Konkurrenzkampf

WiWo: Telefónica blockiert Start eines neuen Mobilfunk-Discounters

Der österreichische Mobilfunk-Discounter spusu plant die Expansion auf den deutschen Markt. Dabei erhebt das Unternehmen schwere Vorwürfe gegenüber Telefónica.
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Der österreichische Mobilfunk-Discounter spusu will auf den deutschen Markt expandieren. Einem Bericht der WirtschaftsWoche zufolge verhandelt das hinter spusu stehende Unternehmen Mass Response zu diesem Zweck bereits seit zwei Jahren mit Telefónica. Dabei geht es um eine mögliche Mitnutzung des Mobilfunknetzes der Telefónica. Bislang gebe es jedoch keine nennenswerten Fortschritte.

spusu-Gründer Franz Pichler sagte der WirtschaftsWoche, er hoffe weiter auf faire Verhandlungen. Zur Not gehe er aber auch vor Gericht, um die Mitnutzung des Telefónica-Netzes zu erstreiten. Dabei kämpfe der Discounter gegebenenfalls auch "durch alle Instanzen", wie es wörtlich heißt.

Pichler steht dem Bericht zufolge auf dem Standpunkt, Telefónica müsse seit der Übernahme des früheren Mitbewerbers E-Plus neue Konkurrenz im eigenen Handynetz zulassen. Bislang habe jedoch nur Drillisch eine entsprechende Vereinbarung mit der Münchner Telefongesellschaft. Drillisch arbeitete schon vor der Übernahme der E-Plus-Gruppe durch Telefónica mit dem Münchner Netzbetreiber zusammen.

Wie es in der WirtschaftsWoche weiter heißt, würde auch das Bundeskartellamt den Start eines virtuellen Mobilfunk-Netzbetreibers aus dem Ausland begrüßen. Der EU-Kommission habe die Behörde mitgeteilt, bisher seien "allenfalls geringfügige Anzeichen für eine nachhaltige positive wettbewerbliche Entwicklung erkennbar."

Preise ab 4 Cent pro Minute und SMS sowie 0,4 Cent pro MB in Österreich

Telefnica soll Mitbewerber blockierenTelefónica soll Mitbewerber blockieren In Österreich nutzt spusu das Mobilfunknetz von Drei mit. Dabei bietet der Discounter durchaus interessante Tarife an. So können die Kunden mit der Prepaidkarte beispielsweise für 4 Cent pro Minute in alle österreichischen Netze telefonieren. Auch eine SMS schlägt mit 4 Cent zu Buche, während der mobile Internet-Zugang 0,4 Cent je übertragenem Megabyte kostet.

Zum Vergleich: In Deutschland unterschreiten die meisten Prepaid-Discounter nicht die Preisgrenze von 9 Cent pro Minute und SMS. Für den mobilen Internet-Zugang werden oft teure 24 Cent je übertragenem Megabyte berechnet.

Ein weiteres Angebot von spusu in Österreich ist zum Beispiel der Postpaid-Tarif spusu 1500 mit 150 Minuten, 50 SMS und 1,3 GB für 6 Euro im Monat. Dabei lassen sich nicht verbrauchte Inklusivleistungen auch in den Folgemonat mitnehmen. Dabei gibt es keine Mindestvertragslaufzeit und keine Anschlussgebühr. Auch die bei vielen österreichischen Anbietern übliche jährliche Servicegebühr gibt es nicht. Allerdings müssen die Kunden auf den Zugang zum LTE-Netz verzichten, so dass maximal UMTS-Geschwindigkeit zur Verfügung steht.

Nach Veröffentlichung dieses Artikels hat Telefónica Stellung zu dem Vorgang genommen.

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