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o2 macht vor E-Plus-Übernahme Verluste

Telefónca Deutschland macht vor der Übernahme von E-Plus Verlust. Allerdings verweist der Mobilfunker auf eine positive Entwicklung im Mobilfunk, insbesondere LTE sei ein Wachstumstreiber. Weitere Details in unserer News.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Der Mobilfunker Telefónica Deutschland (o2) bleibt kurz vor der Übernahme des Rivalen E-Plus in den roten Zahlen. Unter dem Strich verbuchte der deutsche Ableger des spanischen Telekomgiganten Telefónica mit einem Minus von 24 Millionen Euro auch im zweiten Quartal einen Verlust, wie das Unternehmen heute in München mitteilte. Vor einem Jahr hatte noch ein Minigewinn von 3 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Der Umsatz bröckelte wegen Die Telefónica-Vorstände Rachel Empey und Markus Haas.Die Telefónica-Vorstände Rachel Empey und Markus Haas. des scharfen Wettbewerbs weiter um 4,4 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro ab. Allerdings verwies das Unternehmen auf eine deutlich bessere Dynamik des Geschäfts im Vergleich mit dem ersten Jahresviertel.

Telefónica Deutschland verweist auf eine verbesserte Umsatzentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2014 im Mobilfunkbereich. Dazu hätten vor allem das erfolgreiche mobile Datengeschäft mit einem Fokus auf LTE und positive Impulse bei der Kernmarke o2 beigetragen.

Mehr Vertragskunden

Ende Juni 2014 lag die Anzahl der Kundenanschlüsse von Telefónica Deutschland bei 25,1 Millionen. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse beträgt 19,4 Millionen, die der Festnetzanschlüsse 5,7 Millionen. Positiven Einfluss hat insbesondere das Postpaid-Segment: In der ersten Jahreshälfte wurden 230 000 neue Vertragskunden gewonnen.

Der mobile Datenumsatz beträgt in der ersten Jahreshälfte 2014 704 Millionen Euro (minus 1,4 Prozent im Vorjahresvergleich) und macht bereits 49 Prozent des Mobilfunkumsatzes aus (plus 0,9 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich). Im zweiten Quartal nimmt der mobile Datenumsatz um 1,5 Prozent ab und steht bei 354 Millionen Euro. Der Datenumsatz ohne SMS bleibt auch weiterhin der Haupttreiber für die positive Umsatzentwicklung: Er liegt im ersten Halbjahr 2014 bei 508 Millionen Euro (256 Millionen Euro im zweiten Quartal) und steigt damit im Vorjahresvergleich um 10,6 Prozent beziehungsweise um 9,1 Prozent. Der Anteil des mobilen Datenumsatzes ohne SMS am gesamten Datenumsatz liegt in der ersten Jahreshälfte bei 72,3 Prozent und nimmt damit im Vorjahresvergleich um 7,8 Prozentpunkte zu. Der rückläufige SMS-Umsatz stabilisiert sich bezogen auf die zurückliegenden Quartale (minus 21,6 Prozent im zweiten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode vs. minus 24,6 Prozent im ersten Quartal im Vorjahresvergleich).

Umsatzerlöse im Mobilfunk sinken

Die Umsatzerlöse von Telefónica Deutschland liegen in der ersten Jahreshälfte bei 2 284 Millionen Euro (1 162 Millionen Euro im zweiten Quartal). Im Vorjahresvergleich ergibt sich damit ohne Berücksichtigung der Mobilfunk­terminierungs­entgelte ein Rückgang von 6,5 Prozent (minus 6,6 Prozent unter Berücksichtigung der Mobilfunk­terminierungs­entgelte). Betrachtet man die Entwicklung in den ersten beiden Quartalen 2014, ist ein positiver Trend erkennbar. Im zweiten Quartal 2014 gehen die Umsatzerlöse ohne Einbezug der Mobilfunk­terminierungs­entgelte im Vorjahresvergleich um 4,3 Prozent zurück (minus 4,4 Prozent bei Einbezug der Mobilfunkterminierungsentgelte), was im Vergleich zum vorherigen Quartal eine deutliche Verbesserung darstellt (minus 8,7 Prozent ohne Einbezug der Mobilfunk­terminierungs­entgelte; minus 8,8 Prozent bei Einbezug der Mobilfunk­terminierungs­entgelte).

Die Umsatzerlöse aus Mobilfunk­dienstleistungen liegen in der ersten Jahreshälfte ohne Berücksichtigung der Mobilfunkterminierungsentgelte bei 1 435 Millionen Euro, was im Vorjahresvergleich einem Rückgang von 3,0 Prozent entspricht (minus 3,1 Prozent unter Berücksichtigung der Mobilfunkterminierungsentgelte). Im zweiten Quartal betragen die Umsatzerlöse aus Mobilfunkdienstleistungen 728 Millionen Euro und weisen somit eine verbesserte Entwicklung über die letzten Quartale aus (minus 2,5 Prozent ohne Berücksichtigung der Mobilfunkterminierungsentgelte im Vorjahresvergleich; minus 2,7 Prozent unter Berücksichtigung der Mobilfunkterminierungsentgelte).

Entwicklungstreiber LTE

Die Umsatzerlöse aus dem Festnetzgeschäft liegen in der ersten Jahreshälfte 2014 bei 581 Millionen Euro (287 Millionen Euro im zweiten Quartal), was im Vorjahresvergleich einem Rückgang von 7,3 Prozent beziehungsweise 7,6 Prozent entspricht. Hintergrund ist der Rückgang der DSL-Kundenbasis in einem wettbewerbsintensiven Markt im zweiten Quartal.

Ein wesentlicher Treiber der zunehmenden Smartphone-Nutzung ist die steigende LTE-Nachfrage, sowohl auf Neukunden- als auch auf Bestandskundenseite. Der Anteil der LTE-fähigen Geräte am Smartphone-Gesamtabsatz steigt von Januar bis Juni auf 82 Prozent (86 Prozent im zweiten Quartal). Ebenso nimmt weiterhin die Smartphone-Penetration unter den o2-Vertragskunden (plus 4,8 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich auf 72,1 Prozent) zu. Auch im Prepaid-Segment steigt sie an: Bei der Kernmarke o2 liegt sie bei 21,3 Prozent (plus 6,9 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich), bei der Zweitmarke Fonic bei beachtlichen 32,3 Prozent (plus 16,4 Prozent im Vorjahresvergleich). Über alle Kundensegmente hinweg steigt die Verbreitung von Smartphones gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozentpunkte und beträgt Ende Juni 2014 33,1 Prozent.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (OIBDA) beläuft sich in der ersten Jahreshälfte 2014 auf 486 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 15,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Der Entwicklung der vergangenen Quartale folgend, liegt das operative Ergebnis vor Abschreibungen bei 252 Millionen Euro (minus 14,5 Prozent im Vorjahresvergleich). Die daraus resultierende OIBDA-Marge im Zeitraum von Januar bis Juni 2014 verringert sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozentpunkte auf 21,3 Prozent sowie im zweiten Quartal um 2,5 Prozentpunkte auf 21,7 Prozent. Die Ursachen für den Rückgang sieht Telefónica in der negativen Entwicklung der Serviceumsätze und den gestiegenen Werbeausgaben zur Kundenbindung.

Das mobile Datengeschäft und LTE sollen auch in Zukunft wichtige Eckpfeiler für die Entwicklung zu einem führenden digitalen Telekommunikationsunternehmen in Deutschland sein. Die Übernahme von E-Plus soll im dritten Quartal über die Bühne gehen. Von dem Zusammenschluss erhoffen sich beide Partner vor allem mittel- und langfristig erhebliche Einsparungen. E-Plus legte heute ebenfalls aktuelle Zahlen vor.

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