Personalie

Thorsten Dirks verlässt Telefónica Deutschland

Thorsten Dirks verlässt Ende März 2017 Telefónica Deutschland. Über die Nachfolge wurde noch nicht entschieden. Dirks ist seit Oktober 2014 Telefónica-Chef.
Von mit Material von dpa
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Telefónica Deutschland verliert überraschend seinen Vorstandschef Thorsten Dirks. Der seit der Übernahme der E-Plus Gruppe im Oktober 2014 amtierende Dirks wird zum Ende des ersten Quartals 2017 aus dem Vorstand ausscheiden, wie Telefonica mitteilte. Zur Begründung hieß es vom TecDax-Schwergewicht, Dirks wolle sich neuen Herausforderungen stellen. Der Aufsichtsrat habe einer vorzeitigen Auflösung seines Vertrags zugestimmt. Wohin es Dirks zieht, ist derzeit noch nicht bekannt.

Das Kontrollgremium des nach Kundenzahlen größten deutschen Mobilfunk-Netzbetreibers will sich unverzüglich mit der Nachfolge befassen und hierzu zeitnah informieren, wie es weiter heißt. Mit dem milliardenschweren Kauf von E-Plus durch Telefónica Deutschland war der ehemalige E-Plus-Chef Dirks an die Vorstandsspitze des Münchner Mobilfunknetzbetreibers gerückt. Dirks ist derzeit auch Präsident des Digitalverbandes Bitkom.

Telefónica in der Kritik

Thorsten Dirks verlässt TelefónicaThorsten Dirks verlässt Telefónica In den vergangenen Monaten geriet Telefónica immer mehr in die Kritik. Der Kundenservice ist laut Nutzerberichten kaum noch erreichbar. Bereits vor Wochen angekündigte Verbesserungen gibt es bis heute nicht. Per E-Mail bietet das Unternehmen überhaupt keinen Support mehr an, behält sich aber vor, die Kunden selbst auf diesem Weg zu kontaktieren - verbunden jeweils mit dem Hinweis, Antworten seien per E-Mail nicht möglich.

Durch die zu Jahresbeginn gestartete Zusammenlegung der früher eigenständigen Mobilfunknetze von E-Plus und o2 leidet die Netzqualität zuweilen massiv. Kunden berichten von telefonischer Nichterreichbarkeit und häufigen Gesprächsabbrüchen vor allem auf Autofahrten. Die Performance des mobilen Internet-Zugangs lässt punktuell sehr zu wünschen übrig. Abhilfe gibt es auch an Brennpunkten wie zum Beispiel dem Berliner Hauptbahnhof bis heute nicht, obwohl die Probleme seit einem halben Jahr bekannt sind. Insgesamt will sich Telefónica für die Zusammenlegung seiner beiden Mobilfunknetze bis zu fünf Jahre Zeit lassen.

Probleme bei Kunden-Migration

Zudem kommt es bei der Migration von Kunden früherer E-Plus-Marken auf Anbieter wie o2 und Blau immer wieder zu Problemen. Die Zusage, dass sich an den angestammten Tarifen der Nutzer nichts ändern, kann in vielen Fällen nicht eingehalten werden. Oft müssen die Nutzer viele Wochen warten, um ihre früheren Konditionen zurückzubekommen. Zum Teil klappt das überhaupt nicht.

In einer weiteren Meldung schauen wir zurück auf die wichtigsten Stationen der Karriere von Thorsten Dirks.

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