Bericht

Zahlreiche Beschwerden beim Wechsel des Telefonanbieters

Anbieter verstoßen klar gegen Telekommunikationsgesetz
Von Marleen Frontzeck-Hornke mit Material von dpa
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Die Bundesnetzagentur registriert nach einem Zeitungs­bericht tausende Beschwerden von Verbrauchern über Probleme beim Wechsel des Telefonanbieters. Das berichten die Ruhr Nachrichten in Dortmund. Zwischen dem 1. Juni 2012 und dem 30. Juni dieses Jahres habe die Netzagentur in 4 048 Fällen Verbrauchern helfen müssen, weil wegen eines Anbieter­wechsels die Versorgung unterbrochen gewesen sei, heißt es demnach in einer Antwort des Bundes­wirtschafts­ministeriums auf eine Anfrage der stell­vertretenden Fraktions­vorsitzenden der Grünen, Bärbel Höhn.

Die Netzagentur hat bereits Anfang April dieses Jahres gegen drei Telekommunikations­anbieter Bußgeldverfahren eingeleitet. Den Unternehmen drohten Bußgelder in einer Höhe von bis zu 100 000 Euro. Die Verfahren wollte die Bundes­netzagentur den "Ruhr Nachrichten" gegenüber nicht weiter kommentieren. Die Namen der Anbieter sind noch nicht öffentlich.

Anbieter müssen bei Kunden-Wechsel miteinander kommunizieren

Beschwerden über Telefonanbieter bei WechselBeschwerden über Telefonanbieter bei Wechsel Dem Bericht zufolge waren die Verbraucher im Zuge des Anbieter­wechsel für einen längeren Zeitraum nicht mehr erreichbar gewesen, da das Telefon­signal unterbrochen war. Seit Mai 2012 dürfte dies allerdings so nicht mehr stattfinden, denn es gilt das neue Telekommunikations­gesetz (TKG). Demnach muss der Anbieter nach einer Kündigung des Vertrages seine Kunden noch solange weiterversorgen, bis der Wechsel zum neuen Anbieter erfolgreich durchgeführt wurde. So darf sich eine Unterbrechung der Versorgung nicht länger als ein Kalendertag hinziehen. Alle wichtigen Änderungen durch die TKG-Novelle 2012 haben wir für Sie in diesem Ratgeber zusammengefasst.

"Wenn ein Kunde seinen Festnetz-Anbieter wechseln will, müssen die Anbieter miteinander kommunizieren - da das elektronische Verfahren dafür noch nicht eingeführt ist, müssen die Daten manuell ausgetauscht werden. Dabei gibt es manchmal Probleme", zitiert die Zeitung aber einen Sprecher der Bundesnetzagentur.

Die Grünen-Politikerin Höhn forderte ein entschiedeneres Eingreifen der Netzagentur. "Es gibt immer noch so viele Beschwerden, weil die Bundesnetzagentur nicht richtig bei den Anbietern durchgreift und Bußgelder auf breiter Front verhängt", so Höhn im Gespräch mit den "Ruhr Nachrichten". Die Netzagentur habe "noch die Samthandschuhe an". Die Kunden müssten das ausbaden.

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