Netzerfahrungen

Telefónica: Schlechter Empfang trotz gutem Empfang

Nicht immer wählt das Smartphone beim National Roaming von Telefónica das am Aufenthaltsort des Kunden beste Netz aus. Eine kurzfristige Lösung erscheint schwierig.
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Seit rund eineinhalb Jahren gibt es National Roaming bei Telefónica. Wurde der Dienst zunächst für den UMTS-Standard angeboten, so können Kunden aus den bisherigen Netzen von E-Plus und o2 mittlerweile auch das GSM-Netz der jeweils anderen Telefónica-Marke nutzen. Für LTE hat sich National Roaming dagegen erübrigt, da das 4G-Netz von E-Plus zur Jahresmitte abgeschaltet werden musste. Die Frequenzen wurden von Vodafone übernommen.

Das National Roaming soll als Vorstufe zur Verschmelzung der beiden bislang eigenständigen Netze zu einer besseren Funkversorgung der Kunden beitragen. So bietet o2 den dichteren 3G-Ausbau in Städten, während E-Plus einen besseren Flächenausbau in ländlichen Regionen realisiert hat. Auch bei den GSM-Netzen kommt es zu regionalen Unterschieden beim Ausbau. Zudem gibt es naturgemäß Abschattungen innerhalb von Gebäuden.

National Roaming grundsätzlich Mehrwert

Probleme beim National RoamingProbleme beim National Roaming Grundsätzlich klappt das National Roaming gut, wie sich auch in Tests der teltarif.de-Redaktion gezeigt hat. Es gibt allerdings Ausnahmen, die auch eineinhalb Jahre nach dem Start nur schwer zu erklären sind. So konnten auch wir beobachten, dass das Smartphone ohne Ortsveränderung aus dem gut empfangbaren LTE-Netz von o2 ins UMTS-Netz von E-Plus wechselt, ohne dass das 4G-Netz ausgelastet wäre.

Wäre der automatische Wechsel zwischen LTE und UMTS noch mit einer besseren Verteilung der Netzauslastung zu verstehen, wie wir sie beispielsweise in Berlin beobachtet haben, so funktioniert das nicht mehr, wenn sich das Smartphone anstelle von LTE oder UMTS ins GSM-Netz einbucht. Im 2G-Netz können die Kunden zwar telefonieren und SMS-Mitteilungen austauschen, der mobile Internet-Zugang ist aber sehr langsam und kaum sinnvoll nutzbar.

Smartphone wählt automatisch schwächeres Netz aus

In anderen Fällen haben wir beobachtet, dass sich das Smartphone ins schwächere der beiden Mobilfunknetze einbucht. Sprich: Trotz sehr starkem o2-Signal am Aufenthaltsort wird automatisch das deutlich schwächere E-Plus-Netz ausgewählt. Je nach Standort kann dieser Effekt dazu führen, dass faktisch keine zuverlässige Erreichbarkeit mehr gewährleistet ist und Telefonate - wenn überhaupt - nur mit schlechter Sprachqualität geführt werden können.

Das Problem ließe sich möglicherweise durch die Einrichtung von automatischen Gesprächsübergaben (Handover) zwischen den beiden Telefónica-Netzen lösen. Die Einrichtung lohnt sich für den Netzbetreiber aber vermutlich nur dann, wenn sich an der Netzkonfiguration über einen längeren Zeitraum nichts ändert. Das wiederum ist wegen der Zusammenlegung von E-Plus und o2 jedoch an vielen Orten nicht der Fall.

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