Festnetzanschluss

BNetzA: Mehr als 16 000 Beschwerden & Anfragen zum Anschlusswechsel

Der Wechsel des Telefonanschlusses ist für viele ein Problem: Zu oft geht er schief. Gründe dafür gibt es viele, Sanktionsmöglichkeiten zu wenige finden die Grünen.
Von Thorsten Neuhetzki
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Wenn es um Probleme auf dem Telekommunikationsmarkt geht, so sehen die Grünen im Wechsel eines Anbieters das größte Problem. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrück Zeitung forderte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Nicole Maisch, die Bundesregierung vor wenigen Tagen auf, "die Bundesnetzagentur schnellstmöglich mit weitreichenderen Sanktionsmöglichkeiten auszustatten".

Die Agentur selbst müsse von ihren Möglichkeiten, dem Treiben der Unternehmen ein Ende zu setzen, umfassender Gebrauch machen. Die Verbraucher sollten ihre Schadenersatzansprüche einfacher geltend machen können. "Die Unternehmen kommen ihren gesetzlichen Pflichten oftmals nicht nach", kritisierte Maisch. "Die Kundinnen und Kunden werden ohne Anschluss im Regen stehen gelassen."

Gesetzliche Vorgabe: Alter Anbieter muss weiter versorgen

Der Wechsel des Festnetzanschlusses ist zu oft ein ProblemDer Wechsel des Festnetzanschlusses ist zu oft ein Problem Eigentlich ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass der Telefonanbieterwechsel innerhalb eines Tages erfolgt und im Notfall die Weiterversorgung durch den Altanbieter sichergestellt ist. Es komme jedoch immer wieder zu Wechselzeiten von mehr als zehn Tagen. Auch mehrtägige komplette Kappungen der Verbindungen seien möglich.

Die Probleme dabei liegen oftmals aber auch genau in diesem Ablauf: Der alte Anbieter kann den Kunden nur weiterversorgen, wenn die Leitung zum Kunden physikalisch noch besteht. Wurde diese Leitung aber schon getrennt, weil die Telekom den Auftrag dazu hatte, die Kupferleitung zum neuen Anbieter zu verlegen, so kann der alte Anbieter den Kunden gar nicht weiter versorgen. Hat der neue Anbieter die Vorbereitungen für den neuen Kunden dann in seinen System nicht abgeschlossen, ist der Ausfall für den Kunden "perfekt".

Hohe Dunkelziffer bei Ausfall-Beschwerden vermutet

Die Grünen hatten zuvor in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur im Telekommunikationsbereich abgefragt. Demnach gab es 2015 insgesamt 74 000 Beschwerden und Anfragen. Hauptthemen waren dabei der Anbieterwechsel, Verträge und Umzug. Speziell zum Anbieterwechsel seien im Jahr 2016 (bis zum 30. November) rund 16 600 schriftliche Beschwerden und Nachfragen bei der Agentur eingegangen. Beim Telefonanbieterwechsel sei die Anzahl der Beschwerden zwar aktuell etwas rückläufig, so Maisch. Doch sei allgemein von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Schließlich wendet sich nicht jeder Kunde an die Bundesnetzagentur.

Einer der wichtigsten Faktoren beim Wechsel des Festnetzanbieters ist übrigens, den alten Anschluss nicht selbst zu kündigen. Diese Kündigung sollte dem neuen Anbieter überlassen werden. Weitere Tipps zum Wechsel Ihres Anbieters haben wir in einem Ratgeber zusammengestellt.

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