Quartalszahlen

Telefónica Deutschland gewinnt mehr Kunden

Die Übernahme von E-Plus zahlt sich aus: Telefónica Deutschland gewinnt mehr Kunden und steigert den Betriebsgewinn. Unterm Strich bleibt das Ergebnis aber tief rot.
Von Marie-Anne Winter
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Die Übernahme von E-Plus scheint sich auszuzahlen: Telefónica Deutschland konnte im vergangenen Quartal 440 000 neue Handykunden gewinnen. Der Konzern steigerte nach der Übernahme von E-Plus auch seinen Betriebsgewinn – allerdings bleibt das Ergebnis unterm Strich tief rot.

Telefónica Deutschland gewinnt dank der neuen Handykunden und Einsparungen nach der E-Plus-Übernahme an Schwung - der Betriebsgewinn (bereinigtes Oibda) ist im zweiten Quartal um 12,8 Prozent auf 450 Millionen Euro gestiegen, wie Telefónica Deutschland heute mitteilt. Im Quartal zuvor war der Betriebsgewinn lediglich um 6 Prozent gestiegen.

Telefónica-Deutschland-Chef Thorsten DirksTelefónica-Deutschland-Chef Thorsten Dirks Zu dieser Entwicklung trugen laut Telefónica Deutschland die weitere Verbesserung des Netzes - insbesondere die Einführung des National Roamings bei UMTS - und der beschleunigte LTE-Ausbau bei. Zugleich profitierte das Unternehmen von einem erneuten Anstieg der mobilen Datennutzung. Weitere Fortschritte vermeldet Telefónica Deutschland im abgelaufenen Quartal bei der Integration von E-Plus. Hierzu zählt der fast vollständige Abschluss aller für dieses Jahr geplanten Abfindungsverträge im Rahmen des vereinbarten Stellenabbaus. Außerdem hat das Unternehmen mit der Übergabe von 301 Shops an Drillisch begonnen. Mit der Deutschen Telekom wurde wie berichtet eine Vereinbarung getroffen, die den Transfer von 7 700 Mobilfunkstationen vorsieht. Angesichts der positiven operativen und finanziellen Entwicklung bekräftigt Telefónica Deutschland seine Geschäfts- und Synergieziele für 2015.

Täglich 60 Terabyte Daten bei National Roaming

Die Zahl der Handykunden beträgt jetzt 42,6 Millionen. Unter dem Strich drückte der voriges Jahr besiegelte Kauf des Rivalen E-Plus den Konzern jedoch wieder in die roten Zahlen. Wegen Wertminderungen infolge des Zusammenschlusses belief sich der Fehlbetrag auf 100 Millionen Euro nach einem Verlust von 24 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Für dieses Jahr erwartet Konzernchef Thorsten Dirks einen Anstieg des Betriebsgewinns um mehr als zehn Prozent. Die Fusion mit E-Plus soll die Kosten in diesem Jahr um 250 Millionen Euro drücken. Telefónica Deutschland hatte den Rivalen für 8,6 Milliarden Euro geschluckt und ist seitdem größter Mobilfunkbetreiber Deutschlands.

"Die stetige Verbesserung unseres Netzes treibt den Datenverbrauch unserer Kunden weiter an. In der Mobilfunkauktion im Juni haben wir uns zudem eine leistungsfähige Frequenzausstattung gesichert. So können wir den Kunden wie angestrebt das beste Netzerlebnis bieten. Die raschen Fortschritte bei der Integration wirken sich bereits heute positiv auf unsere Profitabilität aus. Wir sind voll auf Kurs, um unsere Ambitionen für 2015 zu erreichen", sagte Thorsten Dirks, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland.

Im Mai 2015 wurden täglich mehr als 60 Terabyte Daten von den Kunden im National Roaming bewegt. Seit April bietet Telefónica Deutschland für Kunden darüber hinaus im o2 Netz Voice-over-LTE (VoLTE) an, was zusätzlich für eine bessere Sprachqualität sowie kürzere Verbindungsaufbauzeiten sorgt.

Gute Zahlen bei Geschäftskunden

Die Zahl der Kundenanschlüsse erreichte per Ende Juni 48 Millionen, dies entspricht im Jahresvergleich einem Zuwachs in Höhe von 1,6 Prozent. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse erhöhte sich um 2,4 Prozent auf 42,6 Millionen. Als Ursachen hierfür netten Telefónica starke Zuwächse bei Partnermarken und Geschäftskunden. Auch habe sich im Zuge der Fokussierung auf die bestehende Kundenbasis die Kundenloyalität im Vertragskundengeschäft weiter verbessert. Hier wurden im zweiten Quartal 2015 netto 201 000 neue Verträge und damit noch mehr als im Auftaktquartal (141 000) abgeschlossen. Der Prepaid-Bereich entwickelte sich mit 237 000 Neukunden netto ebenfalls stark.

Die Smartphone-Penetration bei den o2-Vertragskunden stieg per Ende Juni im Jahresvergleich um 4 Prozentpunkte auf 76 Prozent. Telefónica Deutschland betont, möglichst vielen Kunden Zugang zum LTE-Netz bieten zu wollen: Die Zahl der LTE-Nutzer erhöhte sich mit 6,1 Millionen zur Jahresmitte weiter.

Kunden wählen höherwertige Tarife

Auch entscheiden sich immer mehr o2-Vertragskunden für höherwertige Tarife: Der Anteil der neu gewonnenen Kunden, die sich für ein Paket mit einem monatlichen Inklusiv-Volumen von mehr als 1 GB entschieden, lag im zweiten Quartal bei rund 35 Prozent nach circa 32 Prozent im ersten Quartal.

Interessante Zahlen gibt es auch zur Datenautomatik: Seit Februar 2015 hat sich der Anteil jener Kunden, die als Nutzer der Datenautomatik die Ausweitung des Datenvolumens in Anspruch nehmen, auf 34 Prozent erhöht.

Im Festnetzbereich lag die Zahl der Anschlüsse zum Ende des Berichtsquartals bei 5,4 Millionen. Dabei verzeichnete das Unternehmen weiterhin einen positiven Trend bei VDSL-Produkten, der allerdings die rückläufige Entwicklung im klassischen Festnetzbereich noch nicht vollständig kompensieren konnte.

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