Netztest

Mobiles Internet im Netz der Telefónica im Test

m Frühjahr waren wir knapp zwei Monate unterwegs, um die Internet-Performance in den deutschen Mobilfunknetzen zu testen. Heute berichten wir über unsere Erfahrungen im Telefónica-Netz.

Einen besonders guten Eindruck hat das LTE-Netz von Telefónica im Test in Berlin-Wilmersdorf hinterlassen. Hier waren Downloads mit bis zu 48,1 MBit/s und Uploads mit maximal 8,1 MBit/s möglich. Nur die Reaktionszeiten um 40 ms waren eher unterer Durchschnitt. Noch etwas schneller war der Downstream-Wert in Obertshausen im Rhein-Main-Gebiet (51 MBit/s), dafür schwächelte hier der Upstream (2,8 MBit/s) etwas. Die Pingzeiten lagen in der Kleinstadt im Landkreis Offenbach bei 37 ms.

In München waren unsere Ergebnisse nicht ganz so gut. Allerdings waren die Netzmodernisierungsmaßnahmen in der bayerischen Landeshauptstadt noch nicht abgeschlossen und möglicherweise genau dort, wo wie gemessen haben, in vollem Gange. Mit 14,8 MBit/s im Downstream und 1,74 MBit/s im Upstream kann man dennoch arbeiten. Die Ansprechzeiten von 76 ms waren allerdings sehr schlecht. In Braunschweig lag der Download-Messwert bei 8,4 MBit/s, während wir im Upstream 11,9 MBit/s erreicht haben und die Reaktionszeiten bei 34 ms lagen.

UMTS-Fallback häufiger als bei der Konkurrenz

Häufiger als in den Tests von Telekom und Vodafone bekamen wir bei automatischer Auswahl des Netzstandards bei Telefónica das UMTS-Netz zu Gesicht. Oft dauert es auch in LTE-versorgten Gebieten länger als in den anderen Netzen, bis von 3G auf 4G hochgeschaltet wird, aber es gibt nach wie vor auch Regionen, in denen LTE noch nicht ausgebaut ist, UMTS aber sehr wohl. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass der Internet-Zugang schlecht ist. In Gaggenau-Ottenau in Baden-Württemberg haben wir immerhin 14,7 MBit/s im Downstream und 1,5 MBit/s im Upstream gemessen. Nur die Pingzeiten um 66 ms ließen zu wünschen übrig.

An der Würzburger Frankenwarte, etwas außerhalb der Stadt, hatten wir ebenfalls nur 3G zur Verfügung. Die Datengeschwindigkeiten von 6,6 MBit/s im Downstream und 3,5 MBit/s im Upstream waren aber in Ordnung und ließen auch stabiles Videostreaming über Zattoo oder Sky Go in guter Qualität zu. Auch hier konnten aber die Pingzeiten um 58 ms nicht überzeugen. Entwicklung der Telefónica-LTE-Abdeckung Entwicklung der Telefónica-LTE-Abdeckung
Foto: allnet-flatrate.net

GSM bedeutet offline

Vor allem auf dem Land gibt es noch immer viele Regionen, die ganz ohne 3G- oder 4G-Ausbau auskommen müssen. Über GSM steht dann nur ein GPRS- oder EDGE-basierter Internet-Zugang zur Verfügung. Dieser ist in der Praxis allerdings oft so stark überlastet, dass keine Datenverbindung zustandekommt. In Biebergemünd-Bieber im hessischen Spessart sieht man tagsüber oft nicht einmal das "E"-Symbol für eine EDGE-Verbindung. Telefonie und SMS funktionieren bei gutem Empfang dennoch, aber selbst Text-E-Mails oder WhatsApp-Textnachrichten lassen sich nicht übertragen.

Unter dem Strich fällt auf, dass das Telefónica-Netz seine "Talsohle" aus den vergangenen beiden Jahren durchschritten hat. Die Netzqualität verbessert sich wieder, und in Städten und Regionen, in denen die Modernisierungsarbeiten abgeschlossen sind - inklusive LTE-Betrieb parallel auf 800, 1800 und 2600 MHz - bekommen die Kunden auch einen guten mobilen Internet-Zugang. Für Telefónica kann die Devise nur lauten, den Netzumbau weiter konsequent zu verfolgen, um den Rückstand gegenüber den beiden Mitbewerbern aufzuholen.

Natürlich haben wir nicht nur das Mobilfunk-Netz der Telefónica getestet, sondern auch die Netze der anderen beiden Netzbetreiber. In einer weiteren Meldung finden Sie unsere Zusammenfassung zum Netztest 2018.

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