Digital Innovation Day

Digitalisierung: Wenn der Rollator nach Hilfe ruft

Zum alljährlichen Digital Innovation Day hatte o2 Telefónica Germany am Mittwoch wieder in die Eisbach Studios nach München geladen. Dort gab es praktische Beispiele für Digitalisierung zu sehen.
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Zum alljährlichen Digital Innovation Day hatte o2 Telefónica Germany am Mittwoch wieder in die Eisbach Studios nach München geladen: Wohin wird sich die digitale Zukunft entwickeln? Was ist möglich?

Für Markus Haas, Chef von Telefónica Germany, ist Digitalisierung ein "Jahrtausendthema", das noch viel breiter als bisher diskutiert werden sollte. Immerhin werde das Potenzial der intelligenten Datenanalysen immer mehr erkannt. Deutschland müsse mehr aus dem "Rohstoff Daten" machen. Dafür seien Partnerschaften notwendig.

Digital Innovation Day von o2 Telefónica Germany in den Eisbach Studios
Digital Innovation Day von o2 Telefónica Germany in den Eisbach Studios

Telefónica hat einfaches IoT mit SigFox oder hohe Qualität mit NB IoT

Für Telefónica Digital spielen die Netzwerke der nächsten Generation (5G) für das Internet der Dinge (IoT) eine wesentliche Rolle. Das technisch sehr einfache konstruierte IoT-Netzwerk SigFox darf dank Rahmenabkommen die Senderstandorte der Telefónica nutzen, während Telefónica selbst den Standard NB IoT aufbauen und in Kürze ausrollen wird. Das sei kein Widerspruch, betonte Andres Escribano der "Global IoT New Connectivity Director" von Telefónica Digital. Je nach Anwendungsfall reiche das mit lizenzfreien Frequenzen bei 800 oder 900 MHz arbeitende SigFox Ökosystem.

Wo es hingegen auf hohe Zuverlässigkeit, Schnelligkeit oder Sicherheit der Datenübertragung ankomme, sei NB IoT (Schmalband Internet der Dinge, ein Unterstandard im LTE-System) die bessere Lösung. Telefónica will in Kürze mit NB IoT in Deutschland starten, ein genauer Termin war noch nicht zu erfahren. SIM-Karten für IoT können einzeln oder im Paket auch als Embedded SIM (im Gerät fest eingebaut) erworben werden. Verwendet werden ausländische SIM-Karten, die sich in Deutschland in alle Netze einbuchen können und damit eine bessere Flächendeckung bieten.

Huawei treibt die Möglichkeiten voran

Der Technik Chef von Huawei Europe, Jörg Diederichs, zeigte auf, wie das Internet der Dinge immer tiefer in viele Bereiche unseres täglichen Lebens vordringt. 66 Prozent der von Huawei befragten Firmen und Organisationen verwenden bereits IoT-Dienste, die man früher "M2M = Maschine zu Maschine" nannte. 24 Prozent der Befragten haben bereits feste Budgets für IoT im Jahresplan und 63 Prozent der Anwender erwarten spürbare Gewinne. Der gesamte Markt betrage nach Erkenntnis von Huawei etwa 89 Milliarden US-Dollar mit etwa 3,5 Milliarden Verbindungen.

Auch die öffentlichen Dienstleister wie Gas, Wasser, Abwasser oder Strom sind bei IoT längst dabei. Das Beobachten und Verfolgen von Waren und Fahrzeugen (Track 'n Trace) über GPS war bisher recht batterielastig. Die Technik ist inzwischen stromsparender geworden und kann die notwendigen Daten über den NB-IoT Standard übertragen.

Als Technik-Lieferant ist Huawei vorne mit dabei, hat sich aber zahlreiche Partner mit an Bord geholt. Bevor 5G an den Start geht, wird 4.5G (LTE-Advanced) eingesetzt, was auf den bereits aufgebauten Infrastrukturen verwendet werden kann.

48 Millionen Kunden lösen 5,3 Milliarden Vorgänge aus

Für den stationären Handel, also die klassischen Ladengeschäfte, werde der große "digitale Datenschatz" eine große Bedeutung haben. Alleine in Deutschland lösen 48 Millionen mobile Anschlüsse im Netz von Telefónica o2 etwa 5,3 Milliarden Netzwerk-Events aus, wie Jens Lappoehn, Geschäftsführer Telefónica NEXT erläuterte. Wenn der Kunde im Internet eine Bestellseite aufruft und dann abbricht, will der Händler natürlich wissen, warum abgebrochen wurde. War das Produkt zu teuer? War die Bedienung der Webseite zu kompliziert? Wird der Kunde später wiederkommen und seine Bestellung fortsetzen? Die Fachwelt spricht von der Customer Journey und möchte die Kunden möglichst zielgenau ansprechen. Wer sich für eine Kaffeemaschine interessiert, braucht eher keine Teekanne, aber vielleicht noch Kaffeebohnen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, was Anbieter künftig noch besser machen können.

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