Übernahme

Tele Columbus übernimmt PrimaCom

Die Konsolidierung geht weiter: Nach der Fusion von zwei Kabelanbietern entsteht der drittgrößte deutsche Anbieter mit 2,8 Millionen angeschlossenen Haushalten. Der Fokus soll nun auf Investionen ins eigene Netz liegen.
Von Thorsten Neuhetzki mit Material von dpa
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Der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber Tele Columbus kauft den kleineren Leipziger Mitbewerber PrimaCom. Vor Berücksichtigung von Barbeständen und Verbindlichkeiten liege der Kaufpreis bei 711 Millionen Euro, teilte Tele Columbus heute früh mit. "Dies ist eine zukunftsweisende Transaktion für Tele Columbus, mit der wir unsere Position als Nummer drei im deutschen Kabelmarkt weiter ausbauen und einen starken Marktakteur schaffen", sagte Tele Columbus-Vorstandschef Ronny Verhelst. Der Vollzug des Geschäfts wird den Angaben nach für den 31. Juli erwartet.

Nach der Übernahme entsteht nach Angaben des Anbieters ein Netzbetreiber mit 2,8 Millionen Haushalten. Kerngebiet des Unternehmens mit Sitz in Berlin ist Ostdeutschland, aber auch in einigen westdeutschen Gegenden ist Tele Columbus vertreten. Es gibt aber auch einige Schwerpunktgebiete in Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Investitionen für mehr rückkanalfähige Haushalte

Tele Columbus übernimmt Prima ComTele Columbus übernimmt Prima Com PrimaCom besitzt und betreibt ein eigenes, hochleistungsstarkes hybrides Glasfaser-Coax-Netz (HFC), über das rund 1,2 Millionen angeschlossene Haushalte mit Kabelfernsehen und Telekommunikationsdiensten versorgt werden. Als bundesweiter Anbieter mit regionalem Fokus ist das Unternehmen ein erfolgreich etablierter Anbieter im deutschen Telekommunikationsmarkt. Im Jahr 2014 erwarb PrimaCom den Kabelnetzbetreiber Deutsche Telekabel GmbH mit rund 270 000 angeschlossenen Haushalten und wies zum Jahresende einen Gesamtumsatz von 132 Millionen Euro. PrimaCom beschäftigt derzeit rund 450 Mitarbeiter und hat seine Unternehmenszentrale in Leipzig.

Kabelfernsehnetze gelten auch als Grundgerüst für schnelle Internet-Breitbandverbindungen. Für datenintensive Anwendungen wie Videostreaming werden immer schnellere Netze benötigt. Im Gegensatz zu den beiden führenden Kabelanbietern Kabel Deutschland (Vodafone) und Unitymedia (Liberty Global) haben Tele Columbus und PrimaCom jedoch eine vergleichsweise geringe Quote rückkanalfähiger Haushalte. Sie liegt bei 56 beziehungsweise 57 Prozent der angeschlossenen Haushalte. Beide Unternehmen haben aber nach eigenen Angaben Investitionsprogramme aufgelegt, um die Anbindung weiterer Haushalte an die eigene Signalversorgung voranzutreiben und die Zahl der rückkanalfähigen Haushalte zu steigern.

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