Geschwindigkeit

LTE mit 225 MBit/s: So schnell surfen Sie bei Telefónica in der Praxis

o2 bietet Tarife an, die bis zu 225 MBit/s im Downstream über LTE ermöglichen. Wir haben die Geschwindigkeit in der Praxis getestet. Dazu waren wir in drei deutschen Städten unterwegs.
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Telefónica hatte noch bis vor wenigen Wochen Mobilfunktarife angeboten, die den LTE-Internet-Zugang mit maximal 50 MBit/s im Downstream vorgesehen hatten. Mit Einführung von o2 Free bietet aber auch der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber "LTE max." an. Unter diesem Begriff vermarkten inzwischen alle deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber Tarife, die die technisch maximal mögliche Übertragungsgeschwindigkeit für die Kunden freischalten.

Im Telefónica-Netz wurde gleichzeitig mit der Freigabe von "LTE max." die Bandbreite auf bis zu 225 MBit/s im Downstream erhöht. Möglich wird dies durch Carrier Aggregation. Dabei werden die beiden LTE-Träger auf 800 MHz (10 MHz Bandbreite) und 2600 MHz (20 MHz Bandbreite) zusammengeschaltet. Auf 800 MHz sind bis zu 75 MBit/s technisch möglich, auf 2600 MHz maximal 150 MBit/s, so dass sich der Gesamtwert von 225 MBit/s ergibt.

LTE 1800 war zwischenzeitlich offline

LTE-Test im Vodafone-NetzLTE-Test im Vodafone-Netz Bislang nicht bekannt ist, inwieweit Telefónica LTE auf 1800 MHz bei der Carrier Aggregation mit einbezieht. LTE 1800 musste zwar zur Jahresmitte von Telefónica zunächst aufgegeben werden, da die zuvor eingesetzten Frequenzen an Vodafone abgegeben werden müssen. Allerdings hatte sich das Unternehmen neue Kapazitäten in diesem Frequenzspektrum gesichert, die mittlerweile auch zum Einsatz kommen.

Neben dem Mobilfunknetz und dem Tarif muss auch das eingesetzte Smartphone LTE Cat. 6 unterstützen, um die theoretische Chance zu haben, mit bis zu 225 MBit/s surfen zu können. Wir haben - wie schon in der Vorwoche im Vodafone-Netz - Versuche mit dem Apple iPhone 7 Plus durchgeführt, das Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 450 MBit/s im LTE-Netz ermöglicht. Dabei haben wir die Messungen an den gleichen Orten in Berlin, Frankfurt am Main und München durchgeführt, an denen wir auch die Tests im Vodafone-Netz vorgenommen haben.

LTE-Ausbau bislang vor allem auf 800 MHz

Wie schon im Vodafone-Netz haben wir auch beim Test mit einer SIM-Karte von o2 den theoretischen Höchstwert von 225 MBit/s nicht einmal annähernd erreicht. Allerdings hat der Münchner Betreiber mit dem LTE-Ausbau später als seine Mitbewerber begonnen und sich auch in Städten zunächst auf das Band 20, also den Frequenzbereich um 800 MHz, konzentriert. Dadurch konnte Telefónica recht schnell eine Basisversorgung mit der 4G-Technologie erreichen. Sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten sind so aber nicht möglich.

Nun kann man sich darüber streiten, ob ein mobiler Internet-Zugang schneller als der Online-Zugang im Festnetz sein muss. Sinn und Zweck der sukzessiven Bandbreitenerhöhung bei allen Netzbetreibern ist aber auch die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten, um mehr Kunden als bisher gleichzeitig einen schnellen mobilen Internet-Zugang anbieten zu können. Gerade diesbezüglich zeigte das Telefónica-Netz in den vergangenen Monaten Schwächen, nachdem die Kunden aus dem bisherigen E-Plus-Netz plötzlich das bisherige 4G-Netz von o2 mitnutzen durften - wenn auch bis heute nicht bundesweit.

Auf Seite 2 lesen Sie, welche Datenübertragungsraten wir beim Test im Telefónica-Netz erreicht haben und wie unser Fazit zur mobilen Internet-Nutzung ausfällt.

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