Integration

Telefónica: E-Plus-Integration belastet Ergebnis

Ein Jahr nach der Fusion von Telefónica Deutschland und E-Plus bleibt das Unternehmen in der Verlustzone. Alledings hebt Telefónica die Ergebnisprognose an und will "Leading Digital Telco" im deutschen Markt werden.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Telefónica Deutschland schreibt weierhin VerlusteTelefónica Deutschland schreibt weierhin Verluste Ein Jahr nach dem Zusammenschluss von Telefónica Deutschland und E-Plus schreibt das Unternehmen weiter rote Zahlen. Im abgelaufenen Quartal sank der Umsatz um ein Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. Wegen hoher Abschreibungen für doppelt vorhandene Mobilfunkmasten und den gezahlten Aufpreis für E-Plus blieb unter dem Strich ein Verlust von 134 Millionen Euro, wie Telefónica Deutschland heute in München mitteilte.

Den Ausblick für das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Restrukturierungskosten hob Telefónica Deutschland jedoch an: Statt um zehn Prozent soll es dieses Jahr um mindestens 15 Prozent steigen. Wegen schneller eintretender Synergieeffekte und sinkender Kosten hatte es im dritten Quartal sogar um 30 Prozent zugelegt. Einige wichtige Integrationsschritte habe das Unternehmen in das laufende Jahr vorziehen können, sagte Finanzchefin Rachel Empey.

Bis Ende September hat der spanische Telefonkonzern in Deutschland rund 800 Arbeitsplätze abgebaut - bis 2018 sollen weitere 800 Stellen wegfallen. Die Zahl der Kunden sei auf 48,6 Millionen gestiegen. Über die Hälfte des Mobilfunk-Umsatzes entfiel auf das mobile Datengeschäft, während der Festnetz-Umsatz um zehn Prozent fiel. Im Gesamtjahr soll der Mobilfunk-Umsatz "weitgehend stabil bleiben".

Datennutzung steigt

Im dritten Quartal blieben die Umsatzerlöse aus Mobilfunkdienstleistungen mit 1,42 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals (Q3 2014: 1,42 Milliarden Euro). In den ersten neun Monaten wiesen die Umsatzerlöse aus Mobilfunkdienstleistungen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014 ein leichtes Plus von 0,4 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro (Q1-Q3 2014: 4,14 Milliarden Euro) aus. Die durchschnittliche monatliche Datennutzung von o2-Kunden mit LTE-fähigen Endgeräten legte im Vergleich zum Vorquartal um elf Prozent auf 1,1 Gigabyte pro Monat weiter zu. Telefónica Deutschland strebt für Ende 2015 eine deutschlandweite LTE-Abdeckung von 75 Prozent an.

Telefónica-Deutschland-Chef Thorsten DirksTelefónica-Deutschland-Chef Thorsten Dirks Die Zahl der Kundenanschlüsse legte per Ende September auf 48,6 Millionen zu. Im dritten Quartal stieg die Zahl der Anschlüsse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent. Die Anzahl der Mobilfunkanschlüsse erhöhte sich um 2,6 Prozent auf 43,3 Millionen. Hauptgründe hierfür waren laut Telefónica neben Zuwächsen bei Partnermarken der in den Sommermonaten übliche Anstieg bei Prepaid-Neukunden der Ethno-Marken. Insgesamt wurden im dritten Quartal netto 672 000 Neukunden gewonnen (169 000 im Postpaid- und 503 000 im Prepaid-Bereich). In den ersten neun Monaten lag der Netto-Neukundenzuwachs bei 1,16 Millionen. Die Zahl der LTE-Kunden stieg gegenüber dem Vorquartal um 14,9 Prozent auf 7 Millionen.

Festnetznutzung sinkt

Im Festnetzbereich sind die Zahlen jedoch rückläufig: Die Anzahl der Festnetzanschlüsse lag Ende September bei 5,4 Millionen. Der Rückgang der Festnetz-Breitbandanschlüsse bei Privatkunden verlangsamte sich immerhin und lag mit netto minus 12 600 leicht unter dem Vorquartal. Die Anzahl der Festnetzanschlüsse bei Privatkunden belief sich damit per Ende September auf 2,1 Millionen. Der positive Trend bei VDSL-Produkten konnte die rückläufige Entwicklung im klassischen Festnetzbereich aber nicht vollständig ausgleichen.

"Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal belegt, dass wir unser Momentum halten und unsere Ziele erreichen. Im ersten Jahr nach dem Zusammenschluss haben wir große Fortschritte gemacht. Allerdings liegt noch viel Arbeit vor uns. 2016 konzentrieren wir uns weiter auf die Integration und legen unsere volle Kraft in die Transformation des Unternehmens zur Leading Digital Telco", sagte Thorsten Dirks, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland.

Über den aktuellen Stand der Integration von o2- und E-Plus-Netz können Sie sich anhand dieser Newsliste informieren.

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