Buy out

Tele2: Deutsches Management kauft Unternehmen

Um den Call-by-Call-Pionier Tele2 ist es ziem­lich ruhig geworden. Kürz­lich wurde bekannt, dass er dem Öko-Provider WeTell unter die Arme greift. Jetzt hat das deut­sche Tele2-Manage­ment seine eigene Filiale heraus­gekauft.

Das Hauptquartier von Tele2 in Schweden. Das Hauptquartier von Tele2 in Schweden.
Foto: Tele2
Tele2 gehört zu den Pionieren des Call-by-Call in Deutsch­land und erregte vor Jahren Aufmerk­sam­keit, als man plante, als MVNO im Netz von VIAG-Interkom oder E-Plus in Deutsch­land tätig zu werden. Daraus wurde bekannt­lich nichts.

Später zu Voda­fone - Call-by-Call geblieben

Das Hauptquartier von Tele2 in Schweden. Das Hauptquartier von Tele2 in Schweden.
Foto: Tele2
Irgend­wann später schloss das Unter­nehmen ein entspre­chendes Abkommen mit Voda­fone (D2) ab und verkaufte neben dem Call-by-Call-Angebot unter 01013 SIM-Karten. Vor kurzem wurde bekannt, dass Tele2 für den ökolo­gisch orien­tierten Service-Provider WeTell als Dienst­leister SIM-Karten im Voda­fone-Netz schaltet und Rech­nungen schreibt, ansonsten hörte man von dem Unter­nehmen recht wenig.

Manage­ment kauft eigenes Unter­nehmen

Nun meldet das der GSMA nahe­ste­hende Magazin MobileWorldLive, dass die schwe­dische Mutter von Tele2, die Tele2-Gruppe den Verkauf ihrer deut­schen Nieder­las­sung an das örtliche Manage­ment zu einem "Unter­neh­mens­wert von bis zu 22,8 Millionen Euro" beschlossen habe. Tele2 will sich weiterhin in Schweden auf sein Kern­geschäft konzen­trieren.

In einer Erklä­rung erklärte die Mutter­gesell­schaft, dass der endgül­tige Verkaufs­betrag von der finan­ziellen Leis­tung des deut­schen Able­gers bis Ende 2024 abhängig sei und sich noch ändern könnte.

Zuvor war über­legt worden, das Unter­nehmen an externe Käufer zu veräu­ßern, aber nach einer gründ­lichen Diskus­sion sei das Manage­ment-BuyOut "die wert­stei­gerndste Alter­native" gewesen.

Tele2-Chef: Beein­dru­ckende Arbeit

Der CEO des schwe­dischen Tele2-Mutter-Konzerns, Kjell Johnsen, lobte die "beein­dru­ckende Arbeit" des deut­schen Manage­ment-Teams, das trotz eines "immer weniger gefragten Produkt­port­folios" einen erheb­lichen Wert geschaffen habe. Das deut­sche Team sei "am besten geeignet", den Betrieb auch in Zukunft zu leiten, während sich Tele2 weiterhin auf die Kern­märkte und -produkte konzen­trieren wird.

Beob­achter erwarten, dass die Trans­aktion noch bis Jahres­ende abge­schlossen sein wird.

Deut­sche Zahlen rück­läufig

Der Umsatz der deut­schen Nieder­las­sung von Tele2 ging im dritten Quartal im Jahres­ver­gleich um 11 Prozent zurück, während die schwe­dischen und balti­schen Nieder­las­sungen einen Anstieg des Netto­gewinns um 17 Prozent meldeten.

Tele2 in Deutsch­land bietet Internet und Tele­fonie­zugänge über Mobil­funk im Netz von Voda­fone an, wobei ein spezi­eller Heim-Router die im Haus verwen­deten Telefon- und Internet-End-Geräte an das Voda­fone-Mobil­funk­netz anbindet. Für Kunden der Deut­schen Telekom hat Tele2 weiterhin das Call-by-Call-Angebot unter der Vorwahl 01013 im Programm.

Ob der Namen Tele2 auch in Deutsch­land erhalten bleibt oder wie sich das Unter­nehmen in Zukunft nennen wird, ist noch nicht bekannt.

Zuvor hatte Tele2 bereits seine Töchter in Däne­mark, Ungarn, Frank­reich und Portugal verkauft. Die italie­nische Tochter wurde schon 2007 an Voda­fone verkauft.

Kunden der Telekom können ein Daten­paket von 100 GB kostenlos bekommen.

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