Call ID Spoofing

Innenministerium warnt vor Betrugsmasche per Telefon

Derzeit warnt das NRW-Innenministerium vor einer Betrugswelle, bei der sich Betrüger mit gefälschten Anrufernummern als Mitarbeiter von Behörden ausgeben und Geldzahlungen verlangen.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Die Masche ist nicht zwar so neu, aber die aktuelle Warnung hat ihren Grund: Das nordrhein-westfälische Innenministerium warnt derzeit vor einer Betrugswelle per Telefon: Mit manipulierten Telefonnummern auf dem Display erwecken Kriminelle den Anschein, von einer Behörde anzurufen und in deren Auftrag Kontodaten oder Geldzahlungen einzufordern. In einer heute vom Düsseldorfer Warnung vor Telefonbetrug mit gefäschten AnrufernummernWarnung vor Telefonbetrug mit gefäschten Anrufernummern Landtag veröffentlichten Antwort auf eine FDP-Anfrage stellte das Innenministerium klar: "Gerichte, Behörden, Banken und die Polizei erwarten keine Geldzahlungen aufgrund eigener telefonischer Anfrage." Daher sollte Geld nur auf schriftliche Aufforderung überwiesen oder bezahlt werden.

Diese Telefonmasche nennt sich Call ID Spoofing" (etwa "Schwindel mit der Anrufer-Nummer") und meint zu Deutsch die Verschleierung oder Manipulation von Identitätsdaten. Dahinter steckten Straftäter aus dem In- und Ausland, berichtete das Ministerium. Häufig meldeten sich falsche "Polizisten". Manchmal versuchen die Betrüger auch, auch über eine vermeintliche Gewinnbenachrichtigung an die Kontodaten des Opfers zu kommen. Die Anrufe ließen sich insbesondere zu Callcentern zurückverfolgen.

Niemals Kontodaten oder Passwörter herausgeben

In Niedersachsen hatte vor einem Monat der Fall eines 85-Jährigen Schlagzeilen gemacht, der Betrügern 30 000 Euro in die Türkei überwiesen hatte - vermeintlich auf Anordnung eines Berliner Gerichts. Die Telefonnummer des Gerichts war bei den wiederholten Anrufen des Täters mit Hilfe eines Manipulationsprogramms im Display des angerufenen Apparats angezeigt worden.

"Behörden oder Banken fordern nicht zur Überweisung auf ein ausländisches Konto auf", betonte das Innenministerium. Außerdem sollten am Telefon niemals Kontodaten oder Passwörter preisgegeben oder abgeglichen werden.

Darauf legten es Betrüger beim sogenannten Microsoft-Trick an: Ein vorgeblicher Angestellter des Software-Herstellers lässt sich von seinem Opfer einen Fernzugriff auf dessen Computer einrichten und bietet ein Schutzprogramm zum Kauf an, um einen angeblich drohenden Virus zu bekämpfen. Lehnt das Opfer ab, wird sein Computer über den Fernzugriff unbrauchbar gemacht. Missbräuchlich abgefragt würden von Kriminellen darüber hinaus Codes für Prepaid-Karten, warnte das Ministerium.

Verdächtige Gespräche sollte man umgehend abbrechen. Falls man tatsächlich einen Anruf einer Behörde erwartet, empfiehlt es sich, den Anrufer zurückzurufen - hierfür sollte man aber nicht die im Telefon gespeicherte Nummer auf der Anruferliste benutzen, sondern die Nummer der jeweiligen Behörde selbst wählen.

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