Telefonbetrug

Bericht: Betrug per Telefon nimmt immer weiter zu

SZ: Zwei von drei Verfahren werden eingestellt, weil der Täter nicht gefunden wird
Von mit Material von dpa
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Verbraucher werden immer öfter Opfer von Betrügereien am Telefon - die Täter kommen meist ungeschoren davon. Auch Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth hatte noch vor kurzem die Feststellung getroffen: "Die Drücker an der Haustür sind mittlerweile ans Telefon abgewandert." Jetzt will die Bundesregierung verstärkt gegen die Betrügereien vorgehen.

Täter werden nicht gefunden

Betrug am TelefonEs gibt immer mehr Betrugsversuche per Telefon-Anruf Die Staatsanwälte stellten ihre Ermittlungen gegen Telefonbetrüger in zwei von drei Fällen ergebnislos ein, weil sie den Täter nicht ausfindig machen könnten, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer heutigen Ausgabe unter Berufung auf einen Bericht des Bundesjustizministeriums. In einem weiteren Zehntel bis Fünftel der Fälle könne der Tathergang laut dem Bericht nicht ermittelt werden.

Ein Sprecher von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger (FDP) bestätigte die Informationen. Nun müsse geprüft werden, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen seien. Bereits im Herbst hatte Leutheusser-Schnarrenberger einen verstärkten Kampf gegen Telefonbetrug angekündigt.

Insgesamt haben sich von September 2009 bis Juni 2010 an die 100 000 Verbraucher beschwert. Während reine Werbeanrufe seltener werden, nehmen betrügerische Telefonate dem Bericht zufolge zu. Bei solchen Anrufen wird der Verbraucher unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu gebracht, eine teure Telefonnummer anzuwählen oder auch einen Vertrag abzuschließen. Der Untersuchung nach handelt es sich bei Telefonbetrug mittlerweile um ein Massenphänomen.

Verbraucherschützer fordern Ende des "unseligen Treibens"

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte ebenfalls vor kurzem festgestellt, dass die Beschwerden über illegale Telefonwerbung - vor allem in Hinsicht auf betrügerische Maschen in punkto Lotterie/Gewinnspiele - nicht abreißen. Das Resümée der Verbraucherschützer im Dezember: Das "bisherige rechtliche Instrumentarium gegen unerlaubte Telefonwerbung" sei zu halbherzig, "um dem unseligen Treiben endlich ein Ende zu bereiten".

Dennoch seien Strafanzeigen eher selten und Verurteilungen noch seltener, berichtet die SZ. Die Täter agierten oft vom Ausland aus. Häufig verfügten die Unternehmen nur über eine Postfachadresse. Das Ermitteln von Kontoinhabern führe oft nur zu Inkassofirmen. Das Ministerium hatte eine Umfrage bei der Bundesnetzagentur, den Bundesländern sowie bei Verbraucher- und Wirtschaftsverbänden durchgeführt.

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