das Netz in der jeweiligen Woche umgebaut wird, so stellt man unweigerlich fest: So richtig viel baut Telefónica derzeit nicht um. Anstelle der "urbanen Ballungsräume", für die der Telekommunikationsdienstleister die Umstellung angekündigt hatte, erfolgt die Integration derzeit vor allem in einigen ländlichen Gebieten. Vom Ziel, mit dem konsolidierten Netz in diesem Jahr bereits 60 Prozent der Bevölkerung zu erreichen, ist das Unternehmen vier Monate nach Jahresbeginn noch weit entfernt.

Ursache für schleppenden Netzumbau nicht bekannt

Probleme bei der NetzkonsolidierungProbleme bei der Netzkonsolidierung Warum die Umstellung zumindest derzeit scheinbar eher schleppend vorangeht, ist nicht bekannt. Denkbar wäre, dass Telefónica die Erfahrungen in den bereits konsolidierten Gebieten in die weitere Planung mit einbeziehen will. Das wäre durchaus wünschenswert und im Interesse der Kunden, denn nicht alles läuft derzeit so reibungslos wie es die Nutzer erwarten. Das haben auch Tests der teltarif.de-Redaktion in Osthessen gezeigt.

So wurde das GSM-Netz schon Ende Februar in der Kurstadt Bad Orb im Spessart umgebaut. Bis heute wurden aber keine sogenannten Handover zwischen dem rund um Bad Orb nach wie vor funkenden "alten" o2-Netz und dem neuen konsolidierten Netz eingepflegt. Die Folge ist, dass Telefonate unweigerlich abreißen, wenn man sich beispielsweise mit dem Auto von Norden kommend auf die Kurstadt zubewegt.

Wächtersbach: Neues und altes Netz laufen parallel

Im benachbarten Wächtersbach hat Telefónica vergleichbare Probleme ausgeschlossen. Zwar wurde auch hier das bisherige GSM-Netz von E-Plus bereits auf die gemeinsame Nutzung mit den Kunden aus dem o2-Netz umgebaut. Parallel wird das 2G-Netz von o2 hier aber noch weiter betrieben. So haben o2-Kunden Zugriff auf beide Netze.

Besonders unglücklich ist die Planung indes in Flörsbachtal erfolgt, das direkt an der hessisch-bayerischen Landesgrenze liegt. Zwar ist das sicher nicht der Nabel der Welt. Dafür liegt der Ort direkt an der Bundesstraße 276, die durchaus stark frequentiert ist. Nördlich von Bad Orb, in Biebergemünd, funken E-Plus und o2 noch jeweils eigenständig. Weiter südlich in Frammersbach gibt es ebenfalls noch getrennte Netze der beiden Telefónica-Marken.

Auf Seite 2 lesen Sie, wie ein Handover zwischen altem und neuem Telefónica-Netz funktionieren kann und welche weiteren Probleme es in einigen Regionen gibt.

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