Bilanz

Telefónica Deutschland erneut mit Verlusten

Telefónica hat im abge­laufenen Geschäfts­jahr nicht ganz so hohe Verluste verbucht wie am Markt befürchtet. CEO Markus Haas sieht sein Unter­nehmen auf dem rich­tigen Weg.
Von mit Material von dpa

Telefónica-Chef Markus Haas Telefónica-Chef Markus Haas
Foto: Telefónica
Der Münchner Tele­kommu­nika­tions­dienst­leister Telefónica Deutsch­land, zu dem unter anderem Marken wie o2, Blau und Fonic gehören, hat im abge­laufenen Geschäfts­jahr nicht ganz so hohe Verluste verbucht wie am Markt befürchtet. Unter dem Strich belief sich das Minus laut vorläu­figen Zahlen auf 212 Millionen Euro, nach 230 Millionen im Vorjahr, wie das Unter­nehmen heute mitteilte.

Dem Konzern machen noch immer hohe Abschrei­bungen im Zuge der 2014 erfolgten milli­arden­schweren Über­nahme von E-Plus zu schaffen. Mit 456 000 zusätz­lichen Anschlüssen im Schluss­quartal stieg die Zahl der neuen Mobil­funk­kunden aller­dings im vergan­genen Jahr um einein­halb Millionen - so viele wie noch nie seit dem Kauf von E-Plus.

Etwas besser als gedacht lief es für die Tochter der spani­schen Telefónica SA auch mit Blick auf den Umsatz. Dieser legte um 1,1 Prozent auf rund 7,4 Milli­arden Euro zu. Im Kern­geschäft mit Mobil­funk­dienst­leis­tungen stei­gerte das Unter­nehmen seinen Umsatz zudem um 0,6 Prozent, aus eigener Kraft wären es 1,7 Prozent gewesen.

Telefónica erwartet für 2020 stabiles Preis­umfeld

Telefónica-Chef Markus Haas Telefónica-Chef Markus Haas
Foto: Telefónica
Für 2020 erwartet Telefónica Deutsch­land nach eigenen Angaben ein stabiles Preis­umfeld für den Mobil­funk­markt. Das Vertrags­kunden­geschäft und dabei insbe­sondere o2 werde weiterhin der wesent­liche Umsatz­treiber für das Unter­nehmen sein. Darüber hinaus sei unver­ändert eine Wande­rung von Kunden aus dem Prepaid- ins Vertrags­kunden­geschäft zu erwarten.

Der Münchner Netz­betreiber erwartet in der Folge eine unver­änderte bis leicht posi­tive Entwick­lung des Umsatzes. Diese Prognose beinhaltet nega­tive Regu­lierungs­effekte in Höhe von etwa 20 bis 30 Millionen Euro, die aus der Absen­kung der Termi­nierungs­entgelte und die im Mai 2019 in Kraft getre­tene neue Regu­lierung für Gespräche und SMS inner­halb der Euro­päischen Union resul­tieren.

Das um Sonder­effekte berei­nigte OIBDA dürfte sich nach Einschät­zung der Telefónica im laufenden Jahr weit­gehend unver­ändert bis leicht positiv entwi­ckeln. "Wir haben unser Verspre­chen gehalten und unseren Wachs­tums­kurs bestä­tigt", sagte Markus Haas, der Vorstands­vorsit­zende von Telefónica Deutsch­land. "Zu Beginn des Jahr­zehnts des Mobil­funks zeigen alle wich­tigen Kenn­zahlen in die rich­tige Rich­tung. Nun wollen wir mit unserer Inves­titi­onsof­fensive im Netz noch mehr Kunden für uns begeis­tern."

In der vergan­genen Woche hat o2 neue Tarife für Prepaid­kunden einge­führt.

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